Eierproduzent in Bayern soll für internationalen Salmonellen-Skandal verantwortlich sein

Symbolfoto: © Timo Klostermeier   | pixelio.de

Symbolfoto: © Timo Klostermeier | pixelio.de

Ein Eierproduzent aus Niederbayern trägt offenbar die Verantwortung für den europaweiten Salmonellen-Ausbruch mit hunderten Erkrankten. Das berichteten am Abend die „Süddeutsche Zeitung“ und der „Bayerische Rundfunk“ übereinstimmend. Im Sommer 2014 waren in Deutschland, Großbritannien, Österreich, Frankreich und Luxemburg mehrere hundert Menschen an Salmonellose erkrankt. Mindestens zwei Männer starben daran. Eine Spur führt zur Produktionsfirma „Bayern Ei“ aus Aiterhofen. Die betroffene Firma zählt zu einer der größten in der Branche. Die verseuchten Eier sollen aus drei bayerischen Legebatterien gestammt haben. Experten aus Großbritannien und Österreich bestätigten am Mittwoch, dass eine direkte Verbindung der Todesfälle zu „Bayern Ei“ herzustellen sei. Aufgrund der Rekonstruktion des Lieferweges der verseuchten Eier kann mit hoher Wahrscheinlichkeit gesagt werden, dass der Produzent aus Aiterhofen die Verantwortung für den Salmonellen-Skandal trägt. Proben bei „Bayern Ei“ bestätigten, dass die Bakterien nahezu identisch mit denen der verseuchten Eier waren. Die Staatsanwaltschaft in Regensburg hat Ermittlungen gegen den Inhaber von „Bayern Ei“ eingeleitet. Der Firmenchef will sich zu den Vorwürfen zunächst nicht äußern. Der Verein „Soko Tierschutz“ war an Videoaufnahmen gelangt, die heimlich in einem Stall des Produzenten gemacht worden sind. Die „Süddeutsche Zeitung“ berichtete, dass das Video nach dem Salmonellen-Ausbruch aufgezeichnet wurde. In den Videos sind dreckige Ställe und tote Hühner, die auf dem Boden liegen, zu sehen. Es handelt sich um einen klaren Rechtsverstoß. Der Verein sieht besonders bei den Tierkadavern eine mögliche Quelle für die Ausbreitung der Keime.

Im Juli 2014 waren beim Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) die ersten Salmonellose-Warnungen aus dem Ausland eingegangen. Die Behörde reagierte offenbar sehr zögernd. Trotz strenger Vorschriften gelangten die verseuchten Eier in den Handel.

Verbraucher erkennen die Eier aus dem Skandalbetrieb an folgender Kennzeichnung:
3-DE-0920431 – Farm Niederharthausen-Aiterhofen
3-DE-0920411 – Farm Wallersdorf Ettling
3-DE-0920441 – Legehennenfarm Tabertshausen