Nizza-Attentat: Täter hatte Helfer – fünf Festnahmen

Symbolfoto: © burntimes

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Die Todesfahrt während des Feuerwerks am Nationalfeiertag im französischen Nizza war über einen längeren Zeitraum geplant worden. Das ergaben Ermittlungen der Polizei. Der Tunesier war auch nicht allein. Er hatte Unterstützer. Gegen fünf mögliche Komplizen wurden Ermittlungen eingeleitet. Sie sitzen in Untersuchungshaft. Drei Männern wird die Beihilfe zum Mord vorgeworfen. Einer der drei hat mit einem Paar aus Albanien dem 31-jährigen Tunesier die Waffe besorgt, mit der der Attentäter geschossen hat. Der Tunesier raste am 14. Juli auf der Strandpromenade während des Feuerwerks zum Nationalfreitag in eine Menschenmenge und tötete dabei 84 Menschen (wir berichteten). Die Auswertungen des Handys des Täters ergaben, dass er vor dem Attentat regen Kontakt mit den fünf möglichen Komplizen hatte. Einer der möglichen Komplizen war einige Tage vor dem Attentat mit in den gemieteten Lastwagen eingestiegen. Das belegen Videoaufzeichnungen der städtischen Kameras.

Nach Anschlag in Nizza: Frankreich ruft patriotische Bürger zum Reservedienst

Symbolfoto: © burntimes

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Der französische Innenminister Cazeneuve hat nach dem schweren Anschlag in Nizza die patriotischen Bürger zum Reservedienst aufgerufen. Der Aufruf richtet sich an alle Franzosen, mit und ohne militärische Ausbildung sowie an ehemalige Soldaten. Frankreichs Präsident Hollande sprach sich bereits am Freitag für die Verstärkung der Polizei aus. Zur Zeit bestehen die Reservesäfte aus insgesamt 12.000 Freiwilligen von denen 9.000 der paramilitärischen und 3.000 der regulären Polizei angehören.

Unterdessen hat die Terroristengruppe Islamischer Staat (IS) gestanden für die Tat in Nizza verantwortlich zu sein. Die Polizei sucht noch immer nach den Motiven des 31-jährigen Fahrers des gemieteten Lastwagens. Dieser raste etwa zwei Kilometer während des Nationalfeiertags am Donnerstag die Uferpromenade in Nizza hinunter, während die Leute von dort aus das Feuerwerk verfolgten. Bei der Amokfahrt kamen mindestens 84 Menschen ums Leben, darunter auch Kinder und 200 weitere wurden zum Teil schwer verletzt (wir berichteten).

Terror in Nizza: Zahl der Todesopfer steigt auf 84

Symbolfoto: © burntimes

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Am französischen Nationalfeiertag, am Donnerstagabend, raste ein weißer LKW durch die feiernde Menschenmenge in der Hafenstadt Nizza. Mindestens 84 Menschen starben und 18 wurden schwer verletzt. Unter den Opfern befinden sich auch mehr als zehn Kinder. Die Amokfahrt des 31-jährigen LKW-Fahrers konnte erst nach zwei Kilometern beendet werden. Der LKW fuhr durch die Menschenmenge auf der bei Touristen beliebten Uferstraße an der Promenade des Anglais. Es brach Panik aus. Die Polizei erschoss den Fahrer schließlich. Bei ihm handelt es sich um einen 31 Jahre alten franko-tunesischen Mannes mit Wohnsitz in Nizza. Der französische Präsident Hollande sagte, dass es bisher keine Indizien dafür gibt, dass es mehrere Täter gab. Gleichzeitig kündigte er an, dass der Ausnahmezustand in Frankreich, der am 26. Juli beendet werden sollte, um drei weitere Monate verlängert wird. „Ganz Frankreich ist vom islamistischen Terrorismus bedroht“, sagte Hollande. Unklar ist noch, ob die Menschen nicht nur umgefahren, sondern auch noch beschossen worden sind. In dem 19-Tonnen schweren Lastwagen wurden eine Waffenattrappe sowie eine funktionsunfähige Handgranate gefunden. Das Tatfahrzeug, der weiße LKW, wurde vor einigen Tagen in der Region Provence-Alpes-Côte d’Azur gemietet.

