Duisburg: Loveparade-Katastrophe wird nun doch vor Gericht verhandelt

Symbolfoto: © Thorben Wengert | pixelio.de

Knapp sieben Jahre nach der Loveparade-Katastrophe in Duisburg am 24. Juli 2010 mit 21 Toten und 652 Verletzten wird die Schuldfrage in einem Strafprozess geklärt. Das hat das Düsseldorfer Oberlandesgericht am Montag entschieden. Die Anklage wurde gegen insgesamt zehn Angeklagte zugelassen. Bei dem Techno-Festival Loveparade war es 2010 in Duisburg zu einer Massenpanik gekommen. Viele Angehörige hoffen durch den Prozess ein schreckliches Kapitel in ihrem Leben endlich abschließen zu können. Sie hoffen, dass ihnen endlich jemand sagen kann, warum ihre Kinder, Enkelkinder, Verwandte und Freunde sterben mussten und vor allem wer dafür verantwortlich ist. Die juristische Aufarbeitung wird jedoch einige Zeit in Anspruch nehmen und ist langwierig. Bis zum 27. Juli 2020 soll ein Urteil gefällt werden. Wenn es nun zu keiner Verurteilung kommt, tritt nach zehn Jahren die Verjährung ein.

Nach Angaben des früheren Bundesinnenministers Gerhart Baum (FDP) kam es auch zu einem Organisationsverschulden der dafür zuständigen Behörden. Der Zugang zum damaligen Gelände, durch einen Tunnel, ist heute eine Gedenkstätte. Blumen, Bilder und Kerzen weisen auf den Tod von 21 Menschen hin.

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239 Schutzsuchende sind vor der libyschen Küste ertrunken

Symbolfoto: © Andreas Hermsdorf | pixelio.de

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Im Mittelmeer hat sich eine weitere Flüchtlingskatastrophe ereignet. Die Vereinten Nationen (UN) teilten mit, dass 239 Schutzsuchende im Mittelmeer vermisst werden, unter ihnen auch zahlreiche Frauen und Kinder. Bisher wurden zwölf Leichen, darunter auch Kinder, aus dem Wasser gezogen. Zwei Schiffe waren in der Nacht zu Donnerstag im Mittelmeer verunglückt. Lediglich 31 Passagiere überlebten von den beiden betroffenen Schiffen die Havarien und konnten in der Nacht zu Donnerstag in Lampedusa an Land gebracht werden. Die Suche nach den Vermissten, 25 Kilometer vor der libyschen Küste, gestaltet sich aufgrund von schlechtem Wetter als schwierig, teilte die Küstenwache mit. Die meisten Überlebenden stammen aus Guinea.

Im Mittelmeer ertrinken immer wieder Schutzsuchende bei den lebensgefährlichen Versuchen nach Europa zu gelangen. In diesem Jahr starben bisher, offiziellen UNO-Angaben zufolge, mindestens 3.800 Menschen bei der Flucht über das Mittelmeer. Im gesamten letzten Jahr gab es 3.771 Tote. Obwohl sich die Anzahl an Schutzsuchenden, die Europa über den Seeweg erreichen wollen, im laufenden Jahr halbiert hat, ist die Anzahl an Todesfällen gestiegen.

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Schweres Zugunglück in Süditalien: Mindestens 23 Tote und 50 Verletzte

