Nach Protesten in Polen: Parlament lehnt generelles Abtreibungsverbot ab

Symbolfoto: © Wikimedia Commons | wikipedia

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In Polen wurde am Donnerstag das generelle Abtreibungsverbot, nach starken Protesten, vom Parlament abgelehnt. Ein entsprechender Gesetzentwurf wurde mit großer Mehrheit abgelehnt. Das Verbot war von einer Bürgerinitiative beantragt worden. Die nationalkonservative Regierung war zunächst für das Abtreibungsverbot. Bei der abschließenden Abstimmung am Donnerstag ergab sich jedoch, dass auch die Mehrheit der regierenden PiS-Partei gegen den Gesetzentwurf war. Der Entwurf sah bei einem Schwangerschaftsabbruch für die betroffene Frau und den behandelnden Arzt eine Haftstrafe von bis zu fünf Jahren vor. Lediglich bei Lebensgefahr sollte ein Schwangerschaftsabbruch legal bleiben. Landesweit demonstrierten im Vorfeld der Abstimmung mindestens 100.000 Menschen gegen das generelle Abtreibungsverbot.

In Polen dürfen Schwangerschaftsabbrüche sowieso nur in Ausnahmefällen durchgeführt werden, beispielsweise wenn die Frau vergewaltigt wurde oder der Fötus eine schwere Beschädigung aufweist. Frauenrechtlerinnen in Polen schätzen, dass jedes Jahr mindestens 100.000 Frauen illegal abtreiben – beispielsweise im Ausland.