Menschenkette gegen Rassismus: Deutschlandweit beteiligten sich zehntausende Menschen

Symbolfoto: © Juergen Jotzo | pixelio.de

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Vor dem Weltflüchtlingstag beteiligten sich zehntausende Menschen in zahlreichen deutschen Großstädten an einer Menschenkette gegen Rassismus. Die Organisation „Pro Asyl“ rief beispielsweise in den Städten Berlin, Bochum, Hamburg, München und Leipzig, unter dem Motto „Hand in Hand gegen Rassismus“ zur Bildung einer Menschenkette gegen Rechtsextremismus auf. „Rassismus, Hetze und Fremdenfeindlichkeit breiten sich in Deutschland immer mehr aus. Es ist an der Zeit, die Kultur des Wegschauens zu beenden und dagegen ein deutliches Zeichen zu setzen“, teilte die Organisation zur Begründung mit.

In Leipzig setzten 2.500 Menschen mit ihrer knapp drei Kilometer langen Menschenkette ein deutliches Zeichen gegen Rassismus. Die Initiatoren der Aktion teilten mit, dass deutschlandweit in insgesamt 21 Städten und diversen Dörfern mehr als 33.000 Demonstranten, durch die Bildung einer Menschenkette gegen Rechts, ein starkes Zeichen für ein weltoffenes und vielfältiges Deutschland gesetzt haben. Auch in kleineren Städten, wie Bonn, Münster oder Osnabrück bildeten jeweils mehrere tausend Demonstranten eine Menschenkette. In Berlin war die Menschenkette mit 9.000 Teilnehmern knapp sieben Kilometer lang und reichte vom Stadtteil Kreuzberg bis hin zum Roten Rathaus. Unter den Organisatoren befanden sich neben Pro Asyl auch Terre de Hommes, Amnesty International, Brot für die Welt und der DGB. Weitere prominente Unterstützer waren beispielsweise der Schauspieler Benno Fürmann, sowie der Musiker Michael Breitkopf von den Toten Hosen.

Am Samstag hatten bereits in Bochum 8.500 Menschen eine Menschenkette gebildet.
Während der Auftaktveranstaltung am Sonntag in München sagte die Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth (Grüne), dass wir niemals akzeptieren werden, dass zum Beispiel Muslime oder Schutzsuchende weniger Wert sein sollen, als andere Menschen.

Am Montag wird der Weltflüchtlingstag begangen, deren Anlass die Bildung einer Menschenkette war.

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Freital: Linken-Politiker Richter nach Sprengstoffanschlag optimistisch

Symbolfoto: © burntimes

Symbolfoto: © burntimes

Nach einem mutmaßlichen Sprengstoffanschlag hat der 39-jährige Stadtrat der Linken, Michael Richter, am Montag Stärke demonstriert. „Wir können die Straße, wir können die Meinungsführerschaft nicht denen überlassen, die offen Hass gegen Menschen propagieren“, sagte der Fraktionschef der Linken im Freitaler Stadtrat am Montag. Er sagte, dass er in der Nacht zu Montag um 0.45 Uhr einen lauten Knall wahrnahm. Als er anschließend aus dem Fenster sah, konnte er erkennen, dass eine schwarze Rauchwolke über seinem geparkten Auto aufstieg. Die Polizei ermittelt wegen einer Sprengstoffexplosion.

Die Linke geht von einer rechtsradikalen Tat aus. Die Explosionen haben nach Angaben der Ermittler im Inneren des Autos stattgefunden. Bisher hat sich noch niemand zu der Tat bekannt. Nach der Explosion eilten zahlreiche Einsatzkräfte nach Freital. Spezialkräfte sicherten Spuren. Michael Richter hatte vor dem Anschlag zahlreiche Morddrohungen erhalten, weil er die Pro-Asyl-Veranstaltungen in Freital mitorganisiert hatte. Verletzt wurde bei der Explosion niemand. Die Karosserie des Fahrzeugs hat durch die Explosion schwere Schäden davongetragen. Ein nebenstehendes Auto wurde ebenfalls beschädigt Die Kriminalpolizei hat das Auto für weitere Ermittlungen beschlagnahmt. Die Polizei leitete Ermittlungen wegen des Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion ein.

Der betroffene Politiker hatte sich in der Vergangenheit mehrmals an Veranstaltungen der Flüchtlingsorganisation Pro Asyl beteiligt. In der Stadt Freital in Sachsen verbreiten Rechtsextreme seit Monaten eine aggressive Stimmung gegen eine geplante Asylbewerberunterkunft. Es gab auch schon Angriffe auf Demonstranten, die sich für die Flüchtlinge einsetzen. Deutschlandweit gab es in den letzten Wochen mehrere Brandanschläge und Angriffe auf Flüchtlingsunterkünfte.

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