Syrien-Krieg: Russischer Außenminister Lawrow verkündet Waffenruhe für Aleppo

Symbolfoto: © Katharina Wieland Müller | pixelio.de

Der russische Außenminister Lawrow hat am Donnerstagabend eine Waffenruhe für die stark umkämpfte Stadt Aleppo angekündigt. Während der Feuerpause sollen Zivilisten aus der Stadt gebracht werden. „Die Angriffe auf Aleppo sind ab sofort unterbrochen“, sagte Lawrow am Donnerstagabend. Der russische Außenminister verkündete die Waffenruhe auf dem OSZE-Treffen, das derzeit in Hamburg unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen stattfindet. Die Vereinten Nationen hatten am Donnerstag ebenfalls zu einer sofortigen Waffenruhe in der Stadt aufgerufen. Während der Feuerpause sollen nun unter anderem 500 kranke und zum Teil schwer verletzte Kinder Ost-Aleppo verlassen.

In den letzten Tagen und Wochen setzten sich flüchtende Zivilisten der Gefahr aus, in ein Kreuzfeuer zu laufen und beispielsweise von Heckenschützen getötet zu werden. Die Vereinten Nationen könnten bei einer längeren Waffenruhe Nahrungsmittel für bis zu 150.000 Menschen in den Ostteil der Stadt bringen.

Die syrische Armee hatte zuletzt mehr als ein Drittel des Rebellengebietes im Osten Aleppos einnehmen können. Ost-Aleppo steht vor dem Fall. Die Vereinten Nationen (UN) warnen in diesem Zusammenhang vor einem gigantischen Friedhof. In Aleppo sind 100.000 Kinder hungernd eingeschlossen.

Der syrische Machthaber Assad sprach sich zuletzt gegen eine Waffenruhe aus. Assad warf den USA vor eine Waffenruhe zu fordern, weil die von den USA unterstützen Rebellen in einer „schwierigen Lage“ seien. Gegen das Assad-Regime wurden internationale Ermittlungen gefordert. Dem Regime werden Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit vorgeworfen.

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Irak: Militär entdeckt Massengrab mit mindestens 100 enthaupteten Leichen

Symbolfoto: © Katharina Wieland Müller | pixelio.de

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Das irakische Militär hat am Montag ein Massengrab in Hammam al-Alil, im Süden von Mossul, entdeckt. Das betroffene Gebiet war bis vor kurzem in der Gewalt von Terroristen des „Islamischen Staats“ (IS). Die Leichen wurden in der Nähe einer Agrarschule gefunden, sagte ein Sprecher der irakischen Armee. Ob es sich bei den enthaupteten Leichen um Soldaten oder Zivilisten handelt ist noch unklar und wird untersucht. Die Terroristen des IS haben weiter an Boden verloren. Den Regierungstruppen gelang es am Montagvormittag, das von der IS kontrollierte Gebiet einzunehmen. In dem Massengrab befanden sich mindestens 100 enthauptete Leichen.

Parallel wird in Syrien die Stadt Rakka eingekesselt. Die von den USA geführte Koalition teilte mit, dass dadurch die Rückeroberung der Stadt ermöglicht werden soll. Es wurde jedoch mitgeteilt, dass die Einkesselung mehrere Monate dauern könnte.

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Syrien: Putin ordnet Feuerpause bis Freitag an

Symbolfoto: © burntimes

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Die syrische Assad-Regierung und der russische Präsident Putin haben sich auf eine Verlängerung der Feuerpause bis Freitag, in der umkämpfen Metropole Aleppo geeinigt. Die Feuerpause gilt täglich von 9 bis 19 Uhr. Russlands Präsident Putin ordnete an, die Angriffe zunächst auszusetzen. Am Dienstag hatte Putin eine Verlängerung der Feuerpause davon abhängig gemacht, ob die Rebellen ihre Angriffe einstellen. Die Rebellen hatten am vergangenen Freitag eine Offensive gestartet, um die Belagerung durch die Regierungstruppen zurückzuschlagen. Nun sollen die Rebellen bis Freitag die verlängerte Feuerpause nutzen, um die Stadt zu verlassen. In Aleppo sind nach Angaben der Vereinten Nationen mindestens 275.000 Zivilisten eingeschlossen. Die Assad-Truppen belagern die Region seit dem Sommer. Unterstützung erhält der syrische Machthaber Assad dabei von Russland.

