Kampf gegen Boko Haram in Nigeria: Zahlreiche Tote nach versehentlichen Luftangriff auf Flüchtlingslager

Symbolfoto: © Wikimedia Commons | wikipedia

Im Kampf gegen die Terroristen von Boko Haram in Nigeria hat ein Kampfflugzeug versehentlich am Dienstag ein Flüchtlingslager angegriffen. Der Angriff sollte Boko-Haram-Terroristen gelten. Ein Regierungsvertreter sprach zunächst von knapp 100 Toten. Die vor Ort ansässige Organisation Ärzte Ohne Grenzen bestätigte den Angriff und korrigierte, dass mindestens 50 Menschen getötet wurden und rund 120 Menschen verletzt wurden. Der Luftangriff hatte einer Versammlung von Mitgliedern der islamistischen Terrormiliz Boko Haram gegolten, teilte der Militärkommandeur mit. Bei dem Angriff sind jedoch auch Mitarbeiter der Organisation Ärzte ohne Grenzen und des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz getötet worden. Nach dem Angriff schickten die Streitkräfte Hubschrauber um die Verletzten zu bergen.

Die extremistische Boko-Haram-Gruppe steht seit 2009 für Gewalt. Boko Haram ist ein Ableger des Terrornetzwerkes Al-Kaida. Die Terroristen greifen immer wieder Busbahnhöfe, Märkte, Moscheen und Kirchen an. Die Gruppe wurde durch verschärfte Interventionen der Nachbarländer etwas geschwächt. Trotzdem verübt die Terroristengruppe weiterhin blutige Anschläge. Die Boko-Haram-Terroristen setzen sich für die Einführung der Scharia in ganz Nigeria und das Verbot westlicher Bildung ein. Boko Haram ist bekannt für die Ermordung von Christen und Muslimen. Berichte aus dem März 2015 belegen, dass sich Boko Haram der Terror-Miliz Islamischer Staat (IS) angeschlossen hat. Ende Dezember kamen bei der Explosion einer Bombe in einer Moschee 20 Menschen ums Leben. Seit 2009 kamen bei den Anschlägen von Boko Haram mindestens 20.000 Menschen ums Leben. Rund 2,7 Millionen Menschen sind nach Angaben der Vereinten Nationen (UN) vor der Terrormiliz geflüchtet.

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