Flüchtlingsunterkunft Lingen (Ems): Wachmänner streiten Misshandlungen ab

Symbolfoto: © Thorben Wengert | pixelio.de

Am 20. Dezember 2015 haben zwei Wachmänner der Lingener Flüchtlingsunterkunft drei pakistanische Schutzsuchende eingesperrt und schwer misshandelt. Die Staatsanwaltschaft wirft den beiden Wachmännern schwere gemeinschaftliche Körperverletzung sowie Freiheitsberaubung vor. Der Prozess begann am Dienstag. Die Wachmänner stritten die Taten ab. Der 28-jährige Wachmann gestand lediglich vor Gericht, dass er die Männer eingesperrt hatte. Die Schutzsuchenden sagten aus, dass sie mit Faustschlägen misshandelt worden sind. Die Tat ereignete sich in der damals als Flüchtlingsunterkunft genutzten Sporthalle des Gymnasiums Georgianum.

Die beiden Angeklagten hatten die drei Pakistaner zunächst im Umkleidebereich in einen Toilettenraum eingeschlossen. Anschließend wurden sie nacheinander aus den Kabinen geholt und mit Faustschlägen malträtiert. Die drei Opfer erlitten Prellungen und einen Nasenbeinbruch. Durch Schläge auf den Kehlkopf verlor einer der Pakistaner beinahe das Bewusstsein. Herbeigerufene Sanitäter verabreichten ihm Sauerstoff. Anschließend suchten die zwei Wachmänner erneut die drei Pakistaner auf und sperrten sie die ganze Nacht über in die Toiletten ein. Dem 28-Jährigen wurde vorgeworfen die Nase von einem der Schutzsuchenden gebrochen zu haben. Der zweite Wachmann hatte regungslos zugesehen.

Share

Herdecke: 18-Jähriger wurde nach Serie von Sprengungen verhaftet

Symbolfoto: © Rike  | pixelio.de

Symbolfoto: © Rike | pixelio.de

Im nordrhein-westfälischen Herdecke hat sich in der Nacht zu Samstag erneut ein Sprengstoffanschlag auf eine Schule ereignet. Mitarbeitern eines privaten Sicherheitsdienstes gelang es den 18-jährigen Täter zu stellen. In der Nacht zu Samstag um 23.05 Uhr alarmierten mehrere Anwohner die Polizei und berichteten von einer Explosion an der Hengsteyseestraße, bei der mehrere Fensterscheiben zu Bruch gingen. Der Täter wohnte in Witten und hatte erneut eine steinerne Tischplatte durch eine Rohrbombe gesprengt. Die Polizei rückte mit einem Großaufgebot an Einsatzkräften an. Zeitgleich wurde auch ein Polizeihubschrauber alarmiert, um nach dem Täter zu suchen.

Am Tatort konnten die Beamten den Täter, der zuvor von einem privaten Sicherheitsdienst gestellt wurde, verhaften. Der 18-Jährige wurde beim Herabklettern von einem Dach gestellt, teilte die Polizei mit. Die Explosion war bereits die neunte in Folge. In den vergangenen Wochen und Monaten wurde Sprengstoff an Mülltonnen, Altkleidercontainer und einem Baum gezündet. Die Explosionen ereigneten sich alle auf dem Schulgelände in Herdecke. Die Hintergründe der Taten sind noch unklar. Die Polizei ermittelt gegen den 18-Jährigen, der möglicherweise selbst Schüler der betroffenen Schule gewesen war.

Share

Berlin: Sicherheitskräfte schlagen auf dem Lageso-Gelände auf Flüchtlinge ein

Symbolfoto: © burntimes

Symbolfoto: © burntimes

In Berlin haben Sicherheitskräfte am Donnerstagmorgen vor dem Sozialamt, auf dem Lageso-Gelände, zwei Flüchtlinge niedergeschlagen. Das Ganze wurde gefilmt. In dem veröffentlichten Video ist zu sehen, wie die Sicherheitskräfte immer wieder auf die Flüchtlinge einschlagen – auch noch als einer bereits zu Boden ging. Der Behördenleiter reagierte empört und entsetzt auf den Vorfall. Die Polizei hat Ermittlungen wegen Körperverletzung eingeleitet. Ein Flüchtling aus dem Irak wurde an der Hand und am Auge verletzt.

Die Sicherheitskräfte rasteten aus, nachdem offenbar zwei Flüchtlinge die Absperrungen überwunden hatten. Eine Stellungnahme von dem Sicherheitsdienst wurde bereits gefordert. Die betroffene Firma teilte mit, dass sie Untersuchungen durchgeführt hat und die betroffenen Mitarbeiter bereits vom Dienst suspendiert hat. Das Video wirft erneut ein schlechtes Licht auf die Situation an der Erstaufnahmestelle in Berlin. Die Behörden in Berlin sind mit dem Ansturm der Flüchtlinge offensichtlich völlig überfordert. Die Flüchtlinge müssen nach wie vor tage- oder sogar wochenlang in einer Warteschlange im Freien ausharren. Inzwischen wurde eine zweite Erstaufnahme eingerichtet und eine medizinische Betreuung gewährleistet. Die Situation hat sich trotzdem kaum beruhigt.

Share