Aleppo ist in zwei Teile geteilt. Ein Teil wird von Regierungstruppen gehalten und ein anderer von Rebellen. Die Hilfswerke haben die Erfahrung gemacht, dass die sogenannten humanitären Pausen nicht genügend Sicherheit geschafft haben, um der Zivilbevölkerung helfen zu können.

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Provinz Idlib: Schule wurde bombardiert – mindestens 22 Kinder starben

Symbolfoto: © burntimes

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In Syrien wurde bereits am Mittwoch in der Provinz Idlib eine Schule angegriffen. Mindestens 22 Kinder und sechs Lehrer starben. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte teilte mit, dass vor dem Angriff auf die Schule syrische oder russische Kampfflugzeuge Angriffe auf die betroffene Region flogen. Russland teilte am Donnerstag mit für den Angriff nicht verantwortlich zu sein. Die Vereinten Nationen (UN) forderten, dass dieser Horror-Akt genau untersucht wird. Der UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat sofortige und unparteiische Ermittlungen gefordert. Sollte es sich um einen absichtlichen Angriff handeln, handelt es sich um ein Kriegsverbrechen. Der Generaldirektor von Unicef meldete sich ebenfalls zu Wort und verurteilte den blutigen Luftangriff auf die Schule in der Provinz Idlib scharf und sprach von einer Tragödie.

„Wenn jemand den Befehl zu einem gezielten Angriff auf die Schule gab, muss diese Person zur Verantwortung gezogen werden und für das schreckliche Kriegsverbrechen verurteilt werden“, sagte der Unicef-Geschäftsführer. Es handelt sich um den schwersten Angriff auf eine Schule, seit dem Beginn des Bürgerkriegs vor über fünf Jahren. Seit dem Beginn des Krieges wurden nach Angaben von Unicef mehr als 4.000 Angriffe auf Schulen gezählt. Die betroffene Schule liegt in einer von Rebellen kontrollierten Provinz. Der Krieg in Syrien wird immer rücksichtsloser. Der bevorstehende Winter stellt die Hilfsorganisationen vor große Schwierigkeiten. In vielen Kriegsregionen gibt es weder Strom noch Wasser.

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Der Abzug von IS-Kämpfern wurde vertagt: Kämpfe um Ramadi gehen weiter

Symbolfoto: © Ingo Büsing| pixelio.de

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Der Irak hatte immer wieder angekündigt, dass das Militär die Stadt Ramadi vom IS zurückerobern wird. Am zweiten Weihnachtstag sieht es so, als ob die Armee vor einem ihrer größten Erfolge steht. Zuvor hatten sich Regierungstruppen und Kämpfer der Terroristenmiliz Islamischer Staat (IS) schwere Gefechte geliefert. Die Zurückeroberung von Ramadi wäre ein großer und bedeutender Erfolg für das irakische Militär, das im Mai aus der Stadt vertrieben worden war. Im Zentrum der Stadt hatten die Terroristen überall Sprengfallen aufgebaut und Häuser mit Sprengstoff präpariert. Damit hatten die IS-Terroristen versucht die irakische Armee fern zu halten. Am Dienstag hatten die irakischen Truppen gemeinsam mit internationalen Luftangriffen einen Großangriff auf das Stadtzentrum von Ramadi begonnen.

In der syrischen Hauptstadt Damaskus wurden unterdessen die Abzugspläne der IS-Terroristen auf noch unbestimmte Zeit verschoben. Die Vereinten Nationen hatten sich mit den Terroristen darauf geeinigt, dass alle 3.500 Kämpfer des IS die Hauptstadt verlassen. Die Vereinten Nationen hoffen nun darauf, dass die Friedensgespräche ab Ende Januar beginnen können. Der Tod des Rebellenführers Alloush gefährdet jedoch den Friedensplan für Syrien.