Symbolfoto: © Peter Freitag | pixelio.de

Symbolfoto: © Peter Freitag | pixelio.de

In Süditalien hat sich am Dienstagvormittag um 11.30 Uhr ein schweres Zugunglück ereignet. Der Bürgermeister der Stadt Dorado schrieb am Dienstagmittag auf Facebook, dass es so wäre, als ob ein Flugzeug abgestürzt wäre. Zwei Pendelzüge kollidierten auf einer eingleisigen Strecke zwischen der apulischen Ortschaft und dem nahegelegenen Andria frontal miteinander. Mindestens 23 Menschen kamen bei dem Unglück ums Leben und 50 weitere Passagiere wurden zum Teil schwer verletzt. Die Opferzahl kann noch weiter ansteigen, da Rettungseinheiten in den Trümmern noch immer nach möglichen Opfern suchen. Die Unglücksursache ist noch unklar. Zum Zeitpunkt der Kollision herrschte gutes Wetter. Vermutlich ist das Zugunglück auf menschliches Versagen zurückzuführen. Einer der beiden am Unglück beteiligten Züge hatte am Bahnhof auf ein grünes Signal gewartet. Nachdem dieses erteilt wurde, fuhr der Zug los und kollidierte wenig später frontal mit einer entgegenkommenden Bahn. Die beiden Pendelzüge waren zum Zeitpunkt der Kollision voll besetzt mit Pendlern, Studenten, Schülern und Reisenden. Eigentlich hätte das Unglück nicht passieren dürfen, weil die betroffene Strecke über ein elektronisches Warnsystem verfügt. Die italienische Regierung teilte mit, dass diese schreckliche Tragödie lückenlos aufgeklärt wird.

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Schwere Überschwemmungen in Bayern: Katastrophenalarm im Kreis Weilheim-Schongau

Symbolfoto: © M. Großmann | pixelio.de

Symbolfoto: © M. Großmann | pixelio.de

Im bayerischen Landkreis Weilheim-Schongau wurde vom zuständigen Landratsamt Katastrophenalarm ausgelöst. Besonders stark vom Hochwasser betroffen sind die Gemeinden Peißenberg und Polling. Angehörige samtner verfügbarer Hilfsorganisationen wurden inzwischen aufgefordert, sich in das Hochwassergebiet zu begeben, um beim Füllen von Sandsäcken zu helfen. Im Großeinsatz befinden sich derzeit das Technische Hilfswerk, Wasserwacht, Bergwacht und alle Feuerwehren der Region. Zur Zeit gibt es in der Gemeinde Polling großflächige Überschwemmungen, Straßen sind überflutet und Keller vollgelaufen. Teilweise steht das Wasser kniehoch in den Straßen. Besonders schwer betroffen sind momentan die Ortschaften Oberhausen und Polling mit Ortsteil Etting. Die Bundesstraße 472 ist komplett überflutet und vollgesperrt. Außerdem wurde nach einem Musenabgang die Bahnstrecke München-Mittenwald komplett gesperrt.

Das zuständige Landratsamt hat inzwischen die Bundeswehr zur Verstärkung angefordert. Die Soldaten sollen die Einsatzkräfte unterstützen und entlasten.

Die Hilfsbereitschaft in der Bevölkerung ist riesig. Am Bauhof in Peißenberg werden seit 10 Uhr Sandsäcke gefüllt. Eine Unwetterfront hatte am Samstagabend in Teilen Bayerns erneut für Überschwemmungen gesorgt.

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Niederbayern: Vier Tote bei Überschwemmungen

Symbolfoto: © burntimes

Symbolfoto: © burntimes

Bei dem Hochwasser in Niederbayern sind in einem Haus drei Menschen ums Leben gekommen. Taucher haben am Mittwoch die Leichen in einem überschwemmten Haus in Simbach am Inn entdeckt. Eine weitere Leiche wurde am Mittwochabend in einem Bach gefunden. In mehreren Gemeinden im Landkreis Rottal-Inn wurde Katastrophenalarm ausgelöst, in Passau der Katastrophenfall. Der anhaltende Regen hat in weiten Teilen Niederbayerns zu schweren Überschwemmungen geführt. In einigen Gemeinden wurden ganze Straßen weggespült. 9.000 Haushalte waren zeitweilig ohne Strom. Der Ort Triftern mit seinen 5.000 Einwohnern war zeitweise von der Außenwelt abgeschnitten, weil alle Zufahrtswege und Brücken weggespült worden waren. Zu dem Zeitpunkt befanden sich in einer Schule des Ortes noch 50 Kinder. Es ist noch unklar, ob sie die Nacht in der Schule verbringen müssen oder doch noch zurück nach Hause gebracht werden.

