Flüchtlingskrise: Der Start des Flüchtlingspakts stellt Griechenland vor Schwierigkeiten

Symbolfoto: © Initiative Echte Soziale Marktwirtschaft (IESM)    | pixelio.de

Symbolfoto: © Initiative Echte Soziale Marktwirtschaft (IESM) | pixelio.de

Der Flüchtlingspakt zwischen der Türkei und Griechenland ist am Sonntag in Kraft getreten. Am Freitag einigte man sich auf den Beschluss – am Ende des EU-Gipfels. Seit Sonntag sollen Schutzsuchende, die über die Türkei nach Griechenland kamen, zurückgeführt werden. Das hält die Flüchtlinge jedoch nicht davon ab zu fliehen. Am Sonntag kamen weiterhin zahlreiche Boote auf Lesbos an. Insgesamt 875 Menschen setzen zu Griechenland – von der türkischen Küste aus – über. Diese Schutzsuchenden werden wie erwähnt, nach dem neu geltenden EU-Abkommen wieder zurückgeschickt in die Türkei. Die Flüchtlinge teilten mit, dass sie das neue Abkommen kennen. Dennoch hoffen sie weiterreisen zu können. Die Umsetzung des Flüchtlingspakts gestaltet sich für Griechenland als schwierig. Der Plan lässt sich nicht innerhalb eines Tages umsetzen, weil es beispielsweise an Asylentscheidern Sicherheitspersonal und an Dolmetschern fehlt.

Die Behörden in Brüssel und die Bundesregierung Deutschland stellten Griechenland bereits Hilfe in Aussicht. Ab dem 5. April wird die Umsiedlung von bis 72.000 syrischen Kriegsflüchtlingen aus der Türkei nach Europa umgesetzt. Unklar ist noch welche europäischen Länder wieviele Schutzsuchende aufnehmen. Im Lager in Idomeni, an der Grenze zu Mazedonien, halten sich noch immer 12.000 Schutzsuchende unter menschenunwürdigen Bedingungen auf.

Die Menschenrechtsorganisation Pro Asyl kündigte Widerstand gegen das neue Abkommen an. Sie wollen die gezwungene Rückführung von Griechenland in die Türkei, auch gegen den Willen der Schutzsuchenden, nicht akzeptieren.

Flüchtlingskrise: Mindestens 36 Flüchtlinge sind vor der türkischen Küste ertrunken

Symbolfoto: © Andreas Hermsdorf | pixelio.de

Symbolfoto: © Andreas Hermsdorf | pixelio.de

Im Mittelmeer haben sich vor der türkischen Küste zwei folgenschwere Schiffsunglücke ereignet. Die Flüchtlinge befanden sich bei schlechtem Wetter auf der Überfahrt von der Türkei nach Griechenland. Türkische Polizisten entdeckten 29 Leichen an den Stränden der westlichen Region Balikefir, gegenüber der griechischen Insel Lesbos. Weitere sieben Leichen wurden aus der eiskalten Ägäis geborgen. Unter den Toten waren auch mehrere Kinder. Aufgrund sehr starker Winde war ein Schiff mit 22 Flüchtlingen an Bord in der Region Dikili gekentert. Die meisten der Passagiere wurden tot am Strand gefunden, so die Grenzschützer. Auf den verbreiteten Bildern waren die Leichen von Kindern zu sehen, die über ihrer Kleidung Rettungswesten getragen haben. Das zweite Unglück ereignete sich, als in ein Schlauchboot mit 58 Flüchtlingen an Bord Wasser eintrat. Mindestens zwölf Menschen ertranken, darunter auch Frauen und Kinder. Viele der geretteten Flüchtlinge wurden unterkühlt in ein Krankenhaus eingeliefert. Es ist noch unklar, wie viele Schiffe am Dienstag im Mittelmeer gekentert sind. Die beiden Unglücke waren die folgenschwersten im neuen Jahr. Im vergangenen Jahr starben mindestens 700 Flüchtlinge bei dem Versuch das Mittelmeer zu überqueren.

