Interschutz 2015 in Hannover: Die Digitaltechnik begleitet die Messe

Symbolfoto: © Deutsche Messe

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Vom 8. bis zum 13. Juni findet in Hannover die diesjährige Interschutz – die Fachmesse für Brand- und Katastrophenschutz – statt. Die Digitaltechnik begleitet die INTERSCHUTZ 2015 in den Hallen und auf dem Freigelände. Rund 1.500 Aussteller aus fast 50 Ländern präsentieren auf der Interschutz in Hannover ihre Produkte und Dienstleistungen für zivile Sicherheit aus den Bereichen Vorbeugung, Rettung und Abwehr. Das Angebotsspektrum umfasst dabei unter anderem Rettungsfahrzeuge und Fahrzeugausstattungen, Löschgeräte, Löschanlagen und Löschmittel, Sanitätsausrütungen und Medizingeräte, sowie Leitstellentechnik, Meldetechnik, Schutzausrütungen und Aussattung von Feuerwachen und Werkstätten. Aber auch für die Gespräche der Besucher bieten die unzähligen digitalen Anwendungen reichlich Diskussionsstoff. Nicht immer stoßen digitale Anwendungen auf Begeisterung ihrer Nutzer. Viele Hersteller versuchen, das Problem mit einem Kompromiss zu lösen und bieten Produkte mit digitalem Innenleben, aber analoger Oberfläche an.

„Manchmal kommt man um ein Display nicht herum“, sagt beispielsweise Matthias Mühlbacher von Ziegler (Pavillon 35). „Aber dann muss es eine einfache Menüführung geben.“ Entscheidend sei eine sichere, aber robuste Bedienung, die auch mit Schutzhandschuhen noch möglich sei – vom Fahrzeugstart bis zur Pumpensteuerung. Dennoch ist der Computer auch in Lösch- und Rettungsfahrzeugen nicht tabu. „Eines unserer Hilfeleistungs-Löschgruppenfahrzeuge (HLF) kann optional sogar mit einem iPad bedient werden“, berichtet Mühlbacher. Die Technik wird immer ausgefeilter und raffinierter – innen und außen. So gehören Leuchtdioden, kurz LED, sowohl beim Blaulicht als auch den übrigen Beleuchtungsanlagen längst zum Alltag.

Dass die Akzeptanz digitaler Technik durchaus kein Thema von jungen oder älteren Nutzern ist, bestätigen nicht nur die Mitarbeiter auf dem Stand des Bundesministeriums für Forschung und Technologie (Halle 12/Stand E09), die dort ihr Programm „Forschung für die zivile Sicherheit“ vorstellen. So galt es, in Zusammenarbeit eines deutsch-französischen Projektkonsortiums ein Gerät zum sicheren Erkennen von Gefahrstoffen vor Ort zu entwickeln. Auch hier wurde Wert auf einfache zuverlässige Bedienung gelegt. „Wichtig ist, dass es nicht allein von Ingenieuren und Designern entworfen wird, sondern immer Leute aus der Praxis eingebunden sind“, sagen die Mitarbeiter.

Am Samstag wird zum Abschluss der Interschutz der härteste Feuerwehrmann der Welt ermittelt. Mehr als 500 Frauen und Männer aus aller Welt treten gegeneinander an. Die weiteste Anreise hatte ein Mann aus Südafrika. Bei der Veranstaltung handelt es sich um eine Kombination aus Leistungswettkampf, Sportveranstaltung und Bühnenprogramm.

Für die Cubos Internet GmbH auf dem Gemeinschaftsstand „Junge Innovative Unternehmen“ des Bundesministeriums für Wirtschaft (Halle 24/Stand F31) ist die Technik mit Bits und Bytes Selbstverständlichkeit. Ihr Produkt GroupAlarm nutzt alle modernen Möglichkeiten, um Alarmmeldungen unter anderem als App, SMS, Anruf, Fax, E-Mail, Pager und so genannte Prowl-Push zu übertragen. Auch für ein Backup ist gesorgt – wenn ein Übermittlungsweg nicht funktioniert, wird auf eine andere Möglichkeit umgeschaltet. Digital sichert digital.

Ob Alarmierungssysteme oder Videoanlagen im öffentlichen Raum, komplette Leitstellensysteme oder Funk in Tunnelanlagen, wie sie zum Beispiel Center Communication Systems GmbH (Halle 25/Stand A34) anbietet – ohne digitale Technik funktioniert so gut wie nichts mehr. Vereinzelt gibt es noch analoge Systeme zur Absicherung. Natürlich werde von der Industrie die Sorge vor möglichen Hackerangriffen ernst genommen und bei der Konstruktion der Anlagen berücksichtigt, versichert ein Mitarbeiter.

Inzwischen findet auch der digitale Betrieb im Funkverkehr von Polizei, Feuerwehren, Rettungsdiensten und Katastrophenschutz immer größere Verbreitung. Laut Bundesanstalt für den Digitalfunk der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (Halle 26/Stand C22) sind inzwischen mehr als 500.000 Teilnehmer im Funknetz für alle Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) in Deutschland angemeldet. Das BOS-Digitalfunknetz, so die Bundesanstalt, ermöglicht eine organisationsübergreifende und bundesweite Verständigung und vereinfacht damit die Durchführung komplexer Einsatzszenarien.

