Krankenhaus-Mordserie: Niels H. soll als Pfleger bis zu 200 Menschen getötet haben

Symbolfoto: © NicoLeHe | pixelio.de

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Die Serie der Morde und Mordversuche des ehemaligen Krankenpflegers Niels H. nehmen immer größere Ausmaße an. Am Mittwoch teilten die Ermittler mit, dass Niels H. deutlich mehr Menschen getötet hat, als es bisher bekannt war. Insgesamt werden zur Zeit 200 Fälle untersucht. Bei 27 von 99 exhumierten ehemaligen Patienten des Klinikums Delmenhorst wurde bereits das Herzmedikament „Ajmalin“ nachgewiesen. Er spritzte Patienten heimlich eine Überdosis des Herzmedikaments. Wenn die Patienten anschließend einen Kreislaufkollaps erlitten, belebte er sie wieder – einfach nur, weil er einen Kick im Krankenhaus-Alltag gesucht hat.

Für mindestens 33 Morde trägt er die Verantwortung und es könnten noch deutlich mehr sein. Bisher hat er lediglich 27 zusätzliche Tötungshandlungen gestanden. Niels H. brachte Patienten nach eigener Aussage mit einer Überdosis absichtlich in einen reanimationspflichtigen Zustand, um anschließend seine Fähigkeiten in der Wiederbelebung unter Beweis zu stellen. Viele Patienten überlebten dieses gefährliche Spiel nicht. Ob der ehemalige Pfleger auch noch andere Substanzen verwendete ist noch unklar. Der inzwischen 39-Jährige gestand auch an seinem früheren Arbeitsplatz im Klinikum in Oldenburg mehrere Patienten mit Kaliuminjektionen ermordet zu haben. Dort besteht der dringende Tatverdacht in mindestens sechs Fällen. Das Klinikum Oldenburg begrüßte, dass es der Staatsanwaltschaft gelungen sei, dass Niels H. auch die Taten in Oldenburg gestanden hat.

Es handelt sich um die schlimmste Mordserie eines einzelnen Täters seit der Nachkriegsgeschichte. Im Sommer 2005 wurde Niels H. von einer Kollegin auf frischer Tat ertappt. Kollegen des Täters berichteten hinterher, dass es zu auffällig vielen Wiederbelebungen in den Schichten von Niels H. gekommen sei. Der Verbrauch des Herzmedikaments stieg in der Zeit sprunghaft an und die Todesrate verdoppelte sich. Konsequenzen hatte es zunächst keine gegeben. Gegen acht seiner früheren Krankenhaus-Kollegen wird ebenfalls ermittelt.

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Panama Papers: Die UEFA-Zentrale wurde durchsucht – FIFA-Präsident Gianni Infantino in Verdacht

Symbolfoto: © Sommaruga Fabio  | pixelio.de

Symbolfoto: © Sommaruga Fabio | pixelio.de

Die UEFA hat Verträge mit einer Briefkastenfirma namens „Cross Trading“ geschlossen. Das ist durch die „Panama Papers“ aufgeflogen. Der neue FIFA-Präsident Gianni Infantino soll 2006 in einen dubiosen TV-Vertrag verwickelt gewesen sein. Am Mittwoch wurde die UEFA-Zentrale durchsucht. 2006 arbeitete Infantino als Direktor der UEFA-Rechtsabteilung. Die Schweizer Bundespolizei nahm sich der Sache an und durchsuchte die UEFA-Zentrale in Nyon. Ermittlungen wegen des Verdachts der Veruntreuung wurden eingeleitet. Die Ermittlungen richten sich zur Zeit allerdings noch gegen keine konkrete Person. Die „Süddeutsche Zeitung“ berichtete unter Berufung auf die „Panama Papers“, dass TV-Rechte für die Champions League zwischen 2006 und 2009 zu geringen Konditionen an eine Briefkastenfirma verkauft wurden. Die Briefkastenfirma verkaufte die TV-Rechte widerum mit großem Gewinn nach Lateinamerika. Infantino und die UEFA wiesen diese Anschuldigungen zurück. Hinter der Briefkastenfirma „Cross Trading“ verbergen sich die argentinischen TV-Rechtehändler Hugo und Mariano Jinkis. Die beiden sind tief in den FIFA-Skandal verwickelt und sitzen auf der Anklagebank. Die beiden sollen 111.000 Dollar für die Ausstrahlung in Ecuador bezahlt haben. Die gleichen Rechte wurden für 311.700 Dollar an den Fernsehsender Teleamazonas verkauft.

