Eurotunnel: Frankreich erhöht Polizeiaufkommen drastisch –– erneut Toter im Tunnel

Symbolfoto: © Peter von Bechen  | pixelio.de

Symbolfoto: © Peter von Bechen | pixelio.de

Frankreich hat sein Polizeiaufkommen im Eurotunnel drastisch erhöht. Das Flüchtlingsdrama im Eurotunnel zwischen Frankreich und Großbritannien spitzt sich immer weiter zu. Immer mehr Flüchtlinge versuchen zum Tunnel zu gelangen. Aufgrund des Ansturms am Eurotunnel wollen Frankreich und Großbritannien ihre Sicherheitsmaßnahmen vor Ort weiter verschärfen. Frankreichs Innenminister teilte mit, dass 120 zusätzliche Polizisten zur Tunnelstadt Calais entsendet werden. Am Mittwoch starb erneut ein Flüchtling. Frankreich rief die Betreibergesellschaft des Eurotunnels auf ihrer Verantwortung bei den Sicherheitsvorkehrungen gerecht zu werden. Die Betreibergesellschaft zeigte sich jedoch zunehmend mit der Situation überfordert. Großbritannien teilte mit, dass es der Regierung vorrangig sei die Sicherheitsmaßnahmen auf der französischen Seite des Tunnel zu verstärken. Großbritannien möchte sich darauf verlassen können, das niemand versucht den Tunnel zu durchqueren. Die britische Regierung wird zehn Millionen Euro für Absperrmaßnahmen auf der französischen Seite des Eurotunnels zur Verfügung stellen. Der britische Premier David Cameron sprach am Dienstag von einer sehr besorgniserregenden Lage.

In der Nacht zu Dienstag versuchten 2.000 Flüchtlinge auf der französischen Seite in den Tunnel zu gelangen. In der Nacht zu Mittwoch gab es mindestens 1.500 Versuche. Ein Flüchtling kam ums Leben. Es handelt sich bereits um das neunte Todesopfer auf der französischen Seite des Ärmelkanals seit Anfang Juni. Mehreren Flüchtlingen sei es zuletzt gelungen auf oder in Güterzüge zu gelangen, die den Tunnel passieren. Mehr als 100 Flüchtlingen soll das inzwischen gelungen sein. Die Versuche enden häufig tödlich. Am frühen Mittwochmorgen wurde die Leiche eines Flüchtlings aus dem Sudan entdeckt. Der etwa 25 bis 30 Jahre alte Mann wurde nach den Angaben eines Polizisten von einem Lastwagen überfahren, als er auf einen Zug steigen wollte, von dem gerade ein LKW herunterfuhr. Die Flüchtlinge versuchen nach Großbritannien zu gelangen, weil sie dort auf ein besseres Leben als in Frankreich hoffen.

Riesiges Manöver in Russland: Putin entsendet 259 Kampfflugzeuge und 12.000 Soldaten

Symbolfoto: © burntimes

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Wladimir Putin hat ein viertägiges Manöver der russischen Luftwaffe angekündigt. Es handelt sich um ein gewaltiges Manöver mit 259 Kampfflugzeugen und 12.000 beteiligten Soldaten. Nahezu zeitgleich begann die Nato am Pfingstmontag mit ihren ebenfalls groß angelegten Luftmanövern – unter dem Titel „Arctic Challenge Exercise 2015“. Das russische Manöver wurde jedoch nicht angekündigt. Der russische Präsident und Oberbefehlshaber Putin ordnete das viertägige Manöver am Montag spontan an, teilte der russische Verteidigungsminister Schoigu mit. Die Übung findet bis einschließlich Donnerstag im Uralgebiet und in Sibirien statt. Geübt werden soll vor allem die Verteidigung gegen feindliche Luftangriffe. Langstreckenbomber werden unter anderem den Raketenbeschuss von Zielen am Boden trainieren.

In den letzten Monaten hatte Russland verstärkt die Gefechtsbereitschaft der Soldaten geprüft. Die Nato bezeichnet die Manöver als Provokationen, angesichts der Spannungen zwischen Russland und dem Westen, wegen der Krise in der Ukraine. Experten gehen davon aus, dass das russische Manöver eine Reaktion auf die großangelegte Übung der Nato ist. An den am Montag beginnenden Nato-Manövern beteiligen sich die Deutschland, die USA, Frankreich, Norwegen, Großbritannien, die Niederlande sowie Schweden, Finnland und die Schweiz. Die Manöver der Nato finden in Skandinavien statt und werden bis zum 4. Juni andauern. An der Nato-Übung sind mehr als 100 Kampfflugzeuge und knapp 4.000 Soldaten beteiligt. Das Ziel der Nato-Manöver ist es, dass die Planung und Durchführung umfangreicher Lufteinsätze trainiert wird. Das Großmanöver findet angesichts der zunehmenden Spannungen mit Russland und der Rivalität um die Bodenschätze im Polargebiet statt.

Am Pfingstmontag wurde dem CDU-Politiker Wellmann am Flughafen von Moskau die Einreise nach Russland verweigert. Am Flughafen wurde ihm mitgeteilt, dass in Russland bis 2019 ein Einreiseverbot gegen ihn besteht. Er sagte, dass seine ukrainefreundliche Haltung zu dem Vorfall geführt haben könnte. Wellmann ist Vorsitzender der deutsch-ukrainischen Parlamentariergruppe und war für die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) als Wahlbeobachter in der Ukraine. Die Bundesregierung äußerte sich empört über das Einreiseverbot gegen Wellmann. Ein Sprecher des Außenministeriums bezeichnete die Maßnahme als „unverständlich und inakzeptabel“. Die Bundesregierung fordert und erwartet die Aufhebung der Einreiseverweigerung. Das Außenministerium habe nach dem Vorfall umgehend den russischen Botschafter Rüdiger Freiherr von Fritsch einberufen und er sei unverzüglich beim russischen Außenministerium vorstellig geworden, hieß es am Montagabend aus Berlin.