Möglicherweise befinden sich auch Deutsche unter den Opfern des Anschlags. Eine Berliner Schulklasse verbrachte ihre Abschlussfahrt zum Zeitpunkt des Anschlags in Nizza.

Frankreich ist wiederholt das Ziel eines Anschlags geworden. Im vergangenen Jahr starben am 23. November bei islamistischen Anschlägen in Paris 149 Menschen (wir berichteten).

UEFA ermittelt nach schweren Krawallen in Nizza und Marseille

Symbolfoto: © burntimes

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In den EM-Stadien in Nizza und Marseille ist es zu schweren Ausschreitungen gekommen. Am Samstag sorgten russische und britische Hooligans für Chaos. Es kam zu schweren, brutalen Ausschreitungen vor während und nach dem Spiel zwischen England und Russland in Marseille. Dabei haben sich im Stadion regelrechte Verfolgungsjagden abgespielt. Auch in Nizza kam es zu schweren Ausschreitungen. Dort hatten 30 einheimische Hooligans bei dem Spiel zwischen Nordirland und Polen die Fans beider Länder provoziert. Die nordirischen Fußballfans wurden beispielsweise mit Bierflaschen abgeworfen. Neun Menschen wurden hierbei verletzt und mussten teils in Krankenhäusern behandelt werden. In Marseille wurde ein Fan lebensgefährlich verletzt. Es gab dort insgesamt 35 Verletzte zu beklagen. Acht mögliche Täter wurden verhaftet. Die Sicherheitsmaßnahmen in den Stadien werden nach den Krawallen noch einmal erhöht, teilte die UEFA mit.

Als erste Konsequenz hat der europäische Fußballverband UEFA Ermittlungen eingeleitet. Russland rechnet mit einer Geldstrafe.

Flugzeugabsturz: Germanwings-Airbus mit 148 Menschen an Bord in Südfrankreich abgestürzt

Symbolfoto: © O. Fischer  | pixelio.de

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»Ein Airbus vom Typ A320 ist auf dem Weg von Barcelona nach Düsseldorf in einem bergigen Gebiet zwischen Grenoble und Nizza, in Südfrankeich, abgestürzt. Es handelt sich um eine Maschine der Lufthansa-Tochter Germanwings. Es befinden sich 400 Einsatzkräfte rund um die Absturzstelle. Die Maschine ist im Gebiet Alpes-de-Haute-Provence, in der Region von Barcelonnette in den südlichen Alpen, abgestürzt. Das Flugzeug ist um 9.55 Uhr in Barcelona mit knapp 20-minütiger Verspätung gestartet und verschwand um 10.37 Uhr von den Radarschirmen. Ob es technische Probleme gab oder der Slot belegt war und es deshalb zur Verspätung kam, ist unklar. Die deutsche Flugsicherung bestätigte den Absturz um 10.37 Uhr. Das Flugzeug sollte um 11.55 Uhr in Düsseldorf landen. Die Internetpräsenz von Germanwings, auf der es aktuelle Informationen zu dem Absturz geben soll, ist unter dem Besucheransturm zusammengebrochen. Die Absturzstelle befindet sich vermutlich in mehr als 2.000 Metern Höhe im Hochgebirge, in dem noch Schnee liegt. Das Flugzeug verringerte seine Flughöhe innerhalb kürzester Zeit von 11.000 auf 2.000 Meter. In dieser Höhe befindet sich auch die Absturzstelle des Airbus A320. Französische Hubschrauber haben bereits erste Trümmerteile in der Region von Barcelonnette gesichtet. Die Trümmerteile des Passagierflugzeugs sind offenbar auf zwei Quadratkilometern verteilt. Das Gebiet ist schwer zu erreichen und für Fahrzeuge nicht zugänglich. Die verunglückte Maschine war 24 Jahre alt und wurde von Airbus 1990 an die Lufthansa ausgeliefert. Bei den deutschen Passagieren soll es sich um Wochenendurlauber aus Barcelona oder Palma de Mallorca handeln. 42 spanische Passagiere waren an Bord des Germanwings-Flugzeugs. Spanien hat aus diesem Grund ebenfalls einen Krisenstab eingerichtet. Am frühen Dienstagabend wurde einer der beiden Flugschreiber der abgestürzten Maschine gefunden, wie die französische Regierung mitteilte.

