Tödlicher Unfall auf Kreuzfahrtschiff „Harmony of Seas“ in Marseille

Symbolfoto: © burntimes

Symbolfoto: © burntimes

Am Dienstag hat sich auf dem größten Kreuzfahrtschiff der Welt „Harmony of Seas“ ein tödlicher Unfall ereignet. Während einer Rettungsübung sollte ein Rettungsboot, das sich auf dem fünften Deck befand, zu Wasser gelassen werden. Dabei hatte sich das Rettungsboot gelöst und stürzte im Hafen von Marseille zehn Meter in die Tiefe. Dabei kam ein 42-jähriges Crewmitglied ums Leben, vier weitere Besatzungsmitglieder wurden verletzt zwei von ihnen so schwer, dass sie in Lebensgefahr schweben. Das Kreuzfahrtschiff bleibt weiter im Hafen von Marseille, weil die Ermittlungen dort durchgeführt werden. Planmäßig hätte das Schiff bereits am Dienstagabend nach Italien auslaufen sollen. Nach Angaben der Ermittler ist der Unfall auf menschliches Versagen zurückzuführen.

Die „Harmony of Seas“ ist mit einer Länge von 362 Metern und einer Breite von 66 Metern das größte Kreuzfahrtschiff der Welt. Auf dem Schiff können bis zu 6.400 Passagiere transportiert werden.

UEFA ermittelt nach schweren Krawallen in Nizza und Marseille

Symbolfoto: © burntimes

Symbolfoto: © burntimes

In den EM-Stadien in Nizza und Marseille ist es zu schweren Ausschreitungen gekommen. Am Samstag sorgten russische und britische Hooligans für Chaos. Es kam zu schweren, brutalen Ausschreitungen vor während und nach dem Spiel zwischen England und Russland in Marseille. Dabei haben sich im Stadion regelrechte Verfolgungsjagden abgespielt. Auch in Nizza kam es zu schweren Ausschreitungen. Dort hatten 30 einheimische Hooligans bei dem Spiel zwischen Nordirland und Polen die Fans beider Länder provoziert. Die nordirischen Fußballfans wurden beispielsweise mit Bierflaschen abgeworfen. Neun Menschen wurden hierbei verletzt und mussten teils in Krankenhäusern behandelt werden. In Marseille wurde ein Fan lebensgefährlich verletzt. Es gab dort insgesamt 35 Verletzte zu beklagen. Acht mögliche Täter wurden verhaftet. Die Sicherheitsmaßnahmen in den Stadien werden nach den Krawallen noch einmal erhöht, teilte die UEFA mit.

Als erste Konsequenz hat der europäische Fußballverband UEFA Ermittlungen eingeleitet. Russland rechnet mit einer Geldstrafe.

Germanwings-Katastrophe: Co-Pilot ließ Airbus absichtlich abstürzen

Symbolfoto: © B767Muck | wikipedia

Symbolfoto: © B767Muck | wikipedia

Die französische Staatsanwaltschaft in Marseille teilte am Donnerstagmittag in einer Pressekonferenz mit, dass der Co-Pilot bis zuletzt alleine im Cockpit des Germanwings-Flugzeugs war, den Piloten bewusst aussperrte und den Sinkflug absichtlich einleitete. Die französische Staatsanwaltschaft teilte mit, dass der Co-Pilot den Sinkflug über den französischen Alpen durch Drücken eines Knopfes ganz bewusst selbst eingeleitet hat. An der Maschine gab es demnach nach Angaben der Staatsanwaltschaft keinen technischen Defekt. Der Co-Pilot arbeitete seit 2013 bei der Lufthansa-Tochter Germanwings. Ersten Informationen zufolge war er seit einigen Monaten in der Lage, die Maschine zu fliegen. Den Passagieren an Bord ist offenbar erst wenige Sekunden vor dem Einschlag bewusst geworden, in welcher Situation sie sich befinden. Einen Herzinfarkt des Co-Piloten können die Ermittler ausschließen, denn die Audioaufnahmen belegen, dass er bis zuletzt normal atmete. Er reagierte nicht auf die Rufe und das Klopfen des Piloten an der Cockpittür. Der Co-Pilot redete bis zuletzt kein Wort mehr. Die Staatsanwaltschaft stellte klar, dass der Sinkflug nur vorsätzlich und keinesfalls irrtümlich eingeleitet worden sein kann.

Am Anfang des Fluges unterhielten sich die beiden Piloten normal, ruhig und höflich miteinander. Dann habe jedoch das Briefing für die Landung in Düsseldorf begonnen. Hier hat der Co-Pilot nach Aussage der Staatsanwaltschaft nur ganz lakonische Antworten gegeben. Anschließend sei zu hören, wie der Kommandant den Co-Piloten auffordert das Kommando über den Flug zu übernehmen. Anschließend war zu hören wie ein Sitz zurückfährt, die Cockpit-Tür aufgeht und wieder schließt. Wenig später gelangte der Pilot nicht mehr zurück in das Cockpit. Über die Sprechanlage forderte er den Co-Piloten mehrfach auf ihn wieder herein zu lassen. Der Co-Pilot reagierte nicht.

Das Umfeld des 28-jährigen Co-Piloten wird nun untersucht. Bisher ist nur bekannt, dass es sich bei ihm um einen deutschen Staatsbürger aus Montabaur in Rheinland-Pfalz handelt. Der 28-Jährige war zuvor nicht strafrechtlich in Erscheinung getreten. Das Haus des Mannes sollte noch am Donnerstag durchsucht werden. Im Jahr 2008 wurde er erstmals von der Luftaufsicht sicherheitsüberprüft und 2010 zum zweiten Mal. Beide Überprüfungen verliefen ohne jede belastende Erkenntnis. Am Donnerstagabend wurde bekannt, dass der Pilot seine Ausbildung wegen eines Burnout-Syndroms (einer Art Depression) unterbrochen hatte.