Millionen-Überweisung nach Katar: Neuer Bericht belastet Franz Beckenbauer

Symbolfoto: © Hasan Anac   | pixelio.de

Symbolfoto: © Hasan Anac | pixelio.de

Am Freitag wurde der 361 Seiten umfassende WM-Report vorgelegt. Aus dem Bericht geht hervor, dass Franz Beckenbauer in deutlich mehr Zahlungen involviert war, als es zunächst bekannt war. Die 6,7 Millionen Euro, um die es geht, wurden über die Schweiz auf ein verdächtiges Konto in Katar überwiesen und gingen somit weder an den Fußball-Weltverband FIFA noch an die Finanzkommission. Der Vorwurf, dass die Weltmeisterschaft 2006 möglicherweise gekauft wurde steht nach wie vor im Raum. Die Ermittler teilten mit, dass Wolfgang Niersbach im Juni 2015 von den dubiosen Millionenzahlungen erfahren hatte, das Präsidium des DFB jedoch monatelang bewusst nicht darüber informierte. „Dieses sei ein völlig inakzeptables Verhalten“, sagte der Interimspräsident des DFB, Rainer Koch. Wolfgang Niersbach war angesichts der kuriosen WM-Zahlungen vom Amt des DFB-Präsidenten zurückgetreten. Nachgewiesen wurde, dass zwischen dem 29. Mai und dem 8. Juli 2002 insgesamt sechs Millionen Schweizer Franken auf das Konto der schweizerischen Anwaltskanzlei Gabriel und Müller überwiesen wurden. Der frühere und zwischenzeitlich verstorbene Adidas-Chef Robert Louis-Dreyfus überwies erst im August 2002 zehn Millionen auf das Konto der Schweizer Anwaltskanzlei. Sechs Millionen wurden an Beckenbauer und vier Millionen an KEMCO weitergeleitet. Nach der Abstimmung und der Bekanntgabe, dass die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland stattfindet blieben 6,7 Millionen Euro in Katar. Warum die Zahlungen ausgelöst wurden ist unklar und Bestandteil der Ermittlungen. Wichtige Zeugen, wie Blatter lehnen eine Vernehmung ab. Aus dem Archiv des DFB ist außerdem ein möglicherweise wichtiger Aktenordner aus dem Jahr 2000 verschwunden.

Griechenland: Schäuble verteidigt neue Hilfen nur widerwillig

Symbolfoto: © günther gumhold | pixelio.de

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Im Bundestag haben am Freitag die Abgeordneten mit einer Zweidrittel-Mehrheit für die Aufnahme von Verhandlungen über weitere Milliarden-Hilfen für Griechenland gestimmt. Aus den Reihen von Bundeskanzlerin Merkel kam starker Widerstand. Knapp 160 Abgeordnete, davon 65 aus den Reihen der CDU, stimmten mit nein oder enthielten sich. Bei der Sondersitzung am Freitag stimmten jedoch 439 Abgeordnete der schwarz-roten Bundesregierung für ein Mandat, das Gespräche der Geldgeber mit der griechischen Regierung ermöglicht. Außerdem ermöglicht das Mandat eine Brückenfinanzierung. Das neue Hilfspaket soll nach bisherigen Planungen bis zu 86 Milliarden umfassen. Ein Großteil der Summe soll aus dem Euro-Rettungsfond (ESM) kommen, einen weiteren Teil steuert der Internationale Währungsfonds (IWF) bei. Griechenland erhält in Kürze einen Vorschuss von etwa sieben Milliarden Euro.

Bundesfinanzminister Schäuble muss den Kurs der Bundeskanzlerin im Bundestag verteidigen. Schäuble wurde für seine Haltung in der Griechenland-Krise scharf kritisiert. Bundeskanzlerin Merkel bedankte sich am Freitag bei ihm für seine stundenlange Verhandlungen. Schäuble hatte erst am Donnerstagmorgen in einem Radiointerview weiterhin von einem „Grexit“ gesprochen.

Griechenland: EU-Kommission rechnet Zahlungsunfähigkeit am 8. April vor

Symbolfoto: © günther gumhold | pixelio.de

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»Den Griechen rennt die Zeit davon. Finden Europa und Griechenland noch einen Ausweg aus der Krise? Experten zufolge könnte es bereits zu spät sein. Die EU-Kommission hat am Samstag bekanntgegeben, dass Griechenland bereits am 8. April zahlungsunfähig sein könnte. Die griechische Regierung versucht mit allen Mitteln eine Zahlungsunfähigkeit Griechenlands abzuwenden. Athen will sich auch mit der Schweiz zusammensetzen, um über Schwarzgeld zu beraten. Dabei geht es um unversteuertes Geld aus Griechenland, welches in der Schweiz gebunkert wird. Die Gesamtsumme dieses Geldes soll sich auf bis zu 1,5 Milliarden Schweizer Franken belaufen. Ein unbekannter Teil dieser Summe soll sich dort unversteuert befinden. Ob die Schweiz mit Griechenland kooperieren wird ist noch unklar. Es werden die ersten Gespräche zwischen Griechenland und der Schweiz, seit dem Amtsantritt von Regierungschefs Alexis Tspiras am 27. Januar 2015.

Griechenland muss aufgrund seiner extremen Schuldenkrise um den Verbleib in der Euro-Zone bangen. Europa ist grundsätzlich bereit den Griechen weiterhin finanzielle Unterstützung zu gewährleisten, allerdings nur im Fall, wenn sich das Land auch an die vereinbarten Reform- und Sparzusagen hält. Weil genau diese Verhandlungen ins Stocken geraten sind, steht Griechenland vor dem finanziellen Bankrott. Das Land verfügt nur noch bis zum 8. April über genügend Liquidität, um das Land im Euro zu halten. Der griechischen Regierung bleiben noch zwei Wochen Zeit, um mit den Geldgebern eine vollständige Reformliste zu erarbeiten und abzustimmen. Sollten die Verhandlungen auf den letzten Drücker noch glücken, würde Griechenland von der Euro-Zone einen weitere Hilfszahlung in Höhe von 7,2 Milliarden Euro erhalten. Dies ist aber noch unklar.«