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Flüchtlingskatastrophe im Mittelmeer: Hunderte Tote befürchtet

Symbolfoto: © Andreas Hermsdorf | pixelio.de

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Erneut hat sich eine Katastrophe im Mittelmeer ereignet. Der italienische Außenminister teilte mit, dass bei der Tragödie mehr als 400 Schutzsuchende im Mittelmeer ertranken. Die betroffenen Flüchtlinge waren aus Ägypten gestartet und gerieten bei der gefährlichen Überfahrt nach Italien in Seenot. Das teilte auch der Fernsehsender BBC mit. Er berief sich dabei auf Angaben des somalischen Botschafters in Kairo. Das UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) konnte das Unglück zunächst weder bestätigen noch dementieren und ist um Bestätigung bemüht, hieß es am Montagabend.

Die italienische sowie die griechische Küstenwache hatten das Kentern des Bootes nicht beobachtet und haben daher keinerlei Informationen darüber. Es gibt jedoch gesicherte Informationen zu der Katastrophe. Wenn sich die Meldungen bestätigen, handelt es sich um die schlimmste Flüchtlingskatastrophe seit einem Jahr. Vor rund einem Jahr kenterte vor der Küste Libyens ein Schiff mit Schutzsuchenden. 800 Menschen ertranken, darunter auch Frauen und Kinder. Kurz darauf einigte sich die EU während eines Sondergipfels darauf, dass die Mittel für die Seenotrettung verdreifacht werden.

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Erdbeben-Katastrophe in Ecuador: Mindestens 233 Menschen starben

Symbolfoto: © Wikimedia Commons | wikipedia

Symbolfoto: © Wikimedia Commons | wikipedia

In Ecuador hat sich ein schweres Erdbeben der Stärke 7,8 auf der Richterskala ereignet. Es herrscht nach dem schweren Erdbeben der Ausnahmezustand. Mindestens 233 Menschen kamen ums Leben. Die Behörden befürchten, dass die Opferzahlen noch deutlich ansteigen werden. Nachdem Erdbeben hatte das Pazifische Tsunami-Warnzentrum für Ecuador und das Nachbarland Peru eine Warnung herausgegeben. Diese wurde jedoch wenig später wieder zurückgenommen. Die Regierung selbst gab zunächst keine entsprechende Warnung heraus. Die Behörden riefen die Bewohner der Küstenregionen in Ecuador allerdings auf, die Gebiete zu verlassen. In der Hafenstadt Guayaquil kam es zu schweren Beschädigungen an Gebäuden.

In den sozialen Netzwerken sind Fotos von eingestürzten und schwer beschädigten Gebäuden zu sehen. In Esmeralda sind alleine 71 Häuser eingestürzt. Zahlreiche Menschen wurden verschüttet. Die Menschen graben vielerorts mit den bloßen Händen nach Vermissten in den Trümmern. Der Flughafen von Manta wurde geschlossen, weil der Tower schwere Schäden erlitten hat. Die Erdbebenwarte teilte mit, dass sich das Erdbeben in der Nacht zu Samstag in 28 Kilometern Tiefe ereignete. Die Erschütterungen waren auch in der 170 Kilometer entfernten Hauptstadt Quito, für etwa 40 Sekunden lang, zu spüren und auch bis nach Kolumbien. Die Stadt Pedernales mit seinen rund 50.000 Einwohnern ist besonders schlimm betroffen und von der Außenwelt abgeschnitten. Der dortige Bürgermeister sagte, dass es nicht um den Einsturz eines Hauses, sondern einer ganzen Stadt ginge.

Anwohner rannten in Panik auf die Straße. Das Handy- und Stromnetz war durch das Beben zeitweilig ausgefallen. Außerdem kam es zu Erdrutschen, die Brücken zerstörten und Straßen unpassierbar machten. Die Regierung von Ecuador entsandte 10.000 Soldaten und 3.500 Polizisten in die betroffenen Gebiete. Der nationale Katastrophenfall wurde ausgerufen. Für sechs Provinzen wurde der Ausnahmezustand verhängt. Es war das Stärkste Erdbeben in Ecuador seit 1979.

Erdbeben sind in Ecuador zuletzt immer seltener und weniger heftiger als beispielsweise in Chile gewesen. Der einzige noch aktive Vulkan der Cordillera Occidental ist der 4.778 m hohe Guagua Pichincha östlich von Quito. Cotopaxi, Tungurahua und Sangay sind die aktiven Vulkane der Cordillera Central. Momentan werden elf Vulkane Ecuadors aktiv überwacht, davon sind der Cotopaxi, der Guagua Pichincha und der Tungurahua als gefährlich eingestuft.