Inzwischen teilte die Fluggesellschaft mit, dass sich 72 Deutsche, unter ihnen auch zwei Babys, an Bord des abgestürzten Flugzeugs befanden. Nach Angaben der Passagierliste befand sich an Bord des Fluges auch eine Schülergruppe mit 16 Schülern einer zehnten Klasse und ihren beiden Lehrerinnen aus dem nordrhein-westfälischen Haltern am See, die sich auf dem Rückweg von einem einwöchigen Schüleraustausch in Spanien befanden. Die betroffene Schule sagte für Dienstag alle Veranstaltungen wie beispielsweise den Elternsprechtag aufgrund der schrecklichen Nachrichten ab. „Wir möchten dem Kollegium, der Schulgemeinde und den Eltern der verunglückten Kinder unser tiefempfundenes Beileid aussprechen“, schrieb die Schule auf ihrer Internetpräsenz.

Die Fluggesellschaft Germanwings meldete sich ebenfalls zu Wort und bestätigte den Absturz. „Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Germanwings und der Lufthansa sind in tiefer Betroffenheit mit ihren Gedanken und Gebeten bei den Angehörigen und Freunden der Passagiere und Besatzungsmitglieder.“ Germanwings-Chef Oliver Wagner äußerte sein Bedauern auf einer Pressekonferenz. Es handelt sich vermutlich um das schwerste Unglück in der Geschichte des Lufthansa-Konzerns. Der Kapitän des abgestürzten Flugzeugs absolvierte auf dem Airbus A320 mehr als 6.000 Flugstunden. An der Unglücksmaschine wurde noch am Montag ein Routinecheck durchgeführt.

Am Dienstagabend wurde bekannt, dass sich an Bord der Unglücksmaschine auch Opernsänger Oleg Bryjak befand. Er war Baassbaiton der Deutschen Oper am Rhein.

Die französische Generaldirektion für Luftfahrt (DGAC) und die deutsche Flugsicherung haben den Absturz des Fluges 4U9525 bestätigt. Frankreichs Präsident Hollande teilte vor wenigen Augenblicken mit, dass sich viele Deutsche unter den Opfern des Flugzeugabsturzes in Südfrankreich befinden. Es sei davon auszugehen, dass die 148 Menschen an Bord nicht überlebt hätten, teilte die französische Regierung mit. Frankreichs Präsident Hollande erklärte er habe einen Krisenstab eingerichtet. Deutschland hat ebenfalls einen Krisenstab in enger Kooperation mit Frankreich eingerichtet. Bis Dienstagabend konnten noch nicht alle Angehörigen erreicht werden. Der französische Innenminister Bernard Cazeneuve wurde zum Unglücksort entsandt. Er äußerte sich bestürzt über den Absturz. Die Absturzursache ist noch völlig unklar. Es soll kurz vor dem Absturz einen Notruf und eine Routenveränderung gegeben haben. Es ist eine Tragödie für die Luftfahrt und eines der schwersten Flugzeugunglücke auf französischem Boden, das jemals passiert ist. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier sagte: „In diesen schweren Stunden sind unsere Gedanken bei all denjenigen, die darum fürchten müssen, dass ihre Angehörigen unter den Passagieren oder Besatzungsmitgliedern sind.“ Bundeskanzlerin Angela Merkel wird am Mittwoch zur Absturzstelle reisen. Deutsche Behörden haben bisher keinerlei Hinweise auf einen möglichen terroristischen Anschlag als Ursache für den Flugzeugabsturz finden können.

Außenminister Frank-Walter Steinmeier flog am Dienstag mit einem Hubschrauber über den Absturzort. Er sagte hinterher: „Vor Ort zeigt sich ein Bild des Grauens.“ Steinmeier bedankte sich im Namen der Bundesregierung der französischen Regierung und alle Einsatzkräften für ihren beispielhaften Einsatz.«

Angehörige erhalten unter der Krisenhotline (030) 5000 3000 vom Auswärtigen Amt weitere Informationen. Zusätzlich hat der Flughafen Düsseldorf eine Hotline unter (0800) 776 6350 geschaltet.