Hans-Dietrich Genscher ist tot –– ein Nachruf

Symbolfoto: © Gge | wikipedia

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Der ehemalige, langjährige deutsche Außenminister und Vizekanzler Hans Dietrich Genscher ist tot. Er verstarb in der Nacht zu Freitag im Alter von 89 Jahren im Beisein seiner Familie. Genscher sein größter Erfolg war ein Satz, den er nie beenden konnte. Am 30. September 1989 verkündete Genscher vom Balkon der deutschen Botschaft in Prag tausenden wartenden Menschen den Satz: „Liebe Landsleute, wir sind zu Ihnen gekommen, um Ihnen mitzuteilen, dass heute Ihre Ausreise…“. Weiter kam er nicht, der Jubel war zu groß. Genscher war zu diesem Zeitpunkt bereits klar, dass die DDR am Ende war. Genscher schaffte es trotz zahlreichen Krankheiten und Herzinfarkten allen Gewalten des Jahrhunderts zu trotzen. Er war es, der die Wiedervereinigung ermöglichte.

Die schlimmste Erfahrung für ihn war die Geiselnahme während der Olympischen Spiele in München im Jahr 1972. Genscher hatte sich den Palästinensern als Ersatzgeisel für die entführten Israelis angeboten. Die Entführer lehnten das jedoch ab. Der Versuch die Geiseln zu befreien endete in einem Blutbad. Bei der Geiselnahme von München am 5. September 1972 stürmten acht bewaffnete Mitglieder der palästinensischen Terrororganisation „Schwarzer September“ das Wohnquartier der israelischen Mannschaft während der Olympischen Sommerspiele in München und nahmen elf Mannschaftsmitglieder als Geiseln. Zwei bei dem Angriff beziehungsweise wenig später durch Schüsse schwer verletzte Israelis starben bereits in den ersten Stunden der Geiselnahme. Die Geiselnehmer verlangten unter anderem die Freilassung von 232 Palästinensern aus israelischen Gefängnissen. Er hatte nach dieser Niederlage seinen Rücktritt angeboten. Der damalige Bundeskanzler Brandt lehnte diesen jedoch strikt ab. „Nichts ist schlimmer als die Machtlosigkeit nicht helfen zu können, wenn Menschen sterben“, sagte Genscher 40 Jahre nach der Bluttat. Unmittelbar nach dem Blutbad gründete Genscher die GSG9.

1992 wurde Genscher das große Verdienstkreuz Polens und Ungarns verliehen.

Guido Westerwelle verlor den Kampf gegen die Leukämie

Symbolfoto: © Dirk Vorderstraße | wikipedia

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Deutschlands ehemaliger Außenminister Guido Westerwelle ist tot. Er wurde nur 54 Jahre alt und erlag seinem Krebsleiden. Seit November 2015 war Westerwelle im Krankenhaus behandelt worden. Dort musste er sich immer wieder Operationen unterziehen. Eine durchgeführte Knochenmarktransplantation zeigte nicht den gewünschten Erfolg, sondern es kam zu Abstoßreaktionen. Zuletzt lag er im künstlichen Koma, weil sein Immunsystem durch die intensive Behandlung gegen den Krebs sehr stark geschwächt war. Er wurde zuletzt auf die Intensivstation verlegt, wo er sich einigen Not-Operationen unterziehen musste. Er verstarb schlussendlich an einer Lungenentzündung. Bereits im letzten Jahr musste Westerwelle einen Auftritt im Jahresrückblick bei Günter Jauch absagen, weil es zur Abstoßung der Mundschleimhaut gekommen war. Er wurde deshalb erneut in die Klinik eingeliefert. Westerwelles Lebensgefährte Michael Mronz war an Guido Westerwelles Seite als er starb.

Zahlreiche Politiker zeigten sich tief erschüttert über den Tod von Westerwelle. Bundeskanzlerin Merkel teilte mit, dass der Tod von Guido Westerwelle sie tief erschüttert.

Guido Westerwelle hatte sich vor zwei Jahren beim Joggen verletzt. Er sollte operiert werden. Bei den Untersuchungen wurde eine akute Form von Blutkrebs bei ihm diagnostiziert.