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Grenzüberquerung bei Idomeni: Mazedonische Armee verhaftet Flüchtlinge

Symbolfoto: © Initiative Echte Soziale Marktwirtschaft (IESM)    | pixelio.de

Symbolfoto: © Initiative Echte Soziale Marktwirtschaft (IESM) | pixelio.de

Die Situation im nördlichen Griechenland wird immer angespannter: Mazedonische Sicherheitskräfte haben am Montag hunderte Schutzsuchende festgenommen, die sich vom griechischen Auffanglager Idomeni selbstständig auf den Weg nach Mazedonien begaben. Dabei durchquerten sie unter anderem den Grenzfluss Suva Deka. In diesem Grenzfluss sind am Montagmorgen bereits drei Flüchtlinge bei der Überquerung ertrunken. Rund 20 weitere Schutzsuchende konnte die mazedonische Polizei vor dem Ertrinken retten. In Mazedonien wurden anschließend mehrere hundert Schutzsuchende festgenommen. Bis Montagabend hatten rund 2.000 Flüchtlinge den Grenzfluss, nach einem acht Kilometer langen Fußmarsch, überquert. Die Schutzsuchenden bildeten eine Menschenkette, um sich dadurch das Überqueren zu erleichtern und Frauen mit Kindern durch die starke Strömung zu helfen. Der von Mazedonien errichtete Grenzzaun ist an dieser Stelle noch nicht fertiggestellt. Die griechische Polizei hatte mehrfach versucht die laufenden Flüchtlinge zum stoppen. Dabei wendeten die Polizisten aus Griechenland keinerlei Gewalt an. Nach den Festnahmen sollen die Schutzsuchenden aus Mazedonien wieder zurück nach Griechenland geführt werden. Wie das verlaufen wird ist noch vollkommen unklar, ebenso ob Griechenland die Schutzsuchenden wieder aufnehmen wird.

Das Auffanglager in Idomeni ist nach tagelangem Dauerregen durchgeweicht. Es ist unmöglich dort unter menschenwürdigen Bedingungen zu leben. Die hygienischen Zustände sind miserabel. Zahlreiche Menschen, darunter auch Kinder leiden bereits unter Atemwegserkrankungen. Die Behörden riefen die Schutzsuchenden erneut auf, das Camp zu verlassen. Bisher sollen lediglich 1.000 Schutzsuchende diesem Aufruf gefolgt sein. Zur Zeit befinden sich in Idomeni 12.000 Schutzsuchende. Sie alle hoffen die Grenze eines Tages legal passieren zu können. Die meisten der Schutzsuchenden in Idomeni stammen aus den Kriegsgebieten in Syrien, Afghanistan und dem Irak.

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Germanwings-Katastrophe: Copilot war flugunfähig

Symbolfoto: © B767Muck | wikipedia

Symbolfoto: © B767Muck | wikipedia

Die französische Staatsanwaltschaft informierte in einer Pressekonferenz über den Stand der Dinge der Germanwings-Kakstrophe, die sich am 24. März 2015 ereignete und bei der alle 150 Passagiere ums Leben kamen. An Bord waren sechs Besatzungsmitglieder und 144 Passagiere, darunter 14 Schülerinnen und 2 Schüler der 10. Klasse sowie zwei Lehrerinnen des Joseph-König-Gymnasiums in Haltern am See. Insgesamt befanden sich 72 Deutsche an Bord der Maschine. Die Passagiere aus Haltern am See waren auf dem Rückflug von einem Schüleraustausch mit dem Institut Giola im spanischen Llinars del Vallès. Die Staatsanwaltschaft erklärte am Freitag, dass der Copilot nicht flugtauglich gewesen sei und stellte klar, dass Andreas L. an einer Psychose mit Sehstörungen litt. Er sei instabil gewesen, hatte eine Sehschwäche und befürchtete zu erblinden und war nicht in der Lage ein Flugzeug zu fliegen, teilte die französische Staatsanwaltschaft mit. Mehrere Ärzte hatten vor dem mutwilligen Absturz an der Flugtauglichkeit des Copiloten gezweifelt. Sie duften aufgrund der ärztlichen Schweigepflicht jedoch keine Informationen an den Arbeitgeber weiter melden. Der Copilot war im März diesen Jahres an zehn Tagen krankgeschrieben gewesen. In den letzten fünf Jahren hatte er 41 verschiedene Ärzte aufgesucht. Im letzten Monat vor dem Absturz war der CoPilot sieben Mal in ärztlicher Behandlung. Die französische Staatsanwaltschaft hat angekündigt Ermittlungen gegen die Lufthansa und Germanwings einzuleiten. Der Copilot hatte den Piloten aus dem Cockpit ausgesperrt und einen bewussten Sinkflug in den französischen Alpen eingeleitet. Damit hat er das Flugzeug absichtlich abstürzen lassen. Die französische Staatsanwaltschaft kündigte an drei Untersuchungsrichter zu beauftragen, und Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung gegen die Lufthansa und Germanwings einzuleiten.

