IC-Zug in Leipzig wurde evakuiert: Mann drohte damit Fahrgäste zu töten

Symbolfoto: © Rike  | pixelio.de

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In Leipzig-Messse wurde am Mittwochvormittag um 11.48 Uhr ein Intercity-Zug (IC) auf dem Weg von München nach Berlin gestoppt und evakuiert. Zuvor drohte ein 41-jähriger Fahrgast während der Fahrkartenkontrolle damit Fahrgäste in dem IC 2302 zu töten und sich im Zug in die Luft zu sprengen. Zuvor soll er anstatt eines Tickets seinen Behindertenausweis vorgezeigt haben. Dieser berechtigte den 41-Jährigen jedoch nicht zur kostenfreien Fahrt. Anschließend eilten mehr als 100 Polizisten und ein Kriseninterventionsteam zum Messe-Bahnhof in Leipzig. Der Mann wurde bereits als vermisst gemeldet. Das Zugpersonal hatte den Mann im Zug eingesperrt und die Polizei verständigt.

Der Intercity stand insgesamt viereinhalb Stunden lang auf dem Messebahnhof und wurde dabei von schwer bewaffneten Einsatzkräften eines Sondereinsatzkommandos (SEK) umstellt. Der Fahrgast war erst am Hauptbahnhof in Leipzig in den Zug eingestiegen. Der sehr aggressive Fahrgast ließ sich schließlich vom SEK festnehmen. Gegen 16.30 Uhr stieg der Mann in Begleitung des SEK aus dem Zug aus. Er hat freiwillig aufgegeben, in dem er sich mit erhobenen Händen an ein Zugfenster stellte. Anschließend musste sich der Mann vor den Polizisten vollständig entkleiden, um auszuschließen, dass er Sprengstoff am Körper trug. Danach wurde der verwirrte Mann verhaftet und in eine Spezialklinik eingeliefert. Von den Fahrgästen des IC wurde niemand verletzt. Der IC wurde anschließend nach Sprengstoff durchsucht. Dabei kam auch ein Spürhund zum Einsatz. Es wurde keinerlei Sprengstoff gefunden.

Durch den Vorfall wurde der Bahnverkehr im Großraum von Leipzig massiv gestört. Die Strecke in Richtung Berlin wurde gesperrt. Das hatte auch Auswirkungen auf den Fernverkehr. Auch S-Bahn-Linien in Leipzig waren von dem Vorfall betroffen und konnten zum Teil nicht planmäßig verkehren. Ein Not-Busverkehr wurde eingerichtet.

Deutsche Bahn erhöht ihr Sicherheitspersonal in den Zügen und auf den Bahnhöfen

Symbolfoto: © burntimes.com

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Die Deutsche Bahn will ihr Sicherheitspersonal in den Zügen und auf den Bahnhöfen kräftig aufstocken. In Zukunft werden deutlich mehr Mitarbeiter der Bahn in Zügen und an Bahnhöfen patrouillieren. Damit reagiert der Konzern auf die Ängste ihrer Passagiere, nach dem Axt-Attentat in einer Regionalbahn in der Nähe von Würzburg. Sofort lassen sich die neuen Pläne allerdings nicht umsetzen, da Personal eingestellt und geschult werden muss. Die Erhöhung des Sicherheitspersonal wird stückweise in den nächsten Jahren erfolgen. Zur Zeit hat die Deutsche Bahn 3.700 Sicherheitskräfte angestellt. Außerdem patrouillieren weitere 5.000 Bundespolizisten in den Zügen und an den Bahnhöfen. Aktuell investiert die Deutsche Bahn rund 160 Millionen Euro jährlich in die Sicherheit.

179 Flüchtlinge verschwinden aus Sonderzug nach Berlin

Symbolfoto: © Rike  | pixelio.de

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Am Montagmorgen waren 539 Flüchtlinge in einen Sonderzug von München nach Berlin gestiegen. Am Dienstagmorgen kamen lediglich 339 von ihnen im Bahnhof in Berlin-Schönefeld an. Der Grund war, dass unterwegs zwei Mal die Notbremse des Intercitys gezogen wurde und Flüchtlinge auf offener Strecke den Zug teils durch die Fenster verlassen haben. Bei einem Nothalt in Bitterfeld-Wolfen verließen Polizeiangaben zufolge 60 Flüchtlinge den Zug. Bei einem zweiten Nothalt in der Nähe von Dessau hatte dann eine unbestimmte Anzahl an Flüchtlingen den Sonderzug verlassen. Die Polizei hat 67 Personen an der Strecke aufgegriffen und in die zentrale Erstaufnahmestelle nach Halberstadt gebracht.

Über den Verbleib der übrigen 112 Flüchtlinge gibt es keinerlei Informationen. Im Sonderzug war kein Sicherheitspersonal der Bahn oder Polizei anwesend. Der Zug sollte ursprünglich gar nicht nach Berlin, sondern nach Sachsen fahren. Erst in der Nacht hatte sich ergeben, dass Sachsen aus unbekannten Gründen die vorgesehene Aufnahme der 539 Flüchtlinge ablehnte. Deshalb wurde der Zug kurzfristig nach Bamberg umgeleitet. Dies führte möglicherweise zu Verwirrung bei den Flüchtlingen, sagte eine Sprecherin der Senatsverwaltung.

Bekannt ist auch, dass Flüchtlinge mit dem Fluchtziel Skandinavien häufig die Registrierung in Deutschland vermeiden wollen, weil sie sonst in anderen Ländern keinen Anspruch auf Asyl haben. Außerdem könnte sich herumgesprochen haben, dass die Flüchtlinge in Berlin von der Bundespolizei empfangen werden.