Anschlag auf Moschee in Ägypten: Zahl der Toten steigt auf über 300 – Armee fliegt Vergeltungsangriffe

Symbolfoto: © Wikimedia Commons | wikipedia

Die ägyptische Luftwaffe hat mit Angriffen auf dem Sinai auf den Terroranschlag auf die Moschee geantwortet. In der Nacht zu Samstag wurden Militärangaben zufolge mehrere Fahrzeuge bei Luftangriffen zerstört, die bei dem Anschlag eingesetzt worden sind. Dabei sollen auch Verdächtige getötet worden sein. Die Anzahl der Todesopfer bei dem Anschlag ist inzwischen auf 305 Todesopfer angestiegen. Zahlreiche schwer verletzte Menschen werden noch in Krankenhäusern behandelt. Das Militär teilte mit, dass es nicht eher ruhen wird, bevor alle Terroristen getötet worden sind, die an dem Anschlag beteiligt waren. Ägyptens Präsident Abdel Fattah al-Sisi hatte nach dem Terroranschlag eine harte Antwort angekündigt. Inzwischen wurde auch bekannt, dass Augenzeugenberichten zufolge zwischen als 25 und 30 schwer bewaffnete Angreifer mit automatischen Waffen an dem Anschlag beteiligt waren. Sie haben die Fahne der Terroristen des „Islamischen Staats“ (IS) getragen. Viele der Ermordeten wurden noch am Freitag in Massengräbern beerdigt.

Bundespräsident Steinmeier meldete sich zu dem Anschlag am Freitag zur Wort. Er sagte, dass Gläubige, die sich zum traditionellen Freitagsgebet im Gotteshaus getroffen haben, Opfer von feigen Mördern geworden sind.

Kampf gegen Boko Haram in Nigeria: Zahlreiche Tote nach versehentlichen Luftangriff auf Flüchtlingslager

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Im Kampf gegen die Terroristen von Boko Haram in Nigeria hat ein Kampfflugzeug versehentlich am Dienstag ein Flüchtlingslager angegriffen. Der Angriff sollte Boko-Haram-Terroristen gelten. Ein Regierungsvertreter sprach zunächst von knapp 100 Toten. Die vor Ort ansässige Organisation Ärzte Ohne Grenzen bestätigte den Angriff und korrigierte, dass mindestens 50 Menschen getötet wurden und rund 120 Menschen verletzt wurden. Der Luftangriff hatte einer Versammlung von Mitgliedern der islamistischen Terrormiliz Boko Haram gegolten, teilte der Militärkommandeur mit. Bei dem Angriff sind jedoch auch Mitarbeiter der Organisation Ärzte ohne Grenzen und des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz getötet worden. Nach dem Angriff schickten die Streitkräfte Hubschrauber um die Verletzten zu bergen.

Die extremistische Boko-Haram-Gruppe steht seit 2009 für Gewalt. Boko Haram ist ein Ableger des Terrornetzwerkes Al-Kaida. Die Terroristen greifen immer wieder Busbahnhöfe, Märkte, Moscheen und Kirchen an. Die Gruppe wurde durch verschärfte Interventionen der Nachbarländer etwas geschwächt. Trotzdem verübt die Terroristengruppe weiterhin blutige Anschläge. Die Boko-Haram-Terroristen setzen sich für die Einführung der Scharia in ganz Nigeria und das Verbot westlicher Bildung ein. Boko Haram ist bekannt für die Ermordung von Christen und Muslimen. Berichte aus dem März 2015 belegen, dass sich Boko Haram der Terror-Miliz Islamischer Staat (IS) angeschlossen hat. Ende Dezember kamen bei der Explosion einer Bombe in einer Moschee 20 Menschen ums Leben. Seit 2009 kamen bei den Anschlägen von Boko Haram mindestens 20.000 Menschen ums Leben. Rund 2,7 Millionen Menschen sind nach Angaben der Vereinten Nationen (UN) vor der Terrormiliz geflüchtet.