Der FIFA-Ethiker Pedro Damiani ist nach den jüngsten Vorwürfen zurückgetreten. Damiani war Verwalter in den „Panama Papers“. Er verwaltete offenbar Firmen, die von FIFA-Offiziellen bestochen worden sind.

Am Montagabend wurde bekannt, dass das Briefkasten-Netzwerk von tausenden Deutschen benutzt wurde. Unter anderem wurde der Formel-1-Pilot Nico Rosberg in der Liste auf. Er wurde über eine solche Briefkastenfirma angestellt. Zu den Gründen wollte sich weder er, noch Mercedes äußern. Nico Rosberg ließ über seine Anwälte erklären, dass es seine Privatangelegenheit sei.
Auch der ehemalige größte Eierproduzent in Deutschland, Anton Pohlmann, nutzte das Netzwerk. Pohlmann hat offensichtlich Schulden über die dubiose Briefkastenfirma beglichen. Er wurde 1996 in Deutschland wegen Tierquälerei mit einem lebenslangen Berufsverbot belegt. Daraufhin zog er in die USA und baute dort eine neue Hühnerfarm auf.
Die Kunden der Anwaltskanzlei in Panama haben nach den Aufdeckungen Ermittlungen angekündigt. Mossack Fonseca bestreitet in einer Stellungnahme Gesetze gebrochen oder Fehler begangen zu haben. Es wurde im Sinne der Kunden gehandelt, hieß es.

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Klinikum Delmenhorst: Krankenhaus-Mordserie – Hinweise auf zahlreiche weitere Fälle

Symbolfoto: © NicoLeHe | pixelio.de

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Ein Pfleger am Klinikum in Delmenhorst wurde zum Mörder. Statt als Krankenpfleger Leben zu retten wurde Niels H. zum Mörder. Er spritzte Patienten heimlich eine Überdosis eines Herzmedikaments. Wenn diese anschließend einen Kreislaufkollaps erlitten, belebte er sie wieder – einfach nur, weil er einen Kick im Krankenhaus-Alltag gesucht hat. Viele Patienten überlebten das tödliche Spiel nicht. Vor einem Jahr wurde der 39-jährige Niels H. wegen fünf solcher Taten am Klinikum Delmenhorst zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. Niels H. begründete seine Taten vor Gericht damit, dass ihn der klinische Alltag unterforderte. Immer wenn er jemanden reanimieren konnte, fühlte er sich wie ein Held und war zufrieden mit sich. Das sei für ihn wie eine Art Sucht gewesen, sagte er damals vor Gericht aus. Doch wie sich jetzt herausstellte ist der Fall mit der Verurteilung offenbar noch gar nicht abgeschlossen. Niels H. sprach vor Gericht bereits von rund 90 Opfern, denen er eine Überdosis des Herzmedikaments verabreichte. Am Montag wurde bekannt, dass der 39-Jährige für eine der größten Mordserien an deutschen Krankenhäusern verantwortlich sein soll. Eine Sonderkommission der Polizei überprüft insgesamt 200 Verdachtsfälle an früheren Arbeitsstellen des Krankenpflegers. Der Täter wird sich erneut vor Gericht verantworten müssen, das ist schon sicher. Die Ermittler gruben in den vergangenen Monaten die Leichen von Patienten des Delmenhorster Klinikums aus. Die Untersuchungen von Gerichtsmedizinern ergaben, dass bei 21 von ihnen Spuren des todbringenden Herzmedikaments gefunden wurden. Die Exhumierungen werden die beamten noch monatelang beschäftigen. Wie viele Menschen Niels H. genau getötet hat wird die Polizei nicht mehr klären können, denn viele der Patienten sind nach ihrem Tod eingeäschert worden. Daher ist ein Nachweis des Herzmedikaments unmöglich.

Im Sommer 2005 wurde Niels H. von einer Kollegin auf frischer Tat ertappt. Kollegen des Täters berichteten hinterher, dass es zu auffällig vielen Wiederbelebungen in den Schichten von Niels H. gekommen sei. Der Verbrauch des Herzmedikaments stieg in der Zeit sprunghaft an und die Todesrate verdoppelte sich. Konsequenzen hatte es zunächst keine gegeben. Gegen acht seiner früheren Krankenhaus-Kollegen wird ebenfalls ermittelt.