Am Freitag brachte ein Konvoi von 16 Leichenwagen die Opfer der Germanwings-Katastrophe zu ihren Familien in Haltern am See. Der Konvoi passierte auch das Joseph-König-Gymnasium. Hier warteten viele Menschen, darunter zahlreiche Schüler mit weißen Rosen und Grablichtern in der Hand und drückten so ihre Anteilnahme aus.

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Mittelmeer: Europäische Schiffe retten am Wochenende 5.800 Flüchtlingen das Leben

Symbolfoto: © Andreas Hermsdorf | pixelio.de

Symbolfoto: © Andreas Hermsdorf | pixelio.de

Am Sonntag haben die italienische und die französische Marine den zweiten Tag in Folge tausende Menschen im Mittelmeer von überfüllten, maroden Schiffen in Sicherheit gebracht. Mindestens zehn Menschen starben jedoch. Die Küstenwache in Italien ist für die Einsatzleitung zuständig und koordiniert die Rettungseinsätze. Viele der geretteten Flüchtlinge waren in äußerst wackeligen und maroden Booten auf dem Weg nach Europa, bestätigte die italienische Küstenwache. Die zehn Leichen wurden bei drei verschiedenen Einsätzen geborgen. Bei einem Einsatz war ein Frachtschiff als erstes vor Ort. Die Helfer hatten nördlich von Tripolis 105 Überlebende gerettet und drei Leichen geborgen. Die Besatzung eines italienischen Marinehubschraubers sah unter anderem ein Schlauchboot, dem die Luft ausging und alarmierte die Küstenwache. Bei einem der Rettungseinsätze wurden 311 Menschen, darunter auch 16 Kinder vom Fischerboot einer Menschenschmugglerbande gerettet. Die Zunahme der Überfahrten von Flüchtlingsbooten in der wärmeren Jahreszeit wurde von Italien bereits im Vorfeld erwartet. Die maroden Boote werden überfüllt, damit die Menschenschmuggler-banden den maximalen Profit erzielen können. Jeder Flüchtling muss umgerechnet mehrere hundert Euro für die lebensgefährliche Überfahrt bezahlen. Die Schlepperbenden machen sich das durch den Krieg entstandene Chaos zu nutze. Die neuen Flüchtlinge bringen das Aufnahmelager auf Lampedusa an den Rand der Aufnahmekapazitäten. Zahlreiche Flüchtlinge wurden deshalb bereits nach Sizilien und auf das italienische Festland gebracht.

Erst im April ereignete sich zwischen der libyschen und der italienischen Insel Lampedusa erneut eine Flüchtlingskatastrophe bei der 700 Menschen, darunter auch Frauen und Kinder, im Mittelmeer ertrunken sind.

Seit Jahresbeginn erreichten bisher mehr als 21.000 Bootsflüchtlinge Italien. Die italienische Regierung bittet schon seit langem um mehr Hilfe aus Europa, um die Flüchtlingskrise unter Kontrolle zu bekommen. Die EU hat daraufhin in einer Krisensitzung beschlossen die Rettungsmission „Triton“ zu verstärken. Seit dem Jahresbeginn ertranken im Mittelmeer insgesamt 1.750 Flüchtlinge – das sind 30 Mal mehr wie im gleichen Zeitraum des letzten Jahres.

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