Provinz Idlib: Schule wurde bombardiert – mindestens 22 Kinder starben

Symbolfoto: © burntimes

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In Syrien wurde bereits am Mittwoch in der Provinz Idlib eine Schule angegriffen. Mindestens 22 Kinder und sechs Lehrer starben. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte teilte mit, dass vor dem Angriff auf die Schule syrische oder russische Kampfflugzeuge Angriffe auf die betroffene Region flogen. Russland teilte am Donnerstag mit für den Angriff nicht verantwortlich zu sein. Die Vereinten Nationen (UN) forderten, dass dieser Horror-Akt genau untersucht wird. Der UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat sofortige und unparteiische Ermittlungen gefordert. Sollte es sich um einen absichtlichen Angriff handeln, handelt es sich um ein Kriegsverbrechen. Der Generaldirektor von Unicef meldete sich ebenfalls zu Wort und verurteilte den blutigen Luftangriff auf die Schule in der Provinz Idlib scharf und sprach von einer Tragödie.

„Wenn jemand den Befehl zu einem gezielten Angriff auf die Schule gab, muss diese Person zur Verantwortung gezogen werden und für das schreckliche Kriegsverbrechen verurteilt werden“, sagte der Unicef-Geschäftsführer. Es handelt sich um den schwersten Angriff auf eine Schule, seit dem Beginn des Bürgerkriegs vor über fünf Jahren. Seit dem Beginn des Krieges wurden nach Angaben von Unicef mehr als 4.000 Angriffe auf Schulen gezählt. Die betroffene Schule liegt in einer von Rebellen kontrollierten Provinz. Der Krieg in Syrien wird immer rücksichtsloser. Der bevorstehende Winter stellt die Hilfsorganisationen vor große Schwierigkeiten. In vielen Kriegsregionen gibt es weder Strom noch Wasser.

Luftangriff auf Krankenhaus in Syrien: Mindestens 30 Menschen starben

Symbolfoto: © Katharina Wieland Müller | pixelio.de

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Am Donnerstag sind in Syrien bei einem Luftangriff auf ein Krankenhaus in Aleppo mindestens 30 Menschen ums Leben gekommen und 50 weitere zum Teil schwer verletzt worden. In Aleppo haben Kampfjets eines der letzten Krankenhäuser der Stadt – das Al-Quds – angegriffen. Unter den Opfern befinden sich Frauen und Kinder, berichtete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Das betroffene Krankenhaus wird von der Hilfsorganisation „Ärzte ohne Grenzen“ unterstützt. Die Organisation äußerte sich bestürzt über den Angriff und verurteilte diesen scharf. Das angegriffene Krankenhaus befindet sich in einem Stadtteil, der zur Zeit von Rebellen kontrolliert wird. Welche Armee das Krankenhaus angegriffen hat ist noch unklar. Für die Angriffe in den letzten Tagen wurden die Regierungstruppen des Machthabers Assad verantwortlich gemacht.

Die geltende Waffenruhe hat in Aleppo keine Gültigkeit. In den letzten Tagen starben 85 Zivilisten bei Luftangriffen. Der Sondergesandte der Vereinten Nationen sagte am Donnerstag, dass die Gefahr besteht, dass die Waffenruhe jederzeit zu Ende sein könnte. Ende Februar hatten sich die USA und Russland zusammen mit dem syrischen Regime auf eine Waffenruhe geeinigt. Ausgeschlossen von der Waffenruhe sind terroristische Gruppen wie der Islamische Staat (IS) und die radikale Al-Nusra-Front.

Der Bürgerkrieg in Syrien tobt inzwischen seit knapp fünf Jahren. In dem blutigen Krieg starben mehr als 250.000 Menschen.

