Silvester-Terror in Istanbul: Mindestens 39 Menschen starben bei Angriff auf Nachtclub

Symbolfoto: © Wikimedia Commons | wikipedia

Nach dem Angriff auf eine Silvesterangriff in Istanbul ist der Attentäter weiterhin auf der Flucht. Bei dem Terrorangriff starben mindestens 39 Menschen – darunter 15 Ausländer. Außerdem wurden 69 Menschen zum Teil schwer verletzt. Vier der Verletzten befanden sich Sonntagabend in einem kritischen Zustand. Der Angriff ereignete sich in der Türkei um 1.15 Uhr (Ortszeit). Der Anschlag ereignete sich im bekannten und luxuriösen Club Reina, der sich im europäischen Stadtteil Ortaköy befindet. Der Angreifer betrat den Club mit einem Mantel und Hosen bekleidet und eröffnete sofort das Feuer aus einem Sturmgewehr. Vor dem Verlassen des Clubs soll sich der Attentäter umgezogen haben.

Der Gouverneur von Istanbul erklärte, dass die verwendete Waffe eine große Reichweite hatte. Am Eingang des Clubs tötete der Terrorist zunächst einen Polizisten und einen Zivilisten. Anschließend stürmte er in den Innenraum des Clubs und schloss wahllos um sich. Zu diesem Zeitpunkt feierten etwa 600 Menschen in dem Club den Jahreswechsel. Weltweit reagierten Politiker und Regierungen mit Entsetzen und Anteilnahme auf den Anschlag. US-Präsident Barack Obama sprach der Türkei sein Beileid aus und bot den türkischen Behörden die Unterstützung des Nato-Partners an. Das Auswärtige Amt teilte in der Nacht zu Sonntag mit: „Wir sind tief bestürzt und trauern mit den Menschen in Istanbul.“

Putschversuch in der Türkei ist gescheitert: Mehr als 260 Menschen starben

Symbolfoto: © Michael Hirschka | pixelio.de

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In der Nacht zu Samstag hat eine kleinere Randgruppe des Militärs versucht die demokratisch gewählte Regierung von Recep Tayyip Erdogan zu stürzen. Erdogan hatte die Türkei-Wahlen mit 52 Prozent der Wählerstimmen gewonnen. Schwere Kampfpanzer und tieffliegende F16-Kampfjets rauschten über die Straßen in Istanbul und Ankara. Die türkische Regierung konnte den Putschversuch abwenden. Präsident Erdogan wurde in Sicherheit gebracht und meldete sich mit einer Smartphone-Botschaft und rief seine Anhänger auf, die Straßen und Plätze zu besetzen. Er kehrte dazu, nach dem die Lage wieder unter Kontrolle war am Samstagmorgen, aus seinem Urlaub in Marmais nach Istanbul zurück. Die Unterstützer folgten seiner Bitte und haben dadurch den Aufstand niedergeschlagen. Mehr als 260 Menschen sind bei dem gescheiterten Putschversuch ums Leben gekommen. Es gibt außerdem weit über 1.000 Verletzt zu beklagen. Präsident Erdogan kündigte am Samstagmorgen Vergeltung und die Säuberung seines Landes an. Am Mittag wurden bereits 3.000 Richter entlassen. Am hohen Gericht in Ankara wurden zehn Mitglieder verhaftet. Am Parlament in Ankara hatte es in der vergangenen Nacht, unter anderem während einer laufenden Pressekonferenz, Explosionen gegeben. Das Gebäude wurde von Putschisten mit einem Kampfhubschrauber beschossen. Das Parlament wurde durch die Angriffe stark beschädigt. Der Hubschrauber wurde von einem Militärjet abgeschossen. Teile des Militärs kämpften gegeneinander. Die Lage war lange unübersichtlich. Erst am Samstagmorgen gegen 3 Uhr zeichnete sich ab, dass der Putschversuch abgewendet werden konnte.

Einige Putschisten konnten mit einem Kampfhubschrauber aus der Türkei nach Griechenland fliehen und baten dort um Asyl. Die acht Männer wurden zunächst wegen illegalen Grenzübertritts festgenommen. Der Außenminister der Türkei forderte die umgehende Auslieferung von acht verräterischen Offizieren.

Am Samstagmittag wurde bekannt, dass Putschisten ein Kriegsschiff gekapert haben und den Flottenchef als Geisel genommen haben.

Die Teilnehmer des Putschversuches sollen mit dem Tod bestraft werden, hieß es am Samstagmittag. Diese Regelung sei zwar in der Verfassung nicht vorgesehen. Es wird jedoch über Gesetzesänderungen gesprochen, sagte Yıldırım. Im Jahr 2004 wurde die Todesstrafe in der Türkei abgeschafft. Bisher wurden über 2.800 Putschisten verhaftet.

Der türkische Premier Erdogan rief seine Bevölkerung zur Wachsamkeit auf, weil es jederzeit neue Aktionen von Putschisten geben könnte.