Razzia in der Türkei: Mehr als 1.000 Gülen-Anhänger wurden festgenommen

Symbolfoto: © Wikimedia Commons | wikipedia

Nach dem Verfassungsreferendum in der Türkei wurden erneut Anhänger der Gülen-Bewegung festgenommen. Am Mittwoch wurden über 1.000 Gülen-Anhänger verhaftet, weil sie nach Angaben von Erdogan Terroristen sind und den Polizeiapparat unterwandert haben. Weitere 3.200 Personen werden per Haftbefehl gesucht. Der türkische Präsident Erdogan betrachtet die Anhänger als Terroristen, die für den Putschversuch im Juli letzten Jahres verantwortlich sind. Gülen selbst lebt im Exil in den USA und sagte, dass Präsident Erdogan den Putsch selbst inszenierte. Die Gülen-Bewegung wurde in der Türkei als Terrororganisation eingestuft und viele Mitglieder sind willkürlich verhaftet worden. Die Bundesregierung äußerte Bedenken gegen das Vorgehen der türkischen Regierung.

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Türkei: Erdogan warnt Deutschland keine Asylanträge von türkischen NATO-Soldaten anzunehmen

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Bundeskanzlerin Merkel reist am Donnerstag in die Türkei. Regierungssprecher Steffen Siebert teilte mit, dass es sich nur um einen Arbeitsbesuch handelt. Am Montag hat der türkische Verteidigungsminister Fikri Isik Deutschland aufgefordert niemals und unter keinen Umständen Asylanträge von türkischen NATO-Soldaten anzunehmen. Alles andere hätte „ernste Folgen“, sagte Isik. Am vergangenen Wochenende wurde bekannt, dass rund 40 türkische NATO-Soldaten, die sich zur Zeit in Europa befinden, in Deutschland Asyl beantragt haben. Bei den Soldaten handelt es sich größtenteils um ranghohe Militärs, denen bei einer Abschiebung in die Türkei Folter- und langjährige Haftstrafen drohen. Die türkische Regierung beschuldigt die Soldaten an dem Putschversuch um den islamischen Prediger Fethullah Gülen beteiligt gewesen zu sein. Fethullah Gülen betonte in der Vergangenheit immer wieder, dass er nichts mit dem Putschversuch zu tun hätte und dieser inszeniert worden sei.

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EU setzt Beitrittsgespräche mit Türkei aus – Erdogan pfeift auf EU-Votum

Symbolfoto: © Wikimedia Commons | wikipedia

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Das EU-Parlament hat am Freitag gefordert die Beitrittsgespräche mit der Türkei einzufrieren. Mehrere Fraktionen stimmten am Freitag für den Entwurf, als Reaktion auf das Vorgehen der türkischen Führung gegen Medien und Oppositionelle nach dem Putschversuch. Die türkische Regierung hat die Forderung, dass die Gespräche eingefroren werden sollen, scharf kritisiert und als irrelevant bezeichnet. Der türkische Ministerpräsident sagte, dass die Entscheidung überhaupt keine Bedeutung für die Türkei hat. Er ergänzte, dass die Beziehungen zur EU ohnehin nicht so eng seien. Die 2005 begonnen Beitrittsgespräche befanden sich schon seit längerem in der Sackgasse.

Nach dem Putschversuch wurden in der Türkei mehr als 125.000 Staatsbedienstete entlassen, viele von ihnen wurden verhaftet. Auch Journalisten und Akademiker sind in das Visier der türkischen Behörden geraten.

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Nach Putschversuch in der Türkei: Über 17.000 Menschen in U-Haft

Symbolfoto: © Wikimedia Commons | wikipedia

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Seit dem gescheiterten Putsch in der Türkei wurden inzwischen mehr als 17.000 Menschen verhaftet, darunter 3.000 Soldaten. Erdogan kündigte an verstärkt gegen Anhänger der sogenannten Gülen-Bewegung vorzugehen. Mindestens 80 Prozent des Militärs sollen Schätzungen zufolge auf der Seite der Bewegung stehen. Seit dem Putschversuch ist auch die Zahl der Entlassenen und Suspendierten auf 81.500 Personen angestiegen. Der amerikanische Vizepräsident Biden reist am 24. August in die Türkei. Es ist der erste Besuch eines ranghohen Politikers aus dem Westen, seit dem gescheiterten Putschversuch. Die Beziehungen zwischen den USA und der Türkei sind angespannt.

Die Türkei verlangt von den USA die Auslieferung des Predigers Gülen, den sie als Verursacher und Drahtzieher des gescheiterten Putschversuchs ansehen. Der im Exil in den USA lebende Gülen wies diese Beschuldigung zurück. Die Türkei hat inzwischen offiziell einen Antrag auf die Auslieferung gestellt. Zehn verschiedene Straftatbestände wurden darin aufgeführt. Der 75-jährige Gülen erklärte, dass er nur dann in die Türkei zurückkehren wird, wenn ihn unabhängige internationale Ermittler für schuldig befänden. Er sagte auch, dass der Putschversuch von Präsident Erdogan inszeniert worden sein könnte, um das Land zu „säubern“. Nach dem gescheiterten Putsch-Versuch warf die Türkei dem Westen vor Terrorismus und Staatsstreiche zu unterstützen.