Syrien: Rebellenführer wurde bei Luftangriff getötet

Symbolfoto: © burntimes

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Einer der einflussreichsten Rebellenführer ist in Syrien bei einem Luftangriff ums Leben gekommen. Die syrischen Rebellen teilten mit, dass sie Russland für den Angriff auf Sahran Allusch verantwortlich machen. Der Rebellenführer war der Chef in der Damaskus-Region. Er gehörte zu der Miliz Dschaisch al-Islam. Der Vorfall ereignete sich in Ost-Ghuta, nahe der syrischen Hauptstadt Damaskus. In diesem Gebiet versuchen zur Zeit die Truppen von Machthaber Assad die Gewalt zurück zu erlangen. Die Syrische Nationale Koalition bestätigte den Tod ihres Rebellenführers über den Kurznachrichtendienst Twitter. Die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte teilte mit, das Sahran Allasch mit fünf weiteren Begleitern während eines gemeinsamen Treffens ums Leben kam.

Unklar ist noch wer genau für den Luftangriff verantwortlich ist. Offiziell heißt es aber bereits, dass Russland den Rebellenführer getötet hat. Damit würde Russland den Kurs des syrischen Diktators Assad weiter stärken.

Afghanistan: US-Armee soll Krankenhaus angegriffen haben –– 19 Tote

Symbolfoto: © burntimes.com

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Die US-Armee soll für den Tod von 19 Menschen in einem Krankenhaus im afghanischen Kundus verantwortlich sein. Die Vereinten Nationen halten den Angriff für unentschuldbar und kriminell. Die Organisation „Ärzte ohne Grenzen“ war in der Vergangenheit schon in vielen Kriegen im Einsatz. Daher werden allen Konfliktparteien im Voraus mitgeteilt, wo sich ihre Hilfszentren befinden. In Kundus hatte das die Organisation in der Vergangenheit mehrfach, in den letzten Wochen mit genauen GPS-Koordinaten, gemacht. Trotzdem wurde das Krankenhaus bei amerikanischen Luftangriffen mehrfach getroffen. Auch nachdem das amerikanische und das afghanische Militär in Kabul darüber informiert wurden dauerten die Angriffe noch mehr als 30 Minuten an.

Die Organisation „Ärzte ohne Grenzen“ verlangt Aufklärung darüber, wie es zu dem schrecklichen Vorfall kommen konnte. Bei dem Angriff in der Nacht zu Samstag wurden 19 Menschen getötet, darunter zwölf Mitarbeiter und sieben Patienten – unter ihnen auch drei Kinder. Weitere 37 Menschen wurden zum Teil schwer verletzt – 19 davon sind Mitarbeiter von „Ärzte ohne Grenzen“. „Dieser Angriff ist eine abscheuliche und schwere Verletzung internationalen humanitären Rechts“, sagte Meinie Nicolai, die Präsidentin von „Ärzte ohne Grenzen“.

Aus den USA hieß es, dass möglicherweise ein Flugzeug des Typs AC-130 für den Kollateralschaden im Krankenhaus verantwortlich war. Dies werde untersucht, hieß es am Samstag. Das amerikanische Verteidigungsministerium sprach von einem tragischen Vorfall. Das Krankenhaus wurde durch das Bombardement nahezu vollständig zerstört. Auch die Vereinten Nationen kritisieren den Angriff scharf. „Krankenhäuser, in denen sich Patienten und medizinisches Personal befinden, dürfen niemals zum Angriffsziel werden“, sagte der UN-Sondergesandte für Afghanistan, Nicholas Haysom.

Sollte sich der Angriff auf das Krankenhaus als vorsätzlich herausstellen, könnte der Luftangriff ein Kriegsverbrechen darstellen.

Nord-Syrien: USA töten hochrangigen Al-Kaida-Chef

An MQ-1B Predator unmanned aircraft takes off for a training mission at Creech Air Force Base, Nev.

An MQ-1B Predator unmanned aircraft takes off for a training mission at Creech Air Force Base, Nev.

