WM 2006 in Deutschland: DFB bezeichnet Korruptionsvorwürfe als haltlos

Symbolfoto: © Hasan Anac   | pixelio.de

Symbolfoto: © Hasan Anac | pixelio.de

Am Freitag wurde bekannt, dass die Vergabe der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 nur durch Schmiergelder erfolgt sein soll. Das Geld soll der frühere Adidas-Chef Robert Louis-Dreyfus zur Verfügung gestellt haben. Bereits vor der WM-Vwergabe wurde eine schwarze Kasse mit rund 6,7 Millionen Euro eingerichtet. Davon soll neben Franz Beckenbauer auch der Chef des Bewerbungskomitees Wolfgang Niesbach, der heutige Präsident des Deutschen Fußball-Bundes Bescheid gewusst haben. Die 6,7 Millionen Euro wurden offenbar eingesetzt, um sich die Stimmen der asiatischen Vertreter im Exklusivkomitee der Fifa zu sichern.

Im Jahr 2000 wurde Deutschland der Zuschlag erteilt. Vier Stimmen aus Asien waren entscheidend für die Ausrichtung der Fußball-WM 2006 in Deutschland, hieß es am Freitag. Sollte sich der Verdacht einer schwarzen Kasse und des damit verbundenen Stimmenkaufs bestätigen, hätte der Fußball in Deutschland neue Ausmaße erreicht. Der ehemalige Chef von Adidas, Robert Louis-Dreyfus, verstarb im Jahr 2009 und forderte das geliehene Geld ein paar Jahre vor seinem Tod zurück. Der DFB bestätigte, dass die Summe im Jahr 2005 an die Fifa gegangen sei. Das Geld sei gedacht gewesen für ein Fifa-Kulturprogramm, hieß es. Der DFB will sich zunächst nicht äußern bezeichnete die Vorwürfe jedoch als haltlos.

Es gibt schon länger Indizien dafür, dass bei den Weltmeisterschaften 1998 in Frankreich und 2010 in Südafrika Geld geflossen sein soll. Auch die kommenden Weltmeisterschaften in Russland (2018) und in Katar (2022) stehen im Verdacht.

Fotos von Geiselnahme: Türkei sperrt Twitter und YouTube

Symbolfoto: © Wikimedia Commons | wikipedia

Symbolfoto: © Wikimedia Commons | wikipedia

Die türkischen Behörden haben am Montagnachmittag die Internetzugänge für YouTube und Twitter blockiert. Seit dem frühen Nachmittag sind in der Türkei Twitter und Youtube nicht mehr erreichbar. Die Regierung hat die Sperrung veranlasst. Die Staatsanwaltschaft hatte die Sperrung der Internet-Dienste gefordert, nachdem Fotos eines entführten und getöteten Staatsanwalts veröffentlicht worden sind, teilte ein Sprecher von Präsident Recep Erdogan mit. Zahlreiche türkische Nutzer beklagten sich darüber, dass die Dienste nicht mehr aufrufbar waren. Facebook war für kurze Zeit ebenfalls gesperrt. Nachdem Facebook die Bilder von der Geiselnahme entfernte, wurde die Sperre wieder aufgehoben. In den sozialen Medien waren vor der Sperrung Fotos von der Tat veröffentlicht worden. Auf den Bildern war zu erkennen, wie die beiden Geiselnehmer dem Staatsanwalt eine Pistole an den Kopf hielten. Der Staatsanwalt und die beiden Geiselnehmer wurden bei der Geiselnahme getötet (wir berichteten).

Die Türkei hat damit bereits zum zweiten Mal den Internetzugang zur Videoplattform YouTube und zum Kurznachrichtendienst Twitter blockiert. Im März vergangenen Jahres, im Vorfeld der Kommunalwahlen wurde der Zugang zu Twitter und YouTube zeitweise blockiert, weil auf verschiedenen Internetseiten Tonaufnahmen veröffentlicht worden sind, die Korruptionsvorwürfe im näheren Umfeld des damaligen Ministerpräsidenten Erdogan belegt haben. Erdogan hatte erst letzten Freitag ein Gesetzespaket unterschrieben, das den Behörden in der Türkei eine schärfere Überwachung des Internets ermöglicht.