Die Bundeswehr war auch über die Weihnachtsfeiertage an den Luftangriffen auf die IS-Terroristen in Syrien und dem Irak beteiligt. Ab Anfang Januar werden in dem Gebiet auch Tornado-Aufklärungsflugzeuge der Bundeswehr eingesetzt. Der Bundestag hatte die deutsche Beteiligung an dem Anti-Terror-Einsatz nach den Terroranschlägen von Paris am 13. November mit 130 Toten beschlossen (wir berichteten).

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Syrien-Krieg: Assad-Truppen starten groß angelegte Bodenoffensive

Symbolfoto: © Katharina Wieland Müller | pixelio.de

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Die Truppen des syrischen Machthabers Baschar al-Assad haben im Nordwesten von Syrien eine groß angelegte Bodenoffensive gegen Rebellen gestartet. Russlands Armee unterstützt die Regierungstruppen dabei mit Luftangriffen. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte teilte mit, dass es sich bei den Kämpfen nördlich der Stadt Hama um die heftigsten seit Monaten handelt. Russische Kampfflugzeuge hatten das Kampfgebiet bombardiert. Russland will damit offenbar die Fähigkeiten der Regierungstruppen prüfen und sehen, wie die Rebellen auf Angriffe reagieren. Das Kampfgebiet befindet sich zur Zeit unter der Kontrolle verschiedener radikaler Gruppierungen.

In den vergangenen Tagen teilten mehrere Quellen übereinstimmend mit, dass mehrere tausend Kämpfer aus dem Iran und der libanesischen Miliz Hizbollah für eine Bodenoffensive der Regierungstruppen nach Syrien verlegt wurden. Die Anzahl der russischen Soldaten ist gegenwärtig noch nicht hoch genug, um in eine Bodenoffensive einzusteigen.

Das russische Militär erklärte sich am Mittwoch bereit mit den USA über eine Abstimmung der Luftangriffe in Syrien zu reden. Die Strategien sind unterschiedlich: Die USA wollen ausschließlich die Terroristen der Miliz „Islamischer Staat“ (IS) bekämpfen. Russland will jedoch gezielt das Assad-Regime unterstützen. In der letzten Woche wurde auf Wunsch von Russland erstmals darüber gesprochen, wie eventuelle Zwischenfälle verhindert werden können.

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Syrien: Diktator Assad glaubt an einen Sieg mit Hilfe von Russland

Symbolfoto: © Katharina Wieland Müller | pixelio.de

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Der syrische Diktator Baschar al-Assad gab sich am Sonntag siegessicher. Seit dem Russland mit seinem eigenen Militär in Syrien eingreift gibt sich Diktator Assad siegessicher. Bei einem Scheitern droht die Zerstörung der gesamten Region, teilte der Diktator mit. Er sieht in der Koalition aus Russland, Syrien und dem Irak den einzigen Weg den Konflikt zu lösen. Assad sagte, dass die Chancen dieser Koalition groß und nicht klein seien. Das Militärbündnis der USA hatte in den vergangenen Wochen keine gravierenden Ergebnisse hervorgebracht. 2014 hatte die USA eine internationale Luftoffensive gegen die Terrormiliz Islamischer Staat gestartet. Diese Terrormiliz kontrolliert nach wie vor große Teile Syriens und des Iraks. Seit Mittwoch greift auch Russland Ziele in Syrien an. Weil Russland jedoch mit Syrien verbündet ist, trafen die Luftschläge nicht ausschließlich die IS-Terroristen, sondern auch Rebellen im Land.

Der britische Machthaber Cameron warf Russland vor mit den Luftschlägen in erster Linie den „Schlächter Assad“ zu unterstützen. US-Präsident Barack Obama warf Russland ebenfalls vor den IS und das Assad-Regime zu stärken. Seit 2011 sind im Syrien-Krieg mindestens 250.000 Menschen ums Leben gekommen.

