Stundenlange Geiselnahme in Höxter: 46-Jähriger entführt Linienbus

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In Höxter hat ein 46-jähriger Mann am Freitagabend gegen 21.15 Uhr einen Linienbus und den Busfahrer entführt. Nach einer dreistündigen Verfolgungsjagd gelang es Spezialeinheiten der Polizei den psychisch kranken Mann auf einem Parkplatz der Bundesstraße 64 zu überwältigen und zu verhaften, während dieser eine Toilettenpause einlegte. Der 46-jährige Mann hatte den Bus in Höxter unter seine Gewalt gebracht. Zu der Zeit befand sich neben dem Busfahrer noch eine andere Person im Bus. Dem Fahrgast gelang es jedoch kurz darauf während eines kurzen Stopps den Bus zu verlassen. Daraufhin fuhr der 46-jährige Mann alleine mit dem Busfahrer weiter. Die Polizei versuchte telefonisch mit dem Entführer zu verhandeln. Das brachte keinen Erfolg. Bei der Festnahme gegen 0.50 Uhr wurde niemand verletzt. Die Polizisten entdeckten bei der anschließenden Durchsuchung des Busses mehrere Messer, die der Geiselnehmer mit sich führte.

Die Polizei teilte mit, dass der 46-Jährige bereits in der Vergangenheit psychisch auffällig gewesen sei und Alkohol sowie Drogen konsumierte. Das Motiv des Mannes ist unklar.

Philippinen: Frist abgelaufen – Schicksal deutscher Geisel ist unklar

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Auf den Philippinen wurde vor knapp vier Monaten ein deutscher 70-jähriger Segler entführt und auf die Insel Jolo verschleppt. Die Terrororgansiation Abu Sayyaf steht den Terroristen des „Islamischen Staats“ (IS) nahe und forderte 570.000 Euro Lösegeld für den 70-Jährigen. Am Sonntag lief das Ultimatum der Entführer ab. Die Terrorgruppe hatte mit der Enthauptung der Geisel gedroht in dem Fall, dass die 570.000 Euro nicht bis zum 26. Februar gezahlt werden. Kurz vor dem Ablauf des Ultimatums hatte die philippinische Luftwaffe mehrere Verstecke der Terrorgruppe angegriffen. Eine Bodenoffensive auf der Insel Jolo ist in Vorbereitung. Es gibt bereits Berichte, denen zufolge die Geisel hingerichtet wurde. Die philippinische Regierung prüft die Berichte auf Echtheit. Die Armee teilte mit, dass der Tod erst bestätigt wird, wenn es eine Leiche gibt. Der deutsche Segler hatte am 14. Februar in einer Videobotschaft um Hilfe gebeten. Während der Geiselnahme wurde die Frau des 70-Jährigen getötet. Sie soll die Terroristen mit einer Waffe bedroht haben. Die Terroristen hatten die Segelyacht überfallen. Die Yacht wurde später vor der Südküste der Philippinen vom Militär gefunden. Das Erpressen von Lösegeldern ist die wichtigste Einnahmequelle für die Terroristen von Abu Sayyaf.

Das betroffene Paar wurde 2008 schon einmal von ihrer 16-Meter-Jacht entführt. Damals wurden beide wochenlang festgehalten und terrorisiert, unter anderem mit simulierten Erschießungen. Der Überfall damals geschah in den Gewässern zwischen Malaysia und den südlichen Philippinen.

Malta: Flugzeugentführung wurde unblutig beendet

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Am Freitag wurde ein libysches Passagierflugzeug nach Malta entführt. Im Flugzeug befanden sich 118 Menschen. Die Airbus-Maschine der staatlichen Fluggesellschaft flog ursprünglich einen Inlandsflug von Sabha nach Tripolis. Plötzlich änderte Flug 8U209 jedoch seinen Kurs in Richtung Malta. Gegen 11.30 Uhr landete die Maschine schließlich in der maltesischen Hauptstadt Valetta. Alle Geiseln wurden freigelassen und sind in Sicherheit. Anschließend ergaben sich die zwei Entführer den maltesischen Sicherheitskräften. Nach einer Durchsuchung wurden sie verhaftet. Zuvor drohten die Entführer damit die Maschine in die Luft zu sprengen. Die beiden Entführer waren Anhänger des langjährigen Machthabers Mummar al-Gaddafi. Nachdem die Entführer sich ergeben hatten, baten sie um politisches Asyl in Malta. De Regierungschef von Malta teilte mit, dass bei den Festgenommenen eine Handgranate und eine Handfeuerwaffe gefunden wurde.

