Rettungsschiff von „Jugend Rettet“ wurde im Hafen von Lampedusa beschlagnahmt

Symbolfoto: © Andreas Hermsdorf | pixelio.de

Italien wirft privaten Seenotrettern im Mittelmeer vor mit Schleppern zusammenzuarbeiten. Das deutsche Rettungsschiff der Hilfsorganisation „Jugend Rettet“ wurde im Hafen von Lampedusa festgesetzt und beschlagnahmt. Der Verdacht gegen die Besatzung der „Iuventa“ lautet Beihilfe zur illegalen Migration. Die betroffene Organisation sprach von einem Standardprozess. Die italienischen Medien schreiben, dass sich die Organisation „Jugend rettet“ geweigert hat, einen Verhaltenskodex Italiens zur Rettung von Schutzsuchenden aus dem Mittelmeer zu unterschreiben. Die Organisation begründete das damit, dass auf dem Verhaltenskodex nicht die oberste Priorität die Menschenrettung hat. Von acht beteiligten Organisationen haben nur drei das Abkommen unterzeichnet. Das italienische Innenministerium kündigte Konsequenzen für Verweigerer an.

Das betroffene Schiff hat bisher immer Schutzsuchende, die sich in Seenot befanden aufgenommen. Das Schiff wurde zunächst am Mittwochmittag von der Polizei durchsucht. Am späten Nachmittag wurde das Schiff von italienischen Behörden vor Ort beschlagnahmt und soll nun nach Sizilien gebracht werden. Vorwürfe gegen die Crew wurden nicht erhoben, teilte die Organisation mit.

Share

Rettung von Schutzsuchenden aus dem Mittelmeer: Deutsches Rettungsschiff geriet in Seenot

Symbolfoto: © Andreas Hermsdorf | pixelio.de

Schutzsuchende unternehmen unter Lebensgefahr immer wieder den Versuch über das Mittelmeer nach Europa zu gelangen. Die deutsche Marine konnte am Samstag 1.200 Menschen aus dem Mittelmeer retten. Das Rettungsschiff der Hilfsorganisation „Jugend rettet e. V.“ geriet unterdessen vor der libyschen Küste in Seenot, weil sich an Bord zu viele Menschen befanden. Die „Iuventa“ sendete am Sonntag ein „Mayday“ an die Seenotrettungsleitstelle MRCC in Rom. Das Schiff ist manövrierunfähig, durch zu viele Menschen an Bord. Das Leben von mehreren hundert Personen stand auf dem Spiel. Für sie war kein Platz mehr unter Deck und das aufziehende schlechte Wetter brachte sie in direkte Gefahr. Zusätzlich befanden sich noch knapp 400 Personen in direkter Umgebung auf Schlauchbooten. Viele von ihnen Frauen, Schwangere und Kinder hatten keine Rettungswesten.

Alle Hilfsorganisationen sind am absoluten Limit. Am Samstag wurden an Bord der „Iuventa“ zeitweise mehrere hundert Menschen gleichzeitig versorgt. Die „Iuventa“ ist seit dem Sommer letzten Jahres im Mittelmeer unterwegs und kreuzt seit Anfang März vor der Küste Libyens.

Share