Mittelfranken: Zwei bei der Polizei arbeitende Reichsbürger wurden suspendiert

Symbolfoto: © burntimes

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Weil sie mit dem 49-jährigen Reichsbürger und Todesschützen in Georgensgmünd in Kontakt standen, wurden zwei Polizeibeamte vom Dienst suspendiert. Gegen einen 49-jährigen Oberkommissar wurden Ermittlungen eingeleitet. Er soll den 49-jährigen Todesschützen bereits im August über die verdeckt laufenden Ermittlungen gegen ihn informiert haben. Der zweite suspendierte 50-jährige Polizist wird nach Angaben der Staatsanwaltschaft als Zeuge behandelt. Er hatte genau wie der andere Beamte über eine WhatsApp-Gruppe Kontakt zu dem Täter in Georgensgmünd.

Bei den beiden betroffenen Polizisten wurden am Mittwoch die Privat- und Diensträume durchsucht. Der Polizeipräsident von Mittelfranken sagte am Mittwoch, dass eine Nähe zu den Reichsbürgern nicht tolerabel sei. Der ermittelnde Oberstaatsanwaltschaft teilte mit, dass es derzeit keine Hinweise darauf gibt, dass die beiden Polizisten etwas mit dem Einsatz gegen den Reichsbürger zu tun haben.

Im bayerischen Georgensgmünd hat am 19. Oktober um 6 Uhr ein 49-jähriger Reichsbürger auf Polizisten geschossen und vier Beamte zum Teil schwer verletzt. Der Jäger, der insgesamt 31 Lang- und Kurzwaffen besaß, galt bei den Behörden als nicht mehr zuverlässig. Bereits im Vorfeld hatten die Behörden den Jagdschein und die Waffenbesitzkarte des Mannes für ungültig erklärt. Ein Spezialeinsatzkommando hatte in Georgensgmünd das Haus des Mannes gestürmt, um dessen Waffen sicherzustellen. Der Mann gab zunächst Schüsse durch die geschlossene Eingangstür hindurch ab. Ein 32-jähriger SEK-Beamter wurde dabei dreimal getroffen und starb später an seinen schweren Verletzungen – sein 31-jähriger Kollege wurde im Oberarm getroffen.

„Ein derart brutales Vorgehen gegen den Staat durch die Reichsbürger hat es in Bayern bislang nicht gegeben“, sagte der bayerische Innenminister Herrmann auf der Pressekonferenz. Er kündigte an Reichsbürger ab sofort noch schärfer zu kontrollieren und ihnen ihre Schusswaffen abzunehmen.

Georgensgmünd: Polizist schwebt nach Schüssen von Reichsbürger in Lebensgefahr

Symbolfoto: © NicoLeHe  | pixelio.de

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Im bayerischen Georgensgmünd hat am Mittwochmorgen um 6 Uhr ein 49-jähriger Reichsbürger auf Polizisten geschossen und vier Beamte zum Teil schwer verletzt. Der Jäger, der insgesamt 31 Lang- und Kurzwaffen besaß, galt bei den Behörden als nicht mehr zuverlässig. Bereits im Vorfeld hatten die Behörden den Jagdschein und die Waffenbesitzkarte des Mannes für ungültig erklärt. Ein Spezialeinsatzkommando hatte in Georgensgmünd das Haus des Mannes gestürmt, um dessen Waffen sicherzustellen. Der Mann gab zunächst Schüsse durch die geschlossene Eingangstür hindurch ab. Ein 32-jähriger Polizist wurde dabei dreimal getroffen, sein 31-jähriger Kollege wurde im Oberarm getroffen. Während des Zugriffs gab der 49-Jährige vom ersten Stockwerk aus weitere Schüsse auf die Beamten ab. Der Täter selbst trug eine schusssichere Weste. Einer der Polizisten wurde dabei lebensgefährlich verletzt. Die Polizei teilte am Mittwochabend seinen Tod mit, widerrief dieses jedoch wenig später wieder und bestätigte, dass der Polizist weiterhin in Lebensgefahr schwebt. Der 49-Jährige gab schließlich auf und wurde unverletzt verhaftet. Gegen den Reichsbürger wurde ein Haftantrag gestellt. Er wird am Donnerstag einem Ermittlungsrichter vorgeführt. Für die sogenannten Reichsbürger existieren auch heute noch die Landesgrenzen von 1937. Aus diesem Grund sprechen sie dem Grundgesetz, Behörden und Gerichten die Legitimität ab und akzeptieren auch keine amtlichen Bescheide. Außerdem hatte der Täter sein Grundstück mit gelben Klebeband markiert und zu seinem eigenen Reich erklärt.

Im aktuellen Fall war der 49-jäherige Mann keiner Arbeit nachgegangen. Früher hatte er eine Schule für Kampfsport betrieben. Im Sommer diesen Jahres verwies er Kontrolleure, die nach der ordnungsgemäßen Aufbewahrung der Waffen schauen wollten, von seinem Grundstück. Anschließend beschlossen die Behörden einen Zugriff. Außerdem wurde auch der Zoll auf den Mann aufmerksam, weil sich dieser weigerte die Kfz-Steuer zu bezahlen. Zusätzlich meldete sich beim Einwohnermeldeamt, weil er seinen Personalausweis abgeben wollte. Er schrieb den Behörden im August, dass er sich nicht an staatliche Anweisungen hält, weil er ein Reichsbürger sei. Außerdem hatte er sich von seinem Wohnsitz in Georgensgmünd abgemeldet, obwohl er dort weiterhin wohnte.

„Ein derart brutales Vorgehen gegen den Staat durch die Reichsbürger hat es in Bayern bislang nicht gegeben“, sagte der bayerische Innenminister Herrmann auf der Pressekonferenz. Er kündigte an Reichsbürger ab sofort noch schärfer zu kontrollieren und ihnen Schusswaffen abzunehmen.