Übergriffe auf Frauen in Köln: Polizeichef gerät in Erklärungsnot und steht unter Druck

Symbolfoto: © burntimes

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Der veröffentlichte Einsatzbericht der Silvesternacht in Köln setzt den Kölner Polizeipräsidenten Wolfgang Albers unter Druck. Die Rücktrittsfrage verfolgt ihn in diesen Tagen. Einem internen Bericht zufolge war die Kölner Polizei in der Silvesternacht nicht Herr der Lage. Der Kölner Polizeipräsident sprach hingegen zunächst davon, dass der Einsatz mustergültig verlaufen sei. Im Polizeibericht, der am Neujahrstag, veröffentlicht wurde, war von einer „entspannten“ Einsatzlage die Rede gewesen. Nun steht fest, dass Albers an einer geschönten Darstellung festhielt. Der Polizeipräsident hat inzwischen eingesehen, dass die Auskunft in der Pressemitteilung „falsch“ war. Er begründete das mit einem „Kommunikationsfehler“. Ein Bundespolizist schilderte die Ereignisse des Jahreswechsels aus seiner Sicht. Er sprach von einem kompletten Kontrollverlust der eingesetzten Sicherheitskräfte am Hauptbahnhof. Frauen seien weinend zu den Polizisten gekommen und haben ihnen mitgeteilt, dass sie bestohlen wurden oder sexuelle Übergriffe stattfanden. Es waren demBundespolizisten zufolge viel zu wenige Beamte eingesetzt worden, sodass die Polizisten schnell an die Leistungsgrenze stießen. Am 31. Dezember um 23.30 Uhr begann die Polizei mit der Räumung des Bahnhofsvorplatzes, weil männliche Personen mit Migrationshintergrund Flaschen und Feuerwerkskörper jeglicher Art wahllos in die Menschenmenge feuerten und warfen. Die Polizisten berichteten davon, dass die Migranten ihnen mit einer Respektlosigkeit begegnet sind, die sie in 29 Dienstjahren noch nicht erlebt haben, schrieb der Bundespolizist in seiner Stellungnahme. Bisher lehnte der Kölner Polizeipräsident einen Rücktritt ab.

Köln: Elite-Polizisten zersägen Raum mit Kettensäge –– Spezialeinheit wird aufgelöst

Symbolfoto: © Rike  | pixelio.de

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Ein Aufnahmeritual ist bei einer Spezialeinheit der Polizei in Köln vollkommen aus dem Ruder gelaufen. Ein gescheiterter Anwärter hatte menschenverachtende Aufnahmerituale beim SEK 3 angezeigt. Unter anderem mussten die Anwärter Knoblauch-Chili-Eis aus dem Schritt eines Kollegen schlecken, wobei sich einer von ihnen übergeben musste. Außerdem wurde ihnen den Berichten zufolge unter aufgesetzten Tauchermasken Alkohol eingeflößt. Neben weiteren erniedrigenden Vorgängen sollen sie auch mehrfach gefesselt worden sein. Die Folge ist, dass vier von ihnen die Spezialeinheit ganz verlassen müssen und fünf außerhalb von Köln in einem anderen Sondereinsatzkommando arbeiten dürfen.

Der Polizeipräsident Wolfgang Albers griff hart durch und kündigte am Dienstag als Reaktion an, dass das Sondereinsatzkommando 3 (SEK) in Köln komplett aufgelöst wird. Die Gewerkschaft der Polizei sah darin eine Vorverurteilung und sieht die laufenden Ermittlungen in Gefahr. Die betroffenen SEK-Beamten sollen aus Wut über die Auflösung stark alkoholisiert in ihrer Dienststelle ausgerastet sein und ihren Aufenthaltsraum mit einer Kettensäge in den „Urzustand“ zurückversetzt haben. Sie sagten, dass sie nur mitnehmen, was ihnen gehört, teilte ein Beamter mit. Außerdem sollen sie mit einem Motorrad über die Flure gefahren sein. Anschließend soll noch kräftig Abschied gefeiert worden sein. Die Polizei bestätigte das und teilte mit, dass Ermittlungen eingeleitet wurden. Damit kommen auf die Beamten möglicherweise noch einmal neue Ermittlungen zu.