Gefängnisrevolte in Brasilien: Krieg unter Drogenbanden im Gefängnis fordert 60 Tote

Symbolfoto: © Wikimedia Commons | wikipedia

Hinter Gefängnismauern ist in einem brasilianischen Gefängnis ein Streit zwischen Drogenbanden eskaliert. Am Sonntag brachen bereits erste Kämpfe in der Haftanstalt Anísio Jobím in Manaus aus. Die Sicherheitsbehörden in Brasilien sprachen am Montagabend von 60 Todesopfern. In der Haftanstalt ist die Lage außer Kontrolle geraten. Rund 100 Gefangene sind aus dem Gefängnis geflüchtet. Insgesamt dauerten die Kämpfe etwa 17 Stunden an. Während dieser Zeit wurden zeitweilig zwölf Mitarbeiter der Haftanstalt als Geiseln festgehalten. Am Montag gegen 17 Uhr stürmten Spezialeinheiten schließlich die Haftanstalt und schlugen die Kämpfe nieder. Der Minister für öffentliche Sicherheit in Brasilien sprach am Abend von einem „Massaker“. Die Behörden teilten am Montagabend mit, dass sie die Kontrolle über das Gefängnis zurück erlangt haben. Bis dahin hatten sich in dem Gefängnis schreckliche Szenen abgespielt. Zahlreiche Häftlinge sind geköpft worden. Unklar ist auch am Montagabend noch, warum die Revolte ausbrach.

Es handelt sich um das zweitgrößte Massaker in einem Gefängnis in der Geschichte Brasiliens. Im Jahr 1992 starben bei einer Gefängnisrevolte in São Paulo 111 Häftlinge. Zuletzt kam es im Oktober 2016 zu Kämpfen im Gefängnis in Roraima. Dort wurden insgesamt 25 Menschen getötet. Einige von ihnen wurden bei lebendigem Leib verbrannt. Die Zustände in den brasilianischen Gefängnissen wurden weltweit immer wieder kritisiert. In den Gefängnissen gehören Folter, Überfüllung und Gewalt zum Alltag.

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Landesweite Waffenruhe im Bürgerkriegsland Syrien: Es gibt Bedingungen

Symbolfoto: © Katharina Wieland Müller | pixelio.de

Im Syrien-Krieg haben sich Russland und die Türkei am Donnerstag auf eine landesweite Waffenruhe geeinigt. Der russische Präsident Putin teilte mit, dass die syrische Regierung und die Opposition sich auf eine Waffenruhe verständigt haben. Diese soll ab Mitternacht gelten. Die Vereinten Nationen (UN) begrüßten die Waffenruhe und hoffen, dass die humanitäre Versorgung mit Hilfsgütern gewährleistet wird. Es gibt allerdings Bedingungen. Die Konfliktparteien versicherten sich gegenseitig, dass Angriffe gestoppt werden. Auch Luftangriffe sollen demnach eingestellt werden. Der türkische Staatspräsident bedankte sich am Donnerstagabend telefonisch bei Putin und dankte allen die, die Inaktive für eine Feuerpause unterstützt haben. Die oppositionelle Syrische Nationale Koalition rief am Donnerstag alle Rebellengruppen auf sich an die Abmachung zu halten. Russland setzte die Forderung durch, dass Machthaber Assad weiter im Amt bleibt. Die Türkei darf demnach den Norden Syriens kontrollieren, um damit ein Erstarken von Kämpfern der Verbotenen kurdischen Arbeiterpartei (PKK) zu verhindern. Die Freie Syrische Armee teilte bereits mit, dass sie das Abkommen befolgen wird, sie jedoch auf Verstöße der syrischen Armee reagieren wird. Von der Waffenruhe ausgenommen sind die Terroristen des „Islamischen Staats“ (IS) sowie die Nusra-Front.

Seit Beginn des Bürgerkriegs in Syrien sind mehr als 400.000 Menschen getötet worden. Mehr als vier Millionen Syrer sind aus ihrem Land geflohen.