„An der Digitaltechnik kommt niemand mehr vorbei“, sagt der Leiter der Feuerwehr in der Interschutz-Gastgeberstadt Hannover, Claus Lange. „Wichtig ist, dass die Technik anwenderfreundlich ist und es eine Rückfallebene für den Fall gibt, dass die digitale Ebene nicht funktioniert.“ Die Industrie habe sich gut auf die Belange der Feuerwehren eingestellt und sorge dafür, dass die Anwendungen bedienerfreundlich und gut handhabbar sind. „Einfachheit muss im Vordergrund stehen“, betont der Feuerwehrchef.

Die CeBIT 2015 – Digitalisierung des Lebens

© Deutsche Messe

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Auch in diesem Jahr fand in Hannover wieder die weltgrößte Computer-Messe „CeBIT“ statt. Vom 16.03. bis zum 20.03. präsentierten sich viele Unternehmen mit ihren Produkten, um sich potentiellen Kunden vorzustellen und diese für ihre Produkte zu begeistern. Eröffnet wurde die Messe am 15.03. im HCC, unter dem Leitthema „d!conomy“. Die Aussteller präsentierten eine Digitalisierung von Unternehmen, wie z. B. die permanente Vernetzung von Maschinen, Produktionsabläufen, Logistik und vielem mehr. Das Ziel der „Industrie 4.0“ ist eine Steigerung der Individualität, Effizienz und Flexibilität.

Was jedoch in der Industrie immer wichtiger wird, wird manchen Besuchern privat zu viel. So kam im Gespräch mit vielen Besuchern heraus, dass diese momentan den Überblick in der Digitalisierung verlieren. Die Angebote im Internet werden immer mehr und man wird förmlich mit Angeboten erschlagen.

Ein weiteres Highlight waren in diesem Jahr auch wieder die „CeBIT Global Conferences“, bei der unter anderem Sänger Peter Maffay, Whistleblower Edward Snowden und der berühmteste Hacker der Welt, Kevin Mitnick sprachen. In dem Gespräch zwischen dem Journalisten Glenn Greenwald und Edward Snowden wurde klar, dass das abgelehnte Asyl für Snowden keinen guten Eindruck hinterließ, Deutschland jedoch in einem politischen Zwiespalt stand. Im Vordergrund stand jedoch der Abhörskandal der NSA, die selbst keine Scheu davor nahmen, das Mobiltelefon der Bundeskanzlerin Angela Merkel abzuhören. Snowden berichtete im Interview, dass selbst das Weiße Haus zum Teil keine Kenntnisse in die Arbeit der NSA hätte. Dies bewies er durch eine offizielle Meldung der NSA, in der die Frage aufkam, weshalb das Telefon der Bundeskanzlerin abgehört wurde. Die Antwort war einfach: „Da uns der Auftrag erteilt wurde“, so das Schreiben.

Ebenfalls war in diesem Jahr wieder die Firma „GFT“ mit dem Innovationsprojekt „CODE_n“ anwesend. Bei dem Projekt wird ein Wettbewerb unter jungen Unternehmen mit innovativen Ideen ausgeübt. Vordergründig ist jedoch viel mehr, dass so versucht wird, dass die kleinen Unternehmen Investoren für ihre Arbeit finden. So fand zum Beispiel eine Zusammenarbeit des australischen Unternehmens „digitalkeys“ mit dem deutschen Unternehmen „SAG Schlagbaum“ statt, die durch ihre Entwicklung Türschlösser mit Hilfe von NFC öffnen können. Weitere Innovationen waren z. B. beheizbare Einlegesohlen und Schuhe, die sich über eine Smartphone-App steuern lassen. Die Einlagen lassen sich 500 Mal mit einem Mini-USB Anschluss aufladen.

Innovationen gab es natürlich auch außerhalb der „CODE_n“-Halle. So stellte die Universität Saarland unter anderem eine elastische Folie vor, die man sich auf die Haut legen kann und somit sein Handy steuern kann. So hätte der Nutzer die Möglichkeit sein Handy während einer Konferenz schnell stumm zu schalten, wenn das Handy klingelt. Ebenfalls stellte die Universität eine Displayfolie vor, die sich auf verschiedenste Materialien, wie zum Beispiel auf Holz, Papier oder Metall drucken lassen kann. Somit hat man ein flexibles Display, das sich auf viele Untergründe schnell drucken lässt.

Mit ca. 201.000 Besuchern hatte die Messe dieses Jahr einen Besucheranstieg von etwa 6%, wovon 92% Fachbesucher waren. Die „CeBIT Global Conferences“ besuchten in diesem Jahr knapp 4.800 Besucher, wobei sich über 100.000 Personen die Konferenzen live im Internet ansahen.

Unsere Bilder von der diesjährigen CeBIT findet ihr auf unserer Facebook-Präsenz (Hier).

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