Großbritannien: Premierministerin May bestätigt EU-Austritt

Symbolfoto: © Wikimedia Commons | wikipedia

Die EU-Austrittsverhandlungen mit Großbritannien werden in Kürze gestartet. Der Austritt wurde am Mittwoch offiziell beantragt. Durch ihre Erklärung machte Premierministerin May am Mittwoch den Weg frei für die zweijährigen Austrittsverhandlungen aus der EU. „Unsere besten Tage liegen vor uns“, erklärte die britische Premierministerin. Sie sagte weiter, dass es ein historischer Moment ist und es nun kein zurück mehr gibt. Der EU-Ratspräsident Tusk nahm den offiziellen Austrittsgesuch von Großbritannien entgegen. Er zeigte sich offen enttäuscht darüber. „Der Brexit wurde eingeleitet und es gibt keinen Grund zu behaupten, dass es ein glücklicher Tag ist“, erklärte Tusk. „Wir vermissen euch jetzt schon. Danke und auf Wiedersehen“, teilte der EU-Ratspräsident mit.

Großbritannien: Neue Premierministerin May ernennt Brexit-Befürworter Boris Johnson zum Außenminister

Symbolfoto: © Wikimedia Commons | wikipedia

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Drei Wochen sind seit dem Brexit-Votum in Großbritannien vergangen. Am Mittwoch ernannte Königin Elizabeth II Theresa May zur neuen britischen Premierministerin. May besetzte bereits am Mittwochabend wichtige Positionen in ihrem Kabinett neu. Boris Johnson wurde zum Außenminister ernannt. Er war einer der wichtigsten Kämpfer für den Austritt aus der EU. Der Abgeordnete David Davis ist als Staatssekretär für den Brexit zuständig. Den derzeitigen Außenminister, Philip Hammond, ernannte May zum neuen Schatzkanzler. Der Finanzminister George Osborne trat von seinem Amt zurück. In einer ersten Ansprache teilte die 59-jährige Theresa May mit, dass sie als neue Premierministerin gegen die Ungerechtigkeit kämpfen wird. Bundeskanzlerin Angela Merkel teilte mit, dass sie sich auf die Zusammenarbeit mit May freut und sie bald mit ihr in Kontakt treten wird.

Die wichtigste Aufgabe der neuen Premierministerin May in der nächsten Zeit wird es sein den Ausstieg aus der EU zu regeln.

David Cameron, der ehemalige Premierminister, kämpfte gegen das Austreten aus der EU. Am 23. Juni stimmten 52 Prozent der Wahlberechtigten für den Austritt. Aufgrund dieser Niederlage trat Cameron von seinem Amt zurück.

Brexit: Briten sagen nein zu Europa –– Premier Cameron tritt zurück

Symbolfoto: © Wikimedia Commons | wikipedia

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Die Briten haben im Referendum über den Verbleib in der Europäischen Union mit 51,9 Prozent dagegen gestimmt. Damit wird Großbritannien die Euro-Zone verlassen. Im Vorfeld hatte der britische Premier Cameron einen Brexit als einen „Sprung in die Dunkelheit“ bezeichnet. Er hat die Niederlage eingeräumt und gleichzeitig seinen Rücktritt im Oktober diesen Jahres angekündigt. In der Geschichte der Gemeinschaft hat es noch nie einen Austritt aus der EU gegeben. Großbritannien droht durch den EU-Austritt der Verlust eines Fünftels seiner Wirtschaftskraft.
Die teils rechtsextremen Befürworter der Brexit-Bewegung hatten ihren Anhängern unter anderem versprochen, dass die Einreise aus dem EU-Ausland eingedämmt werden soll. Besonders die älteren Briten stimmten für den Austritt, weil ihnen vom Brexit-Fürsprecher Nigel Farage versprochen wurde, dass 350 Millionen Pfund künftig statt an die EU in das britische Gesundheitswesen investiert werden sollen. Bereits am Freitagmorgen, als das amtliche Endergebnis noch nicht feststand, sagte Farage, dass die Zahl von 350 Millionen Pfund falsch sei und er das nicht garantieren könne. Diese Zahl war jedoch im Brexit-Wahlkampf eines der wichtigsten Argumente in der labilen Gesundheitsversorgung in Großbritannien. Eine automatische Krankenversicherung war im Gespräch. Darüber wollte Farage nach dem Brexit nicht mehr sprechen.

Nach Angaben des britischen Schatzkanzlers, George Osborne, kommen auf jeden Haushalt in Großbritannien – durch den Brexit – jährlich Mehrausgaben in Höhe von 4.300 Pfund zu.

England steht nach dem Mord an Joanne Cox unter Schock

Symbolfoto: © Marvin Siefke  | pixelio.de

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Der „Brexit“-Wahlkampf wurde durch ein Attentat auf die britische Labour-Abgeordnete Joanne Cox überschattet. Die 41-jährige Abgeordnete war am Donnerstag von zwei Schüssen einer antiken Schusswaffe getroffen und mit mehreren Messerstichen schwer verletzt worden. Sie wurde mit einem Rettungshubschrauber in das städtische Krankenhaus geflogen. Dort erlag sie wenig später ihren schweren Verletzungen. Nach dem Tod der „Brexit“-Gegnerin wurde der Wahlkampf unterbrochen. Die Polizei nahm am Tatort einen 52-jährigen Mann als Tatverdächtigen fest. Augenzeugenberichten zufolge rief er während der Tat „Großbritannien zuerst“. Die Pro-EU-Abgeordnete Joanne Cox hielt in der Bibliothek der Stadt Birstall in West Yorkshire eine wöchentliche Bürgersprechstunde ab. Beim Verlassen des Gebäudes kam es zu dem Attentat. Der Ehemann der Politikerin äußerte sich nach ihrem Tod und sagte, dass sich Joanne Cox jetzt vor allem zwei Dinge gewünscht hätte. Erstens, dass unserere geliebten Kinder viel Liebe erfahren und zweitens, dass wir uns zusammentun, um gegen den Hass zu kämpfen, der ihr das Leben gekostet hat.

Joanne Cox hinterlässt ihren Ehemann und zwei Kinder. Bundeskanzlerin Angela Merkel zeigte sich erschüttert und bezeichnete den Vorfall als „schrecklich und dramatisch“. Der französische Premierminister sei „tief betrübt“ über die Tat, hieß es. Großbritanniens ehemaliger Premierminister Gordon Brown sagte, dass so etwas in Großbritannien nie wieder passieren darf. Auch die politischen Gegner von Cox verurteilten die Tat scharf und bekundeten ihr Beileid.