Flüchtlingsunterkunft Lingen (Ems): Wachmänner streiten Misshandlungen ab

Symbolfoto: © Thorben Wengert | pixelio.de

Am 20. Dezember 2015 haben zwei Wachmänner der Lingener Flüchtlingsunterkunft drei pakistanische Schutzsuchende eingesperrt und schwer misshandelt. Die Staatsanwaltschaft wirft den beiden Wachmännern schwere gemeinschaftliche Körperverletzung sowie Freiheitsberaubung vor. Der Prozess begann am Dienstag. Die Wachmänner stritten die Taten ab. Der 28-jährige Wachmann gestand lediglich vor Gericht, dass er die Männer eingesperrt hatte. Die Schutzsuchenden sagten aus, dass sie mit Faustschlägen misshandelt worden sind. Die Tat ereignete sich in der damals als Flüchtlingsunterkunft genutzten Sporthalle des Gymnasiums Georgianum.

Die beiden Angeklagten hatten die drei Pakistaner zunächst im Umkleidebereich in einen Toilettenraum eingeschlossen. Anschließend wurden sie nacheinander aus den Kabinen geholt und mit Faustschlägen malträtiert. Die drei Opfer erlitten Prellungen und einen Nasenbeinbruch. Durch Schläge auf den Kehlkopf verlor einer der Pakistaner beinahe das Bewusstsein. Herbeigerufene Sanitäter verabreichten ihm Sauerstoff. Anschließend suchten die zwei Wachmänner erneut die drei Pakistaner auf und sperrten sie die ganze Nacht über in die Toiletten ein. Dem 28-Jährigen wurde vorgeworfen die Nase von einem der Schutzsuchenden gebrochen zu haben. Der zweite Wachmann hatte regungslos zugesehen.

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Kampf gegen Boko Haram in Nigeria: Zahlreiche Tote nach versehentlichen Luftangriff auf Flüchtlingslager

Symbolfoto: © Wikimedia Commons | wikipedia

Im Kampf gegen die Terroristen von Boko Haram in Nigeria hat ein Kampfflugzeug versehentlich am Dienstag ein Flüchtlingslager angegriffen. Der Angriff sollte Boko-Haram-Terroristen gelten. Ein Regierungsvertreter sprach zunächst von knapp 100 Toten. Die vor Ort ansässige Organisation Ärzte Ohne Grenzen bestätigte den Angriff und korrigierte, dass mindestens 50 Menschen getötet wurden und rund 120 Menschen verletzt wurden. Der Luftangriff hatte einer Versammlung von Mitgliedern der islamistischen Terrormiliz Boko Haram gegolten, teilte der Militärkommandeur mit. Bei dem Angriff sind jedoch auch Mitarbeiter der Organisation Ärzte ohne Grenzen und des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz getötet worden. Nach dem Angriff schickten die Streitkräfte Hubschrauber um die Verletzten zu bergen.

Die extremistische Boko-Haram-Gruppe steht seit 2009 für Gewalt. Boko Haram ist ein Ableger des Terrornetzwerkes Al-Kaida. Die Terroristen greifen immer wieder Busbahnhöfe, Märkte, Moscheen und Kirchen an. Die Gruppe wurde durch verschärfte Interventionen der Nachbarländer etwas geschwächt. Trotzdem verübt die Terroristengruppe weiterhin blutige Anschläge. Die Boko-Haram-Terroristen setzen sich für die Einführung der Scharia in ganz Nigeria und das Verbot westlicher Bildung ein. Boko Haram ist bekannt für die Ermordung von Christen und Muslimen. Berichte aus dem März 2015 belegen, dass sich Boko Haram der Terror-Miliz Islamischer Staat (IS) angeschlossen hat. Ende Dezember kamen bei der Explosion einer Bombe in einer Moschee 20 Menschen ums Leben. Seit 2009 kamen bei den Anschlägen von Boko Haram mindestens 20.000 Menschen ums Leben. Rund 2,7 Millionen Menschen sind nach Angaben der Vereinten Nationen (UN) vor der Terrormiliz geflüchtet.

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Höher als die Berliner Mauer: Flüchtlingsunterkunft in München wird eingemauert

Symbolfoto: © lichtkunst.73 | pixelio.de

Symbolfoto: © lichtkunst.73 | pixelio.de

In München entsteht in Neuperlach Süd zur Zeit an der Nailastraße eine vier Meter hohe Mauer rund um die dortige Flüchtlingsunterkunft für Jugendliche. Mit vier Metern Höhe ist diese Mauer höher, als die Berliner Mauer. Sieben Anwohner klagten vor dem Münchener Verwaltungsgericht, weil sie sich von ihrem Ruhe- und Erholungsbedürfnis gestört fühlten. Ihnen wurde Recht gegeben. In der Flüchtlingsunterkunft ist jedoch noch niemand eingezogen, weil die Unterkunft noch nicht fertiggestellt ist. In der Unterkunft sollen 160 jugendliche Schutzsuchende einziehen. Die Mauer darf nicht zum Spielen und Klettern verwendet werden.

