Presse-Ausschluss bei G20-Gipfel: Journalisten wurden schon seit zehn Jahren beobachtet

Symbolfoto: © Carl-Ernst Stahnke | pixelio.de

Der G20-Gipfel bedeutete auch für tausende Journalisten Arbeit. Aus Sicherheitskreisen hieß es am Mittwoch, dass seit zehn Jahren bestimmte Polizeibeamte und Journalisten beobachtet werden. Am vergangenen Freitag wurde beim G20-Gipfel plötzlich eine Namensliste von Journalisten an Polizisten ausgehändigt. Insgesamt standen 32 Journalisten auf der Liste, die keinen Einlass mehr in das Pressezentrum erhalten sollten und deren Akkreditierungen rückgängig gemacht wurden. Einige der betroffenen Journalisten hatten intensiv von kurdischen Protesten gegen die türkische Regierung in Ankara berichtet, sodass der Verdacht aufkam, dass die Türkei die Deutschen angestiftet hatte, einige Journalisten beim G20-Gipfel aus dem Verkehr zu ziehen. Möglicherweise standen die betroffenen Journalisten im Visier der türkischen Behörden. Regierungssprecher Seibert sprach von schwerwiegenden Sicherheitsbedenken, die er jedoch nicht näher begründete. Im Vorfeld des G20-Gipfels wurden 5.000 Pressevertretern aus aller Welt Akkreditierenden ausgestellt, sodass diese Zugang zum Pressezentrum erhielten. Seibert betonte, dass die Akkreditierungen aufgrund der Erkenntnisse deutscher Behörden entzogen wurden und die Türkei damit nichts zu tun hatte.

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Türkischer Präsident Erdogan beantragt öffentlichen Auftritt beim G20-Gipfel in Deutschland

Symbolfoto: © Wikimedia Commons | wikipedia

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat eine öffentliche Auftrittsanfrage am Rande des G20-Gipfels in Deutschland gestellt. Er möchte rund um den G20-Gipfel zu seinen Leuten sprechen, teilte Außenminister Sigmar Gabriel am Donnerstagvormittag mit. Er hält den Auftritt für keine gute Idee, weil es rund um den G20-Gipfel nicht genügend Polizisten gibt, die für die Sicherheit eines solchen Auftritts sorgen könnten. Außerdem passt ein solcher Auftritt „nicht in die politische Landschaft“, fügte Gabriel hinzu. Der SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz sagte, dass Deutschland keine Bühne für Hetzreden bietet. Er ist dagegen, dass Erdogan, der in der Türkei Oppositionelle und Journalisten ins Gefängnis steckt, in Deutschland eine Großveranstaltung abhält. Auch die Vorsitzende der Linkspartei, Sahra Wagenknecht, sagte, dass solche Propaganda in Deutschland nicht erwünscht sei.

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