Entscheidung des Bundestags: Verbot für organisierte Sterbehilfe

Symbolfoto: © Thorben Wengert | pixelio.de

Symbolfoto: © Thorben Wengert | pixelio.de

Der Bundestag hat sich am Samstag gegen eine geschäftsmäßige Sterbehilfe ausgesprochen und diese verboten. Wenn es um das Sterben geht, kann es keine einfachen Lösungen geben. Jeder menschliche Körper reagiert anders auf Krankheit und Schmerz. Es fällt dadurch Menschen einfacher oder schwerer Abschied zu nehmen. Richtig an der Entscheidung war sicherlich, dass dadurch den Vereinen und Ärzten das Handwerk gelegt wird, die ihre Aufgabe in der Verabreichung von Giftcocktails sehen. Immer dann, wenn sich ein Mensch das Leben nehmen will ist es Ausdruck höchster Verzweiflung und Hilflosigkeit. Statt den Suizid anzubieten soll das Hauptaugenmerk darauf gelegt werden, dass Ärzte und Pflegekräfte alles daran setzen kranken Menschen die Schmerzen zu lindern und ihnen Mut zum Leben auszusprechen. In unserer Gesellschaft muss der Suizid die Ausnahme bleiben, urteilte der Bundestag. Patienten steht es weiterhin frei eine Behandlung auf eigenen Wunsch abzubrechen. Am Donnerstag hatte der Bundestag entschieden, dass die Pflege und die Palliativmedizin weiter ausgebaut werden soll.

Die Entscheidung des Bundestags stößt auf viel Kritik, weil viele Menschen selbst bestimmen möchten, wie sie aus dem Leben scheiden. Eine Umfrage im Juli hatte ergeben, dass mehr als 40 Prozent der Deutschen es am Liebsten hätten, wenn ihnen Ärzte am Ende ihres Lebens direkt eine tödliche Spritze verabreichen würden – so wie es beispielsweise in den Niederlanden oder Belgien erlaubt ist.