Nach schwerem Unwetter: Regionalzug entgleist in Thüringen

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© Erich Westendarp | pixelio.de

Ein Regionalzug ist nach einem schweren Unwetter in der Nähe von Stadtroda in Thüringen entgleist. Der Zug prallte in eine Schlamm- und Gerölllawine, die durch das Unwetter auf die Bahngleise gerutscht war. Der Zug konnte nicht mehr rechtzeitig bremsen und entgleiste. Sieben Bahnreisende wurden leicht verletzt. Der Regionalzug war von Glauchau nach Göttingen unterwegs. Der Unfall ereignete sich am Freitagabend um 19.29 Uhr. Der Verkehr auf der betroffenen Bahnstrecke ist unterbrochen. Ein Schienenersatzverkehr konnte zunächst aufgrund des Unwetters und unbefahrbaren Straßen nicht eingerichtet werden. Der Regionalzug soll noch am Freitag geborgen werden.

In Thüringen sorgte das Unwetter für teils chaotische Zustände. In einigen Regionen stand das Wasser einen halben Meter hoch. Unzählige Keller liefen vol. Auch die Bundesstraße 85 konnte nicht mehr befahren werden und wurde gesperrt.

Bahnverkehr zwischen Göttingen und Kassel: 700 Reisende sitzen stundenlang in ICE fest

Symbolfoto: © burntimes.com

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Ein Inter-City-Express (ICE) hat am Karfreitag eine Oberleitung zwischen Göttingen und Kassel beschädigt. Die Strecke wurde daraufhin zunächst gesperrt. Der ICE 578 von Stuttgart nach Hamburg hatte einen Bügelschaden. Dadurch wurde die Oberleitung massiv beschädigt, sodass der Strom abgeschaltet werden musste. Der betroffene ICE unterbrach seine Fahrt im Bahnhof von Kassel. Von dort aus konnten die Passagiere ihre Weiterfahrt in anderen Zügen fortsetzen.
So viel Glück hatten andere Fahrgäste nicht: Der nachfolgende ICE 78, der auf dem Weg von Zürich nach Hamburg war, musste seine Fahrt gegen 11.45 Uhr in Höhe der niedersächsischen Gemeinde Jühnde abbrechen. Anschließend stand der ICE mit rund 700 Passagieren an Bord rund vier Stunden fest. Die Passagiere konnten in dem ICE noch nicht einmal mehr die Toilette benutzen. Auch die Lüftung sei ausgefallen, berichtete ein Reisender des Zuges. Die Passagiere saßen stundenlang im niedersächsischen Niemandsland fest. Erst gegen 16 Uhr wurde der ICE mit Hilfe von Dieselloks nach Göttingen geschleppt. Von dort aus konnten die Passagiere in einen Ersatzzug umsteigen. Die ICE-Strecke zwischen Göttingen und Kassel bleibt bis mindestens Mitternacht noch gesperrt. Zur Zeit werden die Fernzüge überein alte Strecke umgeleitet und haben jeweils rund 30 Minuten Verspätung.

Urteil im Organspende-Skandal: Freispruch für Göttinger Transplantations-Arzt

Symbolfoto: © Thorben Wengert | pixelio.de

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Das Landgericht Göttingen hat den ehemaligen Leiter der Transplantationsmedizin der Uniklinik am Mittwoch in allen Punkten freigesprochen. Der Haftbefehl gegen den Mediziner wurde ebenfalls aufgehoben. Ihm wurde vorgeworfen die Daten von Patienten und damit die Warteliste manipuliert zu haben. Ein Sprecher des Landgerichts erklärte den Freispruch: „Das Gericht sah die Vorwürfe gegen den früheren Leiter der Transplantationsmedizin als nicht erwiesen an.“ Es konnte nicht bewiesen werden, dass der 47-jährige Mediziner gegenüber der Organvergabestelle Eurotransplant falsche Angaben machte.

Die Staatsanwaltschaft sah es jedoch als erwiesen an, dass der Mann die medizinischen Daten absichtlich manipulierte. Dies tat er, damit seine Patienten bei der Vergabe von Spenderlebern bevorzugt wurden. Dadurch wurden andere schwer kranke Patienten benachteiligt und rutschten in der Warteliste nach hinten und starben möglicherweise. Die Anklage wertete das als versuchten Totschlag in mindestens elf Fällen. Der Chirurg soll außerdem dreimal Lebern ohne einen ausreichend vorhandenen medizinischen Grund übertragen haben. In diesen Fällen wurden die Patienten nicht ausreichend über mögliche Alternativen und Risiken aufgeklärt. Die Patienten starben später. Das Motiv soll gewesen sein, dass der Mediziner durch die bewusste Manipulation hohe Bonuszahlungen erhielt. Die Oberstaatsanwältin wollte bewirken, dass der Angeklagte ein lebenslanges Berufsverbot erhält und zu acht Jahren Gefängnisstrafe verurteilt werden sollte. Die Verteidigung teilte mit, dass es keine direkten Beweise für die Anschuldigungen gegen den Arzt gab. Der 47-jährige Mediziner selbst beteuerte vor Gericht immer wieder seine Unschuld. Es ist zu erwarten, dass die Staatsanwaltschaft in Göttingen den Bundesgerichtshof anrufen wird. Die Vorfälle in Göttingen sorgten für einen erheblichen Rückgang der Organspendenbereitschaft in ganz Deutschland.