Ob Integration so möglich ist, kann nicht gesagt werden. Der stellvertretende Vorsitzende im Bezirksausschuss Ramersdorf-Perlach sagte, dass mit der Mauer Menschen Recht gegeben wurde, die andere ausgrenzen wollen.

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Kassel-Calden: 19 Verletzte nach Brand in Flüchtlingsunterkunft

Symbolfoto: © burntimes

Symbolfoto: © burntimes

Am Sonntagmittag gegen 13.15 Uhr brannten mehrere Wohncontainer in der Flüchtlingsunterkunft im hessischen Kassel-Calden. Die Feuerwehr war mit einem Großaufgebot und 300 Feuerwehrleuten vor Ort und benötigte drei Stunden, um das Feuer unter Kontrolle zu bringen. Die Rauchwolke war über eine größere Entfernung zu sehen. Mindestens 16 Menschen wurden verletzt, drei von ihnen in Krankenhäuser eingeliefert. Bei den Verletzten handelt es sich um Schutzsuchende, Sicherheitsleute und eine Feuerwehrfrau. Das Gebäude, in dem es brannte, war nach Angaben der Polizei komplett abgeschlossen, sodass ein fremdenfeindlicher Hintergrund ausgeschlossen werden kann. Es brannte von innen nach außen, bestätigte auch die Feuerwehr. Als das Feuer ausbrach war gerade Mittagszeit, sodass sich die meisten Schutzsuchenden zu der Zeit zum Essen versammelt hatten. Diesem Zufall ist es zu verdanken, dass nicht noch mehr Bewohner eine Rauchgasvergiftung erlitten. In der betroffenen Unterkunft in Kassel-Calden leben zur Zeit 380 Schutzsuchende. Die Unterkunft ist für bis zu 1.200 Bewohner ausgelegt.

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Syrien: Luftangriff auf Flüchtlingsunterkunft –– 28 Tote, darunter sieben Kinder

Symbolfoto: © Katharina Wieland Müller | pixelio.de

Symbolfoto: © Katharina Wieland Müller | pixelio.de

Am Donnerstag kamen in einem von Rebellen kontrollierten Gebiet in Nord-Syrien 28 Menschen in einer Flüchtlingsunterkunft ums Leben, unter ihnen mindestens sieben Kinder. Auf die Flüchtlingsunterkunft wurde ein Luftangriff von mehreren Kampfjets ausgeübt. Der Angriff ereignete sich in der Stadt Sarmada, in der Provinz Idlib ganz in der Nähe der türkischen Grenze. Die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte bestätigte den Luftangriff aus das Flüchtlingslager. Wer den Luftangriff ausführte ist zur Stunde noch unklar. BBC berichtete, dass Syrien oder Russland für den neuen Luftangriff mit dutzenden Toten verantwortlich sein soll. Vor dem Luftangriff war in Aleppo nach starken Kämpfen eine Waffenruhe in Kraft getreten. Aleppo liegt 30 Kilometer von der betroffenen Stadt Sarmada entfernt. Das Assad-Regime kündigte jedoch an, auch während der Waffenruhe auf einen endgültigen Sieg zu setzen und die dafür erforderlichen Maßnahmen durchzuführen.

Der Bürgerkrieg in Syrien tobt inzwischen seit fünf Jahren. In dem blutigen Krieg starben mehr als 250.000 Menschen.

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Bautzen (Sachsen): Flüchtlingsunterkunft brannte nieder und Schaulustige jubelten