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Syrien: 35.000 Menschen wurden aus Aleppo gebracht

Symbolfoto: © Katharina Wieland Müller | pixelio.de

Vor einer Woche begannen die Transporte der Zivilisten aus Aleppo. Die letzten Eingeschlossenen sollen am Donnerstag aus der umkämpften Stadt Aleppo gebracht worden sein. Damit soll Aleppo vollständig evakuiert worden sein. Damit ist die Stadt wieder unter der Kontrolle des Assad-Regimes. Die UN bestätigte, dass die Evakuierung größtenteils abgeschlossen sei und sprachen davon, dass die Endphase erreicht sei. Heftiger Schneefall mit Wind und der miserable Zustand der Busse, die für die Evakuierung verwendet wurden, haben den Zeitplan zurückgeworfen. Augenzeugenberichten zufolge mussten Menschen bei eisiger Kälte 36 Stunden lang ohne Essen und Trinken in den Bussen ausharren. Die humanitäre Lage ist aufgrund einer monatelangen Blockade katastrophal. Die Evakuierten wurden von Aleppo aus nach Rasmussa gebracht. Fünf Jahre Krieg haben bei den Betroffenen Spuren hinterlassen.

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Syrien: Waffenruhe in Aleppo wurde gebrochen

Symbolfoto: © Katharina Wieland Müller | pixelio.de

Die syrische Armee am Mittwoch den Beschuss auf Aleppo fortgesetzt und die Waffenruhe gebrochen. Die Truppen haben damit begonnen den belagerten Teil im Osten der Stadt mit schweren Waffen zu beschießen. Die Stadt Aleppo wurde weitestgehend von den regierungstreuen syrischen Truppen zurückerobert. Es war geplant, dass am Mittwochmorgen eingeschlossene Zivilisten und Rebellen aus der Stadt heraus gebracht werden. Bisher hat jedoch kein Zivilist oder Kämpfer die Stadt verlassen, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit. Die 20 wartenden Busse, die die Menschen aus der Stadt herausbringen sollten, sind inzwischen in ihre Depots zurückgekehrt. Zuerst sollten die Verletzten und Zivilisten aus der Stadt gebracht werden. Die Aktion hat jedoch nicht wie geplant stattgefunden.

Das Assad-Regime ist unzufrieden darüber, dass Russland eine Einigung mit den Rebellen ohne ihre Abstimmung verkündet hat. Die syrische Armee hatte zuletzt mehr als ein Drittel des Rebellengebietes im Osten Aleppos einnehmen können. Ost-Aleppo steht vor dem Fall. Die Vereinten Nationen (UN) warnen in diesem Zusammenhang vor einem gigantischen Friedhof. In Aleppo sind 100.000 Menschen auf einem Gebiet von nur noch fünf Quadratkilometern eingeschlossen.

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Aleppo: Vereinte Nationen warnen vor einem gigantischen Friedhof

Symbolfoto: © Katharina Wieland Müller | pixelio.de

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In der stark umkämpften syrischen Stadt Aleppo wurden allein in den letzten Tagen mehr als 70.000 Menschen vertrieben, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit. Mindestens 26 Menschen kamen bei dem Artilleriebeschuss ums Leben, darunter auch Kinder. Menschenrechtler machen das Assad-Regime und seine Truppen für die Toten verantwortlich. Am Dienstag starben durch einen Luftangriff zehn Menschen, die vor den Kämpfen fliehen wollten. Die syrische Armee hat in den letzten Tagen mehr als ein Drittel des Rebellengebietes im Osten Aleppos einnehmen können. Ost-Aleppo steht vor dem Fall. Die Vereinten Nationen (UN) warnen in diesem Zusammenhang vor einem gigantischen Friedhof. In Aleppo sind 100.000 Kinder hungernd eingeschlossen.

In einer Dringlichkeitssitzung des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen (UN) über eine längere Waffenruhe für das stark umkämpfte Aleppo wurden Standpunkte ausgetauscht und es wurde klar, dass es wenig Hoffnung auf eine schnelle Einigung gibt. Zahlreiche Länder forderten mit Hilfe einer Resolution eine zehntägige Feuerpause durchzusetzen. Zivilisten brauchen dringend eine Feuerpause, um mit dem Nötigsten versorgt zu werden. Außerdem wurden internationale Ermittlungen gegen das Assad-Regime gefordert. Dem Regime werden Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit vorgeworfen.

