Syrien: Erneuter Giftgaseinsatz – 72 Tote darunter auch Kinder – USA drohen mit Alleingang

Symbolfoto: © Katharina Wieland Müller | pixelio.de

Der syrische Machthaber Assad weiß, dass er trotz der Angriffe auf seine Bevölkerung mit Giftgas nicht zu befürchten hat. Bei einem neuen Giftgas-Angriff sind am Dienstag in der syrischen Provinz Idlib mindestens 72 Menschen ums Leben gekommen, unter ihnen auch 20 Kinder. Die US-Regierung reagierte bestürzt. US-Präsident Donald Trump drohte am Mittwoch mit einem Alleingang, wenn die Vereinten Nationen nicht „in der Lage sind“ auf den Gigtgas-Angriff reagieren. Trump sagte, dass für ihn einige Linien überschritten wurden. Russland hatte zuvor eine von den USA eingebrachte Resolution abgelehnt. Die US-Botschafterin Haley fragte im Sicherheitsrat: „Wie viele Kinder müssen noch sterben, bevor Russland handelt.“ Das UN-Kinderhilfswerk Unicef sprach von „ schrecklichen und herzzerreißenden“ Bildern“.

Provinz Idlib: Schule wurde bombardiert – mindestens 22 Kinder starben

Symbolfoto: © burntimes

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In Syrien wurde bereits am Mittwoch in der Provinz Idlib eine Schule angegriffen. Mindestens 22 Kinder und sechs Lehrer starben. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte teilte mit, dass vor dem Angriff auf die Schule syrische oder russische Kampfflugzeuge Angriffe auf die betroffene Region flogen. Russland teilte am Donnerstag mit für den Angriff nicht verantwortlich zu sein. Die Vereinten Nationen (UN) forderten, dass dieser Horror-Akt genau untersucht wird. Der UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat sofortige und unparteiische Ermittlungen gefordert. Sollte es sich um einen absichtlichen Angriff handeln, handelt es sich um ein Kriegsverbrechen. Der Generaldirektor von Unicef meldete sich ebenfalls zu Wort und verurteilte den blutigen Luftangriff auf die Schule in der Provinz Idlib scharf und sprach von einer Tragödie.

„Wenn jemand den Befehl zu einem gezielten Angriff auf die Schule gab, muss diese Person zur Verantwortung gezogen werden und für das schreckliche Kriegsverbrechen verurteilt werden“, sagte der Unicef-Geschäftsführer. Es handelt sich um den schwersten Angriff auf eine Schule, seit dem Beginn des Bürgerkriegs vor über fünf Jahren. Seit dem Beginn des Krieges wurden nach Angaben von Unicef mehr als 4.000 Angriffe auf Schulen gezählt. Die betroffene Schule liegt in einer von Rebellen kontrollierten Provinz. Der Krieg in Syrien wird immer rücksichtsloser. Der bevorstehende Winter stellt die Hilfsorganisationen vor große Schwierigkeiten. In vielen Kriegsregionen gibt es weder Strom noch Wasser.