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Abgas-Skandal bei VW: Kraftfahrtbundesamt ruft 2,4 Millionen Volkswagen zurück

Symbolfoto: © Rolf Krekeler     | pixelio.de

Symbolfoto: © Rolf Krekeler | pixelio.de

Das Kraftfahrtbundesamt in Flensburg hat am Donnerstag Volkswagen gezwungen 2,4 Millionen Fahrzeuge wegen der manipulierten Diesel-Abgaswerte zurückzurufen. Die von Volkswagen vorgeschlagene freiwillige Reparatur lehnte das Bundesamt strikt ab. Volkswagen hatte dem Kraftfahrtbundesamt Anfang Oktober einen Plan vorgelegt, um die Fahrzeuge, die mit der Betrugssoftware ausgestattet sind in Ordnung zu bringen. Volkswagen hatte zugegeben, in den USA Diesel-Emissionswerte mit einer Software manipuliert zu haben. Weltweit sind bis zu elf Millionen VW-Diesel-Fahrzeuge betroffen. In den USA haben nun auch die obersten Wettbewerbshüter Ermittlungen gegen den Volkswagen-Konzern eingeleitet. Parallel ermitteln in den USA die Umweltbehörde EPA und das Justizministerium. VW droht aufgrund des Abgas-Skandals und den 500.000 betroffenen Fahrzeugen in den USA eine Strafzahlung von umgerechnet knapp 16 Milliarden Euro. Der Autokonzern gab angesichts der Entwicklungen eine Gewinnwarnung heraus, weil zunächst 6,5 Milliarden Euro zurückgestellt wurden. Unter anderem laufen auch Ermittlungen wegen irreführender Werbung gegen den Konzern. Europaweit müssen 8,5 Millionen VW-Fahrzeuge in die Werkstätten.

Der Abgas-Skandal hat VW-Chef Winterkorn seinen Arbeitsplatz gekostet. Er tat am 23. September zurück. Sein Nachfolger ist der Porsche-Geschäftsführer Matthias Müller.

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Bayern: Betreiber von Ingolstädter Diskothek sperrt Flüchtlinge aus

Symbolfoto: © burntimes

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Der Besitzer der Diskothek „Amadeus“ im bayerischen Ingolstadt verbietet Asylbewerbern den Eintritt. Nach Angaben der Diskothek kam es seit dem im vergangenem Winter neue Flüchtlinge in die Erstaufnahmeunterkunft kamen zu Problemen. Der Betreiber Martin T. sagte der Süddeutschen Zeitung, dass die Asylbewerber Frauen belästigen, Jacken klauen und bei anderen Gästen Getränke schnorren. Der Betreiber sagte, dass das Verbot seiner Meinung nach nicht diskriminierend sei. Martin T. betreibt die Diskothek seit inzwischen 26 Jahren. Der Stress begann nach Angaben des Betreibers erst, als neue Flüchtlinge in die Erstaufnahmeunterkunft aufgenommen wurden. Seitdem hätten 20-30 von ihnen regelmäßig im „Amadeus“ für Probleme gesorgt. Weil Ermahnungen nichts genutzt haben, entschied sich Martin T. den Flüchtlingen den Zutritt in seine Diskothek zu untersagen. Auf die Frage, wie er denn Asylbewerber von anderen Gästen unterscheiden kann, sagte er: „Das erkenne ich am Aussehen. Die Asylbewerber tragen meistens Kleidung aus zweiter Hand.“

Der bayerische Flüchtlingsrat ist entsetzt von dem Verbot und sprach von einem Skandal. „Es ist skandalös, dass der Betreiber von „Amadeus“ eine ganze Bevölkerungsgruppe ausschließt seine Diskothek zu betreten.“ Der Flüchtlingsrat stellte klar, dass viele Flüchtlinge Wert darauf legen ordentlich gekleidet zu sein, sodass Flüchtlinge nur an ihrer Hautfarbe erkannt werden können und dabei handelt es sich um blanken Rassismus. Der bayerische Flüchtlingsrat prüft rechtliche Schritte einzuleiten. Der Pressesprecher von Ingolstadt kritisierte das Einlassverbot ebenfalls und sagte, dass es sich um ein rechtswidriges Verhalten handelt. Die Stadt kann dagegen allerdings erst etwas unternehmen, wenn Anzeigen oder Beschwerden vorliegen.

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