Regierung in Ungarn öffnet Bahnhof in Budapest –– Regierungschef sieht Problem in Deutschland

Symbolfoto: © Karl-Heinz Liebisch  | pixelio.de

Symbolfoto: © Karl-Heinz Liebisch | pixelio.de

Polizisten und andere Sicherheitskräfte haben sich am Donnerstagmorgen vom Bahnhof in Budapest zurückgezogen. Die Regierung in Ungarn teilte mit, dass sie den Bahnhof in Budapest wieder freigegeben hat. Hunderte Menschen drangen seitdem bereits in wartende Züge. Die Züge sollen die Flüchtlinge allerdings nicht nach Österreich oder Deutschland bringen, sondern in ungarische Aufnahmestellen für Asylbewerber. Am Donnerstagmittag hat auch ein erster Zug den Budapester Bahnhof in Richtung Österreich verlassen. Zur Stunde ist der Platz vor dem Bahnhof in Budapest nahezu geleert. Die Flüchtlinge bestiegen völlig überfüllte Züge. Kinder wurden teilweise durch Fernster in die Züge gedrängt. Der ungarische Bahnbetreiber gab bekannt, dass es zur Zeit keine Direktverbindungen von Budapest nach Westeuropa gibt. Die österreichische Polizei erklärte, dass keine Züge vom Ostbahnhof in Budapest nach Wien verkehren.

Die ungarischen Behörden hatten bereits am Montag tausenden Flüchtlingen überraschend die Reise in Zügen nach Österreich und Deutschland erlaubt. Ungarn hat für 20 Millionen Euro eine Grenzmauer mit Stacheldraht errichten lassen, die den Flüchtlingen die Weiterreise erschwert (wir berichteten). Der Regierungschef teilte mit, dass das Ziel sei die illegalen Grenzüberschreitungen bis Mitte September auf null zu senken. Um die bestehende Grenzmauer herum soll noch eine zweite gebaut werden. Die Grenzmauer befindet sich entlang der Grenze zu Serbien. Der ungarische Regierungschef will am Donnerstag in Brüssel um Hilfe in der Flüchtlingskrise bitten. Der ungarische Regierungschef Viktor Orban sieht die Zuspitzung der Flüchtlingskrise in Deutschland. Orban sagte, dass es kein europäisches, sondern ein deutsches Problem sei. Er stelle klar, dass keiner der Flüchtlinge in Ungarn bleiben möchte, sondern nach Deutschland will.

Bahnhof in Budapest wurde für Flüchtlinge gesperrt: Sie sitzen fest

Symbolfoto: © Initiative Echte Soziale Marktwirtschaft (IESM)    | pixelio.de

Symbolfoto: © Initiative Echte Soziale Marktwirtschaft (IESM) | pixelio.de

In der ungarischen Hauptstadt Budapest sitzen tausende Flüchtlinge fest. Der Bahnhof wurde für Flüchtlinge gesperrt. Es dürfen zur Zeit nur noch Touristen und Einheimische in die Züge nach Österreich und Deutschland einsteigen. Flüchtlingen wurde untersagt das Bahnhofsgebäude zu betreten. Die ungarische Polizei befindet sich mit einem Großaufgebot an dem Bahnhof. Am Montagabend wurden in München 900 Asylsuchende und in der Nacht zu Dienstag noch einmal 1.400 weitere Flüchtlinge am Hauptbahnhof registriert, wie die Behörden mitteilten. Den Wiener Bahnhof erreichten 3.650 Flüchtlinge. Die meisten hatten sich von Wien aus auf die Weiterreise nach Deutschland begeben.

Am Montag hatte die Budapester Polizei kapituliert und die Züge freigegeben. In München wurde der Nordeingang und der Bahnhofsvorplatz gesperrt. Dort werden die Flüchtlinge mit Getränken und Essen versorgt. Passanten bringen Kuchen und andere Leckereien vorbei. Die Stimmung vor Ort sei sehr entspannt, hieß es. Die Asylsuchenden sind glücklich endlich in Deutschland angekommen zu sein.

Unterdessen warten auf der griechischen Insel Lesbos seit Tagen mehr als 15.000 Flüchtlinge auf ihre Weiterreise. Die Lage auf der Insel hat sich dramatisch zugespitzt. Die Flüchtlinge sind auf sich allein gestellt.