Nigeria: Mindestens 30 Tote bei Selbstmordanschlag durch Schülerinnen

Symbolfoto: © Wikimedia Commons | wikipedia

Mindestens 30 Menschen sind bei zwei Selbstmordanschlägen in Nigeria getötet worden und 57 weitere wurden bei dem Angriff am Freitag verletzt. Zwei Schülerinnen sprengten sich inmitten eines beliebten Marktes in Madagali in die Luft. Das Militär machte bereits die Terrorgruppe Boko Haram für die Tat verantwortlich. Die radikalisierte Gruppierung kämpft seit Jahren für einen islamistischen Gottesstaat im Nordosten Nigerias. Boko Haram hat in den letzten Jahren tausende Menschen getötet und Hunderte verschleppt, darunter zahlreiche Schülerinnen. Mehr als zwei Millionen Menschen sind vor der den Extremisten geflohen.

Syrien: IS-Terroristen verschleppen mindestens 1.000 Zivilisten

Symbolfoto: © Katharina Wieland Müller | pixelio.de

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Die Terrorgruppe Islamischer Staat (IS) hat im Norden Syriens am Freitag mindestens 1.000 Menschen entführt, unter ihnen viele Kurden. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte bestätigte die Entführung. Der IS wird zur Zeit in Nordsyrien von kurdischen Truppen bedrängt und angegriffen. Die meisten Opfer wurden aus Al-Bab in der Provinz Aleppo verschleppt. Rund 300 Menschen wurden von der Terrororganisation in die syrische IS-Hochburg Al-Rakka gebracht. Auf der Flucht wurden fünf Personen erschossen und weitere 13 Zivilisten sind hingerichtet worden.
Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte verfügt über ein breites Netzwerk an Informanten.

US-Polizei befreit zwölf Mädchen aus dem Haus eines Mannes

Symbolfoto: © O. Fischer | pixelio.de

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Im US-Bundesstaat Pennsylvania hat die Polizei im Haus eines 51-jährigen Mannes zwölf Mädchen im Alter zwischen sechs Monaten und 18 Jahren entdeckt. Zur Zeit ist noch unklar, woher sie stammen. Der Vater des ältesten Mädchens gab bei der Polizei an, dass er dem 51-Jährigen seine Tochter vor vier Jahren geschenkt hatte. Damit revanchierte er sich nach eigener Aussage dafür, dass ihm der Mann aus einer finanziellen Krise half. Woher die anderen Mädchen stammen ist noch unklar. Die Polizei versucht das nun im Verlauf des Wochenendes zu ermitteln. Es läuft darauf hinaus, dass die Mädchen offenbar alle aus der gleichen Gemeinde in Pennsylvania stammen.

Nachbarn schlugen Alarm und riefen die Polizei, weil sie befürchteten, dass die Kinder vernachlässigt wurden. Ihnen fiel unter anderem auf, dass die Kinder keine Schule besuchten.

Der 51-Jährige wurde festgenommen und soll sich unter anderem wegen sexuellen Angriffs auf eine Minderjährige verantworten. Parallel wurden auch die Eltern des 18-jährigen Mädchens wegen Verschwörung zu sexuellem Angriff und die Mutter wegen Kindesgefährdung angeklagt.

Entführte Mädchen in Nigeria: Hoffnung nach zwei Jahren

Symbolfoto: © Wikimedia Commons | wikipedia

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Vor zwei Jahren wurden in Nigeria 276 Schülerinnen entführt. Am Donnerstag tauchte ein Lebenszeichen einiger vermisster Schülerinnen auf. Der amerikanische Fernsehsender CNN strahlte ein Video aus, in dem 15 verschleierte Mädchen zu sehen waren. Bei ihnen soll es sich um Opfer der Entführung vor zwei Jahren handeln. Einige Angehörige erkannten die Schülerinnen in der Aufnahme wieder. Die Mädchen sagen in dem Video ihren Namen und teilen mit, dass sie 2014 verschleppt wurden und dass es ihnen gut geht. Als Datum der Aufzeichnung nennen sie den 25. Dezember 2015. Der Fernsehsender CNN hatte das Video von der nigerianischen Regierung erhalten.