© Stadt Bautzen

© Stadt Bautzen

In der Nacht zu Sonntag ist das ehemalige Hotel „Husarenhof“ im sächsischen Bautzen, das als Flüchtlingsunterkunft vorgesehen war, vorsätzlich in Brand gesteckt worden. Die Feuerwehr bestätigte, dass der gesamte Dachstuhl des „Husarenhofs“ am Rande der Innenstadt brannte. Das Gebäude sollte für Flüchtlinge hergerichtet werden und wurde zuletzt als Hotel benutzt. Die Ermittler teilten mit, dass es sich um Brandstiftung handelte. Einen konkreten Tatverdacht gegen eine Person gibt es bisher nicht, es wird in alle Richtungen ermittelt. Brandursachenermittler haben am Sonntagnachmittag ihre Untersuchungen in dem Gebäude aufgenommen. Die Löscharbeiten der Feuerwehren wurden durch Schaulustige, die jubelten, während das Gebäude brannte, zum Teil stark behindert. Gegen drei Bautzener musste ein Platzverweis ausgesprochen werden. Bei zwei von ihnen handelte es sich um stark betrunkene 20-Jährige. Beide wurden in Gewahrsam genommen, weil sie der mehrfachen Aufforderung nicht nachkamen und Widerstand gegen die Polizei leisteten. Augenzeugenberichten zufolge waren auch Kinder unter den Schaulustigen. Die Menschen riefen unter anderem: „Wir wollen keine Asylantenheime.“ In dem ehemaligen Hotel sollten bis zu 300 Schutzsuchende ein neues Zuhause finden. Die Bautzener setzten am Sonntag ein starkes Zeichen und versammelten sich spontan zu einer Solidaritätskundgebung. Sie demonstrierten und hatten Transparente mit starken Aussagen wie „Wenn Häuser brennen darf man nicht klatschen“ dabei.

Innenminister Thomas de Maiziére sagte, dass die Schwelle des Aufstands deutlich überschritten ist und die Ergebnisse völlig inakzeptabel sind. Sachsens Ministerpräsident Tillich erklärte am Sonntag, dass das keine Menschen sind, die so etwas tun, sondern Verbrecher, die für ihre kriminellen Taten bestraft werden müssen. Er ergänzte, dass die Vorkommnisse in Bautzen und die Ausschreitungen in Clausnitz widerlich und abscheulich seien. Erst am Donnerstag wurde ein Bus mit Schutzsuchenden von mehreren offensichtlich gewaltbereiten Rechtsextremen belagert, sodass die Insassen am Aussteigen gehindert wurden.

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Neues Ausmaß der Gewalt: Unbekannter wirft Handgranate auf Flüchtlingsunterkunft Villingen-Schwenningen

Symbolfoto: © Paul-Georg Meister | pixelio.de

Symbolfoto: © Paul-Georg Meister | pixelio.de

In der Nacht zu Freitag, um kurz nach Mitternacht, haben Unbekannte eine Handgranate auf eine Flüchtlingsunterkunft in Villingen-Schwenningen geworfen. Die Kriegsgranate wurde von einem Wachmann gegen 1.15 Uhr entdeckt. Die unbekannten Täter haben die Handgranate über den Zaun geworfen. Glücklicherweise explodierte die Handgranate nicht. Die Polizei schließt nicht aus, dass der versuchte Anschlag auch dem diensthabenden Wachpersonal gegolten haben könnte. Auf der Kaserne leben zur Zeit 176 Flüchtlinge aus Syrien, Afghanistan, dem Irak und Albanien. Bei der aufgefundenen Handgranate handelt es sich um eine Kriegswaffe. Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius bezeichnete die Tat als Terrorismus. Die Täter sind noch nicht bekannt, ein rassistisches Motiv liegt jedoch nahe. Zur Stunde ist noch unklar, ob in der Handgranate ein Zünder verbaut war. TNT war Angaben des Kampfmittelräumdienstes auf jeden Fall in der Granate. Die Wirkung des verbauten TNT’s wäre im Umkreis von bis zu 20 Metern tödlich gewesen. Die Kriminalpolizei hat eine Sonderkommission eingeschaltet. Insgesamt fahnden 75 Beamte nach den Tätern. Aus der Nachbarschaft gab es schon erste Hinweise.

Es ist bundesweit der erste Angriff auf ein Flüchtlingsheim, bei dem Sprengstoff zum Einsatz kam. Bis jetzt gab es lediglich mehrere Fälle, in denen Pyrotechnik eingesetzt wurde.

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Westerland auf Sylt: Mann bei Messerangriff in Flüchtlingsheim getötet

Symbolfoto: © Paul-Georg Meister | pixelio.de

Symbolfoto: © Paul-Georg Meister | pixelio.de

Auf der Nordseeinsel Sylt hat sich am frühen Mittwochmorgen gegen 7.45 Uhr in einer Flüchtlingsunterkunft eine Messerstecherei in der Flüchtlingsunterkunft im Westerländer Sjipwai ereignet. Ein Mann starb nach einem heftigen Streit mit vermutlich drei Beteiligten. Ein Mann gilt als dringend tatverdächtig. Er wurde festgenommen, bestätigte die Polizei. Zum Alter und zur Nationalität des Mörders machten die Polizisten zunächst keine Angaben. Das Todesopfer soll seit etwa einem Jahr in der Flüchtlingsunterkunft auf Sylt gelebt haben. Der mutmaßliche Täter konnte nach kurzer Flucht gefasst werden. Seit 16 Uhr wurde der Mann zu den Vorwürfen befragt. im Vorfeld wurde seine Identität geklärt, um den richtigen Dolmetscher dabei zu haben. Das Opfer lief Zeugenaussagen zufolge blutüberströmt und mit einem Messer im Hals aus dem Gebäude. Anschließend lief der Mann um das Haus und brach dort zusammen. Das Opfer starb trotz eingeleiteter Wiederbelebungsversuche noch am Flüchtlingsheim. Die Anwohner zeigten sich geschockt. Sie durften während der Spurensicherung ihre Häuser und Wohnungen nicht verlassen. Die genauen Hintergründe der Tat sind noch unklar.