Einer der meitgesuchten Al-Kaida-Terroristen ist tot. Die USA bestätigten, dass Muhsin al-Fadhli bereits vor zwei Wochen bei einem US-Luftangriff im Norden Syriens ums Leben kam. Der getötete war einer der wenigen Vertrauten von Osama bin Laden. Außerdem war er der Anführer der Chorasan-Gruppe. Diese extremistische Gruppierung ist eng mit Al-Kaida verbündet. Das US-Außenministerium hatte auf Muhsin al-Fadhli ein Kopfgeld in Höhe von sieben Millionen Dollar ausgesetzt. Am 8. Juli kam der Terrorist bei einem US-Luftangriff in der Nähe von Sarmada im Norden Syriens ums Leben, bestätigte das Pentagon in einer schriftlich herausgegeben Stellungnahme. Muhsin al-Fadhli wurde ins Visier genommen, als er in einem Fahrzeug in der Nähe der Grenze zur Türkei unterwegs war. Sein Tod wird die laufenden Operationen von Al-Kaida gegen die USA und ihre Verbündeten schwächen und zerstören, hieß es aus dem Pentagon. Der US-Fernsehsender CNN beichtete, dass der Terrorist von einer umbenannten Drohne getötet wurde.

Riesiges Manöver in Russland: Putin entsendet 259 Kampfflugzeuge und 12.000 Soldaten

Symbolfoto: © burntimes

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Wladimir Putin hat ein viertägiges Manöver der russischen Luftwaffe angekündigt. Es handelt sich um ein gewaltiges Manöver mit 259 Kampfflugzeugen und 12.000 beteiligten Soldaten. Nahezu zeitgleich begann die Nato am Pfingstmontag mit ihren ebenfalls groß angelegten Luftmanövern – unter dem Titel „Arctic Challenge Exercise 2015“. Das russische Manöver wurde jedoch nicht angekündigt. Der russische Präsident und Oberbefehlshaber Putin ordnete das viertägige Manöver am Montag spontan an, teilte der russische Verteidigungsminister Schoigu mit. Die Übung findet bis einschließlich Donnerstag im Uralgebiet und in Sibirien statt. Geübt werden soll vor allem die Verteidigung gegen feindliche Luftangriffe. Langstreckenbomber werden unter anderem den Raketenbeschuss von Zielen am Boden trainieren.

In den letzten Monaten hatte Russland verstärkt die Gefechtsbereitschaft der Soldaten geprüft. Die Nato bezeichnet die Manöver als Provokationen, angesichts der Spannungen zwischen Russland und dem Westen, wegen der Krise in der Ukraine. Experten gehen davon aus, dass das russische Manöver eine Reaktion auf die großangelegte Übung der Nato ist. An den am Montag beginnenden Nato-Manövern beteiligen sich die Deutschland, die USA, Frankreich, Norwegen, Großbritannien, die Niederlande sowie Schweden, Finnland und die Schweiz. Die Manöver der Nato finden in Skandinavien statt und werden bis zum 4. Juni andauern. An der Nato-Übung sind mehr als 100 Kampfflugzeuge und knapp 4.000 Soldaten beteiligt. Das Ziel der Nato-Manöver ist es, dass die Planung und Durchführung umfangreicher Lufteinsätze trainiert wird. Das Großmanöver findet angesichts der zunehmenden Spannungen mit Russland und der Rivalität um die Bodenschätze im Polargebiet statt.

Am Pfingstmontag wurde dem CDU-Politiker Wellmann am Flughafen von Moskau die Einreise nach Russland verweigert. Am Flughafen wurde ihm mitgeteilt, dass in Russland bis 2019 ein Einreiseverbot gegen ihn besteht. Er sagte, dass seine ukrainefreundliche Haltung zu dem Vorfall geführt haben könnte. Wellmann ist Vorsitzender der deutsch-ukrainischen Parlamentariergruppe und war für die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) als Wahlbeobachter in der Ukraine. Die Bundesregierung äußerte sich empört über das Einreiseverbot gegen Wellmann. Ein Sprecher des Außenministeriums bezeichnete die Maßnahme als „unverständlich und inakzeptabel“. Die Bundesregierung fordert und erwartet die Aufhebung der Einreiseverweigerung. Das Außenministerium habe nach dem Vorfall umgehend den russischen Botschafter Rüdiger Freiherr von Fritsch einberufen und er sei unverzüglich beim russischen Außenministerium vorstellig geworden, hieß es am Montagabend aus Berlin.