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Eskalation im Südsudan: Regierungssprecher spricht von Krieg

Symbolfoto: © Wikimedia Commons | wikipedia

Symbolfoto: © Wikimedia Commons | wikipedia

Die Kämpfe im Südsudan gehen weiter. Inzwischen starben mehr als 270 Menschen bei Kämpfen zwischen rivalisierenden Gruppen. Der fünfte Jahrestag der Unabhängigkeit wurde damit im Südsudan von schweren Gefechten überschattet. Der Regierungssprecher teilte am Sonntag mit, dass der Südsudan zurück im Krieg sei. Die Bundesregierung und mehrere andere Länder reagierten auf die Lage im Land und gaben Reisewarnungen heraus. Die jeweiligen Bürge wurden aufgefordert den Südsudan auf dem schnellsten Wege zu verlassen.

Der Generalsekretär der Vereinten Nationen (UN), Ban Ki Moon, verurteilte die Taten als „Verrat an der eigenen Bevölkerung“. Die Kämpfe begannen am Freitagabend am Palast des Präsidenten, als sich der regierende Präsident Salva Kiir mit dem früheren Rebellenführer Riek Machar zu einer gemeinsamen Pressekonferenz traf. Vor dem Präsidentenpalast und in mehreren umliegenden Stadtteilen kam es zu schweren Feuergefechten. Die Pressekonferenz wurde abgesagt.

Am 9. Juli 2011 war der Südsudan nach einem 20-jährigen Bürgerkrieg vom Sudan unabhängig geworden. Der andauernde Machtkampf zwischen Kiir und Machar eskalierte bereits im Jahr 2013. Seit dem starben zehntausende Menschen und mehrere Millionen Einwohner wurden in die Flucht getrieben. Weitere fünf Millionen Menschen sind akut von Hunger bedroht und auf Lebensmittelhilfen angewiesen.

Zuletzt hatte sich die Situation im Land beruhigt. Es waren die ersten Auseinandersetzungen seit August 2015. Am Sonntag dauerten die Gefechte weiter an. Die UN meldeten, dass Mörsergranaten und schwere Geschütze von den Rebellen verwendet werden. Ohne Frieden gibt es keine Hoffnung auf Besserung für die vielen Menschen im Südsudan.

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Kampf gegen die Taliban: Afghanische Armee erobert Kundus zurück

Symbolfoto: © burntimes.com

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Spezialkräfte der afghanischen Armee haben weite Teile von Kundus zurückerobert. Die Stadt war unter der Kontrolle von radikalen Taliban-Terroristen. Regierungsvertreter bestätigten, dass die nördliche Stadt Kundus zurückerobert wurde. Das gelang nach heftigen Kämpfen in der Nacht zu Donnerstag. Der Sprecher des afghanischen Innenministeriums teilte am Donnerstagvormittag mit, dass Spezialkräfte die Stadt Kundus kontrollieren. Die Taliban haben schwere Verluste erlitten. Bewohner der Stadt berichteten, dass es auch am Donnerstagmorgen noch zu anhaltenden Kämpfen gekommen sei. In Kundus sind afghanische Soldaten im Zentrum der Stadt zu sehen. Afghanische Soldaten hatten außerdem die Taliban-Flagge gegen die offizielle afghanische Flagge ersetzt. Die Taliban-Anhänger hatten Kundus am Montag mit rund 2.000 Kämpfern eingenommen. Seit der Einnahme sind rund 6.000 Bewohner aus der Stadt geflüchtet. Den Taliban-Anhängern gelang es auch hunderte Häftlinge aus einem Gefängnis der Stadt zu befreien. Am Dienstag startete die Armee eine Gegenoffensive und seit Mittwoch erhalten die afghanischen Streitkräfte Unterstützung von der NATO. Die afghanische Armee musste bei ihrem Eingreifen vorsichtig vorgehen, da die Taliban-Terroristen rund um die Stadt Landminen vergraben und Sprengfallen versteckt haben.

Der Erfolg der Taliban in Kundus sowie in mehreren benachbarten Provinzen macht deutlich, dass die islamistischen Aufständischen im Norden Afghanistans deutlich an Stärke gewonnen haben. Es verstärkt Zweifel an der Fähigkeit der afghanischen Armee und der Polizei von Afghanistan. In Afghanistan befinden sich trotz der Beendigung des Kampfeinsatzes noch rund 13.000 ausländische Soldaten.

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