In der betroffenen Flüchtlingsunterkunft sind zur Zeit rund 30 Menschen untergebracht. Das Haus diente früher als Obdachlosenunterkunft. Heute leben dort neben Flüchtlingen auch einige Deutsche. Auf Sylt sind zur Zeit rund 160 Flüchtlinge untergebracht.

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Bremen: Brandanschlag auf Flüchtlingsunterkunft

Symbolfoto: © burntimes

Symbolfoto: © burntimes

In Bremen haben Unbekannte in der Nacht zu Samstag im Stadtteil Blumenthal eine Flüchtliungsunterkunft in Brand gesetzt. Auf ein für Flüchtlinge gedachtes Zelt in der Kreinslorgerstraße wurde ein Anschlag verübt. Verletzt wurde niemand, das Zelt befand sich noch in der Aufbauphase und war leer. Die Kriminalpolizei ermittelt in Kooperation mit dem Staatsschutz und sucht nun dringend Zeugen. Am Samstag verurteilten führende Politiker den Brandanschlag auf die geplante Flüchtlingsunterkunft scharf. Die Polizei Bremen teilte mit, dass Arbeiter am Sonnabendmorgen Brandschäden am Fußboden des Großzeltes entdeckt hatten. Die bislang noch unbekannten Täter hatten offenbar von außen versucht, Bodenbretter und die Kunststoffkassetten einer Seitenwand mit dem Einsatz eines Brandbeschleunigers anzuzünden. Dabei wurde allerdings lediglich der Holzfußboden in Mitleidenschaft gezogen. Das Feuer griff nicht auf das Zelt über. An der Außenseite des Zeltes waren lediglich leichte Verrußungen zu erkennen.

Der Staatsschutz teilte mit, dass es sich keinesfalls um ein zufälliges Feuer gehandelt hat. Bis Samstagabend gab es noch keinerlei Hinweise auf mögliche Täter. Die Polizei denkt nun über den Einsatz von möglichen Wachdiensten an den Flüchtlingsunterkünften nach.

Die Polizei nimmt Zeugenhinweise unter der Rufnummer 0421 / 362-3888 entgegen.

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Heidenau: Gewalt eskaliert –– Polizei setzt Wasserwerfer und Tränengas ein

Symbolfoto: © Initiative Echte Soziale Marktwirtschaft (IESM)    | pixelio.de

Symbolfoto: © Initiative Echte Soziale Marktwirtschaft (IESM) | pixelio.de

Die Gewalt im sächsischen Heidenau ist vergangene Nacht erneut eskaliert. Auch am Sonntagabend beziehen Wasserwerfer Stellung. Es sind erneut zahlreiche Flüchtlingsgegner auf der Straße, die sich ab 20 Uhr auf den Weg zu der neuen Flüchtlingsunterkunft im ehemaligen Baumarkt Praktiker, machen wollen. Die Polizei teilte uns soeben mit, dass man um eine gesicherte Lagertrennung bemüht sei und ein Kontrollbereich in Heidenau eingerichtet wurde der sich bis in die Innenstadt erstreckt. In Heidenau befinden sich mehrere Hundertschaften der Polizei Sachsen vor Ort. In der Nacht zu Sonntag flogen Flaschen und Feuerwerkskörper. Die Polizei musste eine Straße vor dem Flüchtlingsheim räumen, nachdem Flüchtlingsgegner dort massiv randaliert haben und unter anderem Baustellenabsperrungen durch die Gegend warfen. Zwei Polizisten wurden verletzt. In der Nacht zuvor musste die Polizei einen Bus mit Flüchtlingen zu der Unterkunft eskortieren, um sie vor dem rechten Mob zu schützen (wir berichteten).

Die Bundesvorsitzende der Grünen, Katrin Göring-Eckardt sagte, dass einzelne Ausschreitungen nicht ausgeschlossen werden können. Wenn aber ein rechtsextremer Mob zwei Nächte nacheinander Menschen bedroht, dann ist das Gewaltmonopol von Deutschland in Gefahr, sagte sie. Katrin Göring-Eckardt warnte in diesem Zusammenlag vor neuem rechten Terrorimus à la NSU und versteht die Zögerlichkeit der Bundeskanzlerin Merkel nicht.

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