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Syrien: IS-Terroristen töten 400 Zivilisten in Palmyra

Symbolfoto: © Katharina Wieland Müller | pixelio.de

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Die Terroristen des Islamischen Staates (IS) haben in der eroberten Stadt Palmyra mindestens 400 Zivilisten getötet. Die meisten Opfer sind Frauen und Kinder, bestätigte das syrische Staatsfernsehen. Bei den Toten handelt es sich um Anhänger der Regierung von Präsident Baschar al-Assad. Außerdem wurden Zivilisten, darunter auch Frauen, an unbekannte Orte verschleppt. Oppositionelle und das Staatsfernsehen teilten mit, dass hunderte Leichen auf den Straßen von Palmyra liegen. Der Gouverneur der Provinz Homs sagte, dass damit begonnen wurde eine Offensive für die Rückeroberung von Palmyra vorzubereiten. Rund um die Stadt wurden am Sonntag bereits Truppen zusammengezogen. Wenn die Gegenoffensive starten wird ist unklar.

Unterdessen gelang es dem IS einen Grenzübergang an der syrisch-irakischen Grenze zu erobern. Die irakischen Sicherheitskräfte zogen sich vom Grenzübergang Al-Walid zurück. An dem Grenzübergang wurde die irakische Fahne heruntergenommen und die IS-Fahne gehisst. Den Übergang Al-Tanf, auf der syrischen Seite, eroberten die Terroristen bereits vor drei Tagen. Die Kontrolle über die Grenze ist von enormer strategischer Bedeutung. Der IS kann ab sofort beliebig Soldaten und Waffen hin und herschaffen. Durch die Eroberungen des IS kam die Terrormiliz auch näher an Damaskus. Der IS kontrolliert mittlerweile weite Teile der Route zwischen Damaskus und Bagdad.

Die irakischen Sicherheitskräfte teilten am Sonntag mit, dass in der Nähe von Ramadi Erfolge erzielt worden sind. Es gelang den irakischen Truppen die Stadt Husaiba Al-Scharkija wieder unter ihre Kontrolle zu bekommen. Dabei wurden sie von schiitischen Milizionären unterstützt.

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Syrien/Irak: Der Islamische Staat ist weiter auf dem Vormarsch

Symbolfoto: © Katharina Wieland Müller | pixelio.de

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Die USA erklärten den Vormarsch der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) bereits als gestoppt. Die Terroristen haben am Donnerstag die antike Stadt Palmyra besetzt und kontrollieren inzwischen 50 Prozent Syriens. Der IS teilte über Twitter mit, dass sie die Kontrolle über Palmyra übernommen haben. Tagelange Kämpfe der syrischen Armee mit Luftunterstützung konnten die Terroristen nicht aufhalten. Die Regierungstruppen haben sich geschlagen aus allen Positionen in der Stadt zurückgezogen, erklärte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Experten befürchten, dass der IS die antiken Stätten, die zum Weltkulturerbe gehören, zerstören wird. In der Stadt Palmyra haben die IS-Terroristen mindestens 17 Menschen getötet. Unter den Toten befinden sich syrische Sicherheitskräfte und Menschen, die die Regierung des Landes unterstützen. Einige der Opfer wurden von IS-Terroristen geköpft. Vor der Einnahme der Stadt hatte der IS bereits mindestens 49 Menschen getötet. Die antike Stadt Palmyra, auch bekannt unter dem Namen Tadmur ist strategisch wichtig. Aus der Stadt führen Verbindungsstraßen nach Homs und in die syrische Hauptstadt Damaskus.

US-Präsident Barack Obama bewertete die Eroberung von Palmyra als Rückschlag für die internationale Anti-Terror-Koalition. Der verantwortliche für Museen und Antiquitäten in Syrien sagte, dass er fest daran geglaubt hatte, dass die internationale Gemeinschaft beim Schutz für Palmyra nicht versagen würde. Bisher gab es keinerlei Anzeichen dafür, dass die von der USA angeführte Koalition Stellungen der IS-Extremisten angreifen wollen. Die Regierungstruppen von Assad konnten die IS-Terroristen alleine nicht aufhalten. Nach mehr als vier Jahren Bürgerkrieg ist die syrische Armee eingeschränkt, unter anderem durch die hohen Verluste. Die IS-Terroristen kommen aus dem Irak, Afghanistan und dem Libanon. Aus dem Libanon kommen die Hisbollah-Kämpfer. Der Irak finanziert, trainiert und bewaffnet die Terroristen. Offiziere aus dem Iran erteilen Befehle.

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