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Großdemonstration gegen den Putschversuch: Erdogan stellt Einführung der Todesstrafe in Aussicht

Symbolfoto: © Wikimedia Commons | wikipedia

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Am Sonntag sind in Istanbul hunderttausende Menschen dem Aufruf, gegen den Putschversuch zu demonstrieren, gefolgt. Während der Demonstration trat Erdogan vor das Mikrofon und stellte die Einführung der Todesstrafe in Aussicht. „Wenn das türkische Volk die Todesstrafe will, werden die Parteien seinem Willen folgen“, sagte Erdogan. Zahlreiche Demonstranten schrien lautstark nach einer Einführung der Todesstrafe. Die Europäische Union hatte bereits damit gedroht, dass die Einführung der Todesstrafe gleichzeitig ein Ende der Beitrittsverhandlungen zur Folge hätte. Die Großkundgebung fand auf dem Istanbuler Yenikapi-Platz statt.

Bei dem gescheiterten Putschversuch starben mindestens 273 Menschen, darunter auch Zivilisten und Sicherheitskräfte. Nach dem Putschversuch verhängte Erdogan den Ausnahmezustand. Seit dem wurden mehr als 60.000 Menschen verhaftet, darunter auch eine Deutsche. International steht das Vorgehen der türkischen Regierung in der Kritik. Erdogan wird vorgeworfen, dass er eine autoritäre Alleinherrschaft anstrebt.

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Putschversuch in der Türkei ist gescheitert: Mehr als 260 Menschen starben

Symbolfoto: © Michael Hirschka | pixelio.de

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In der Nacht zu Samstag hat eine kleinere Randgruppe des Militärs versucht die demokratisch gewählte Regierung von Recep Tayyip Erdogan zu stürzen. Erdogan hatte die Türkei-Wahlen mit 52 Prozent der Wählerstimmen gewonnen. Schwere Kampfpanzer und tieffliegende F16-Kampfjets rauschten über die Straßen in Istanbul und Ankara. Die türkische Regierung konnte den Putschversuch abwenden. Präsident Erdogan wurde in Sicherheit gebracht und meldete sich mit einer Smartphone-Botschaft und rief seine Anhänger auf, die Straßen und Plätze zu besetzen. Er kehrte dazu, nach dem die Lage wieder unter Kontrolle war am Samstagmorgen, aus seinem Urlaub in Marmais nach Istanbul zurück. Die Unterstützer folgten seiner Bitte und haben dadurch den Aufstand niedergeschlagen. Mehr als 260 Menschen sind bei dem gescheiterten Putschversuch ums Leben gekommen. Es gibt außerdem weit über 1.000 Verletzt zu beklagen. Präsident Erdogan kündigte am Samstagmorgen Vergeltung und die Säuberung seines Landes an. Am Mittag wurden bereits 3.000 Richter entlassen. Am hohen Gericht in Ankara wurden zehn Mitglieder verhaftet. Am Parlament in Ankara hatte es in der vergangenen Nacht, unter anderem während einer laufenden Pressekonferenz, Explosionen gegeben. Das Gebäude wurde von Putschisten mit einem Kampfhubschrauber beschossen. Das Parlament wurde durch die Angriffe stark beschädigt. Der Hubschrauber wurde von einem Militärjet abgeschossen. Teile des Militärs kämpften gegeneinander. Die Lage war lange unübersichtlich. Erst am Samstagmorgen gegen 3 Uhr zeichnete sich ab, dass der Putschversuch abgewendet werden konnte.

Einige Putschisten konnten mit einem Kampfhubschrauber aus der Türkei nach Griechenland fliehen und baten dort um Asyl. Die acht Männer wurden zunächst wegen illegalen Grenzübertritts festgenommen. Der Außenminister der Türkei forderte die umgehende Auslieferung von acht verräterischen Offizieren.

Am Samstagmittag wurde bekannt, dass Putschisten ein Kriegsschiff gekapert haben und den Flottenchef als Geisel genommen haben.

Die Teilnehmer des Putschversuches sollen mit dem Tod bestraft werden, hieß es am Samstagmittag. Diese Regelung sei zwar in der Verfassung nicht vorgesehen. Es wird jedoch über Gesetzesänderungen gesprochen, sagte Yıldırım. Im Jahr 2004 wurde die Todesstrafe in der Türkei abgeschafft. Bisher wurden über 2.800 Putschisten verhaftet.

Der türkische Premier Erdogan rief seine Bevölkerung zur Wachsamkeit auf, weil es jederzeit neue Aktionen von Putschisten geben könnte.

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