Es scheint Verhandlungen über eine mögliche Freilassung der entführten Schülerinnen zu geben oder zumindest gegeben zu haben. Fakt ist aber, dass Nigeria, was die Freilassung oder Befreiung der Mädchen angeht, auch zwei Jahre nach der Entführung noch immer keinen Schritt weiter gekommen ist.

Die Boko-Haram-Kämpfer hatten am Abend des 14. April 2014 insgesamt 276 Mädchen aus einer staatlichen Schule verschleppt. Lediglich 57 Mädchen gelang die Flucht, 219 werden noch heute vermisst. Ein Angehöriger sagte, dass die Veröffentlichung des Videos ihnen Kraft gibt und sie jetzt daran glauben können, dass die verschleppten Schülerinnen am Leben sind. Das letzte Video wurde im Mai 2014 veröffentlicht. Seit dem gab es keinerlei Lebenszeichen mehr. Habiba Balogun von der Kampagne „Bring Back Our Girls“ sagte, dass das Video der Beweis dafür ist, dass die Entführung tatsächlich stattfand.

Am zweiten Jahrestag der Entführung gingen zahlreiche Menschen auf die Straße, um Mahnwachen und Demonstrationen abzuhalten. In der Hauptstadt Abuja gingen hunderte Menschen auf die Straße, um die Freilassung der Schülerinnen zu fordern. Die Sekte Boko Haram kämpft sei Jahren für die Errichtung eines islamischen Gottesstaats. Mindestens 20.000 Menschen wurden in dem Konflikt bis heute getötet. Boko Haram verschleppte über die Jahre tausende Mädchen und Frauen, um sie als Sexsklavinnen oder als Selbstmordattentäterinnen zu missbrauchen. Die extremistische Boko-Haram-Gruppe steht seit sechs Jahren für extreme Gewalt. Boko Haram ist ein Ableger des Terrornetzwerkes Al-Kaida.

Massaker in Ostsyrien: IS-Terroristen entführten mehr als 400 Menschen – dutzende Tote

Symbolfoto: © Katharina Wieland Müller | pixelio.de

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Die Terroristen des Islamischen Staats (IS) richteten in einem Vorort der ost-syrischen Stadt Dair as-Saur ein Blutbad an. Mindestens 135 Menschen – darunter viele Zivilisten – wurden getötet und 400 weitere wurden von den Terroristen entführt. Unter den entführten befinden sich auch Frauen und Kinder. Die Terroristen stürmten mit schwerer Bewaffnung am Samstag einen Vorort der Stadt Dair as-Saur. Ein Teil der betroffenen Stadt wird von Regierungstruppen kontrolliert. Trotzdem konnten die Terroristen zuschlagen. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte bestätigte, dass über 400 Zivilisten verschleppt worden sind. Bei den meisten Entführten handelt es sich um Familienangehörige der regierungstreuen Kämpfer. Die Verschleppten wurden nach Angaben von Menschenrechtlern in den Westen der Provinz und in Richtung der inoffiziellen IS-Hauptstadt Al Rakka gebracht. Das Gebiet rund um Dair as-Saur wird mit kleineren Ausnahmen komplett von den IS-Terroristen kontrolliert.

Die Zustände in der Region sind sehr schlecht. Ein russisches Transportflugzeug hatte zuletzt 22 Tonnen Lebensmittel und Medizin über Dair as-Saur abgeworfen. In der Stadt sind 250.000 Menschen eingeschlossen. Die IS-Terroristen verhindern, dass Nahrungs- und Arzneimittel auf dem Landweg in die Stadt gelangen.

