Bis zu fünf Jahre Gefängnis: Deutsch-türkischer Journalist Deniz Yücel muss in Untersuchungshaft

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Der deutsch-türkische Journalist Deniz Yücel wird seit zwei Wochen in Polizeigewahrsam festgehalten. Ein Richter in Istanbul verhängte die Untersuchungshaft am Montagabend. Dem 43-Jährigen drohen nun bis zu fünf Jahre Gefängnis. Nach der Anhörung entschied der Haftrichter, dass Yücel nicht freigelassen wird. Die Vorwürfe lauten Terrorpropaganda, Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung, Datenmissbrauch und Aufwiegelung der Bevölkerung. Aufgrund des nach wie vor gültigen Ausnahmezustands in der Türkei kann der Journalist bis zu fünf Jahre festgehalten werden. Er wird jetzt in Kürze in eine Haftanstalt verlegt.

Bisher wurde Deniz Yücel nach den Regeln des Ausnahmezustands ohne richterlichen Beschluss festgehalten. Deniz Yücel hatte sich vor zwei Wochen den türkischen Behörden gestellt, die ihn direkt in Gewahrsam nahmen (wir berichteten).

Festnahme in Berlin: TV-Journalist Ahmed Mansur wurde freigelassen

Symbolfoto: © Rike  | pixelio.de

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Der in Berlin verhaftete ägyptische Fernsehjournalist Ahmed Mansur wurde am Montag freigelassen. Der 52-Jährige wurde nicht wie gefordert nach Ägypten ausgeliefert, sondern stattdessen wieder freigelassen. Am frühen Montagabend verließ Mansur die Justizvollzugsanstalt in Berlin-Moabit. Der Journalist arbeitete bei Al-Dschasira und wurde am Samstag auf dem Flughafen Berlin-Tegel verhaftet und saß seit dem in Gewahrsam in der Justizvollzugsanstalt. Die Berliner Staatsanwaltschaft teilte mit, dass es einen Haftbefehl gegen Mansur gab. Mansur wurde auf Grundlage eines über Interpol verbreiteten Fahndungsersuchens festgenommen. Kurz nach der Festnahme des Journalisten in Berlin gab es Bedenken. Der Fernsehsender Al-Dschasira gilt als Kritiker des ägyptischen Präsidenten. Ahmed Mansur wurde beschuldigt im Fernsehen Unwahrheiten verbreitet zu haben, welche die innere Sicherheit in Ägypten gefährden. Ihm hätte im Falle einer Auslieferung Folter gedroht. Die Regierung in Kairo sieht den Fersehsender Al-Dschasira als Unterstützer der in Ägypten mittlerweile verbotenen Muslimbrüder.

Die CeBIT 2015 – Digitalisierung des Lebens

© Deutsche Messe

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Auch in diesem Jahr fand in Hannover wieder die weltgrößte Computer-Messe „CeBIT“ statt. Vom 16.03. bis zum 20.03. präsentierten sich viele Unternehmen mit ihren Produkten, um sich potentiellen Kunden vorzustellen und diese für ihre Produkte zu begeistern. Eröffnet wurde die Messe am 15.03. im HCC, unter dem Leitthema „d!conomy“. Die Aussteller präsentierten eine Digitalisierung von Unternehmen, wie z. B. die permanente Vernetzung von Maschinen, Produktionsabläufen, Logistik und vielem mehr. Das Ziel der „Industrie 4.0“ ist eine Steigerung der Individualität, Effizienz und Flexibilität.

Was jedoch in der Industrie immer wichtiger wird, wird manchen Besuchern privat zu viel. So kam im Gespräch mit vielen Besuchern heraus, dass diese momentan den Überblick in der Digitalisierung verlieren. Die Angebote im Internet werden immer mehr und man wird förmlich mit Angeboten erschlagen.

Ein weiteres Highlight waren in diesem Jahr auch wieder die „CeBIT Global Conferences“, bei der unter anderem Sänger Peter Maffay, Whistleblower Edward Snowden und der berühmteste Hacker der Welt, Kevin Mitnick sprachen. In dem Gespräch zwischen dem Journalisten Glenn Greenwald und Edward Snowden wurde klar, dass das abgelehnte Asyl für Snowden keinen guten Eindruck hinterließ, Deutschland jedoch in einem politischen Zwiespalt stand. Im Vordergrund stand jedoch der Abhörskandal der NSA, die selbst keine Scheu davor nahmen, das Mobiltelefon der Bundeskanzlerin Angela Merkel abzuhören. Snowden berichtete im Interview, dass selbst das Weiße Haus zum Teil keine Kenntnisse in die Arbeit der NSA hätte. Dies bewies er durch eine offizielle Meldung der NSA, in der die Frage aufkam, weshalb das Telefon der Bundeskanzlerin abgehört wurde. Die Antwort war einfach: „Da uns der Auftrag erteilt wurde“, so das Schreiben.

Ebenfalls war in diesem Jahr wieder die Firma „GFT“ mit dem Innovationsprojekt „CODE_n“ anwesend. Bei dem Projekt wird ein Wettbewerb unter jungen Unternehmen mit innovativen Ideen ausgeübt. Vordergründig ist jedoch viel mehr, dass so versucht wird, dass die kleinen Unternehmen Investoren für ihre Arbeit finden. So fand zum Beispiel eine Zusammenarbeit des australischen Unternehmens „digitalkeys“ mit dem deutschen Unternehmen „SAG Schlagbaum“ statt, die durch ihre Entwicklung Türschlösser mit Hilfe von NFC öffnen können. Weitere Innovationen waren z. B. beheizbare Einlegesohlen und Schuhe, die sich über eine Smartphone-App steuern lassen. Die Einlagen lassen sich 500 Mal mit einem Mini-USB Anschluss aufladen.

Innovationen gab es natürlich auch außerhalb der „CODE_n“-Halle. So stellte die Universität Saarland unter anderem eine elastische Folie vor, die man sich auf die Haut legen kann und somit sein Handy steuern kann. So hätte der Nutzer die Möglichkeit sein Handy während einer Konferenz schnell stumm zu schalten, wenn das Handy klingelt. Ebenfalls stellte die Universität eine Displayfolie vor, die sich auf verschiedenste Materialien, wie zum Beispiel auf Holz, Papier oder Metall drucken lassen kann. Somit hat man ein flexibles Display, das sich auf viele Untergründe schnell drucken lässt.

Mit ca. 201.000 Besuchern hatte die Messe dieses Jahr einen Besucheranstieg von etwa 6%, wovon 92% Fachbesucher waren. Die „CeBIT Global Conferences“ besuchten in diesem Jahr knapp 4.800 Besucher, wobei sich über 100.000 Personen die Konferenzen live im Internet ansahen.

Unsere Bilder von der diesjährigen CeBIT findet ihr auf unserer Facebook-Präsenz (Hier).

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