Geiselnahme in Frankreich: Mann tötet Polizisten und verschanzt sich in dessen Haus

Symbolfoto: © burntimes

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Am Montagabend um 21 Uhr hat ein Mann in Frankreich einen 42-jährigen Polizisten vor dessen Haus getötet und die Angehörigen des Opfers als Geiseln genommen. Bei dem Täter handelt es sich um den Nachbarn des Polizisten. Die Tat ereignete sich, als der Polizist offenbar vom Dienst zurück nach Hause kam. Der Täter stach mindestens neun Mal auf sein Opfer ein und verschanzte sich anschließend mit Familienangehörigen in dem Haus in Magnanville, im Département Yvelines. Der Polizist arbeitete nicht in einer Anti-Terror-Abteilung, sondern war der stellvertretende Leiter der Kriminalpolizei von Les Mureaux. Er hat eine Frau und ein Kind. Magnanville liegt 40 Kilometer nordwestlich von der französischen Hauptstadt Paris. Die Polizei bestätigte, dass Verhandlungen mit dem Geiselnehmer aufgenommen worden sind.

Die Spezialeinheit (RAID) wollen nun in Kooperation mit dem französischen Innenministerium in Erfahrung bringen, wie viele Geiseln der Mann in seiner Gewalt hat. Zur Zeit ist das Motiv des Täters noch vollkommen unklar.

Update: Die Geiselnahme wurde in den Morgenstunden beendet. Der Täter wurde von französischen Spezialkräften erschossen. Die Frau des Polizisten wurde von dem Mann ermordet. Der dreijährige Sohn überlebte und erlitt einen schweren Schock. Der Täter bekannte sich zur Terrororganisation Islamischer Staat (IS).

Prognose: Bis zu 800.000 Asylanträge werden bis zum Jahresende erwartet

Symbolfoto: © Initiative Echte Soziale Marktwirtschaft (IESM)    | pixelio.de

Symbolfoto: © Initiative Echte Soziale Marktwirtschaft (IESM) | pixelio.de

Die Bundesregierung hat die Flüchtlingsprognose am Mittwoch nach oben korrigiert. Bis zum Jahresende werden nach Angaben des Bundesinnenministers Thomas de Maiziére bis zu 800.000 Flüchtlinge erwartet. Zunächst wurde bis zum Jahresende von 450.000 eingehenden Asylanträgen ausgegangen. Eine so hohe Anzahl an Asylbewerbern kam noch nie zuvor in der Geschichte der Bundesrepublik in einem Jahr ins Land. Thomas de Maiziére sprach von einer Herausforderung für die Bundesregierung und die Länder. Er sagte, dass Deutschland mit dieser Entwicklung nicht überfordert sei. Bund und Länder wollen aufgrund dieser „neuen“ Entwicklung und den dramatischen Zahlen am 24. September einen Flüchtlingsgipfel abhalten. Die Länder fordern sofortige finanzielle Hilfe, denn bis zum 24. September ist es noch eine ganze Weile hin. Thomas de Maiziére wies auch darauf hin, dass sich Deutschland in den nächsten Jahren auf hohe Flüchtlingszahlen einstellen muss. „Jeder Flüchtling, der nach Deutschland kommt, muss würdig, sicher und anständig aufgenommen werden“, erklärte der Minister. Nicht alle Flüchtlinge stellen auch einen Asylantrag in Deutschland. Viele von ihnen reisen weiter und stellen daher keinen Antrag.

Die Anzahl der Plätze in den Erstaufnahmeeinrichtungen sollen bis zum Winter von zur Zeit 45.000 auf 125.000 ausgeweitet werden. Um das zu ermöglichen müssen zunächst Vorschriften zur Einrichtung von Flüchtlingsunterkünften, vor allem im Vergaberecht, gelockert werden. Außerdem werden in den nächsten Wochen regionale Entscheidungszentren eingerichtet. Diese werden dafür sorgen, dass der Rückstau von derzeit mehr als 250.000 unbearbeiteten Asylanträgen schnellstmöglich abgebaut wird, so der Innenminister. In Europa will Deutschland mehr Druck auf die Länder ausüben die zur Zeit nur sehr wenige oder gar keine Flüchtlinge aufnehmen.