Sachsen: Die entführte 17-jährige Anneli wurde ermordet

Symbolfoto: © Rike  | pixelio.de

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Die 17-jährige Unternehmertochter Anneli wurde letzten Donnerstag gegen 19.30 Uhr beim Gassi gehen mit ihrem Hund, einem Beagle, von zwei Männern überwältigt und in ein Auto verschleppt. Auf einem Feld neben einem leerstehenden Gebäude ist die Leiche von Anneli am Dienstagabend gegen 18 Uhr gefunden worden. Die Staatsanwaltschaft bestätigte, dass das junge Mädchen ermordet worden ist. Zwei dringend Tatverdächtige im Alter von 39 und 61 Jahren wurden von jeweils einem Sondereinsatzkommando festgenommen. Einer der Festgenommenen gab den Ermittlern den entscheidenen Hinweis zum Tatort. Bei dem jüngeren Täter handelt es sich um einen arbeitslosen Koch aus Bayern. Er wurde in Burgebrach bei Bamberg verhaftet. Der zweite Täter ist selbst Vater von zwei Kindern. Die Polizei kam auf ihn, weil seine DNA-Spuren auf dem Fahrrad der 17-Jährigen gefunden worden waren. Er war in der DNA-Datenbank registriert, weil gegen ihn schon einmal wegen eines Sexualdelikts ermittelt wurde. Ebenso war er wegen des Verdachts der Brandstiftung und des Versicherungsbetrugs im Visier der Ermittler. Der 39-Jährige wohnte auf dem Bauernhof in Lampersdorf, auf dem die Leiche gefunden wurde. Erst vor ein paar Wochen zog er mit seiner Familie nach Bayern. Die Leiche von Anneli wurde hinter einer Mauer auf dem Grundstück entdeckt. Die Leiche war abgedeckt. Anneli soll von den Tätern mit einem Gurt erdrosselt worden sein. Die Polizei gab an, dass die 17-Jährige bereits am Freitag getötet wurde. Am Freitag soll der Täter noch Kaufinteressenten durch seinen Bauernhof geführt haben. Die Täter wussten offenbar nach den ersten Kontakten zur Familie nicht weiter. Die Polizei sprach von unprofessionellem Vorgehen. Die beiden Männer waren nicht maskiert. Deswegen entschlossen sie sich möglicherweise die 17-Jährige zu töten. Die Polizei geht zur Zeit von einem Verdeckungsmord aus. Auf einer Pressekonferenz teilte ein Sprecher der Polizei mit, dass davon ausgegangen wird, dass die Tötung von Anneli nicht zu verhindern war und die Polizei nie eine Chance hatte, sie zu retten. Lediglich der Hund wurde unversehrt in der Nähe des Fundorts des Fahrrads aufgefunden. Die Täter banden den Hund an einen Baum.

Da der 39-Jährige auch einen Hund hatte ist davon auszugehen, dass mindestens einer der Täter Anneli kannte.

Die Entführer riefen mit dem Handy von Anneli den Vater an und forderten 1,2 Millionen Euro Lösegeld. Der Vater hörte im Hintergrund einen Schrei seiner Tochter. Es war das letzte Lebenszeichen von seiner Tochter. Bei dem 39-jährigen Mann aus Bayern wurde auch das Tatfahrzeug, ein grauer BMW, sichergestellt. Nach zahlreichen Durchsuchungen und einer großangelegten Fahndung nach der Schülerin wurde die Leiche auf einem Bauernhof in Lampersdorf gefunden, bestätigte die Polizei. Rund 1.200 Polizisten waren an den fieberhaften Fahndungsmaßnahmen beteiligt. Gegen die beiden Täter wird wegen gemeinschaftlichen Mordes und gemeinschaftlichen erpresserischen Menschenraubes mit Todesfolge ermittelt. Gegen beide Täter werden am Dienstag Haftbefehle erlassen.

Kabul: Bewaffnete entführen Deutsche

Symbolfoto: © burntimes.com

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In der afghanischen Hauptstadt Kabul ist eine deutsche Entwicklungshelferin entführt worden. Die Frau sei am Montagmorgen von Bewaffneten im zentralen Qala-Fatullah-Viertel aus ihrem Auto entführt worden, sagte ein Polizeibeamter der zunächst anonym bleiben wollte. Afghanischen Medienberichten zufolge arbeitet die Frau für die Deutsche Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ). Das Auswärtige Amt wollte diesen Fall zunächst nicht kommentieren. Nach der Entführung wurde für deutsche Journalisten und Entwicklungshelfer eine Ausgangssperre verhängt, weil die Polizei mit einem Großaufgebot nach der Frau und den Entführern sucht.

Seit die Nato-Mission in Afghanistan Ende 2014 eingestellt wurde, hat die Gewalt und die Unsicherheit im Land wieder zugenommen. In Kabul häufen sich Entführungen und Anschläge. Im Juni wurde in Afghanistan eine niederländische Entwicklungshelferin entführt. Von ihr fehlt noch heute jede Spur.