Fußball-WM 2006: Franz Beckenbauer und Co. stehen unter Betrugsverdacht

Symbolfoto: © Thorben Wengert | pixelio.de

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Die Schweiz teilte am Donnerstag mit, dass Ermittlungen gegen Franz Beckenbauer eingeleitet worden sind – aufgrund des Verdachts der Untreue und Geldwäsche. Ihm drohen juristische Konsequenzen. Die Bundesanwaltschaft in Bern bestätigte, dass gegen Franz Beckenbauer ermittelt wird. Es wird zusätzlich gegen den ehemaligen DFB-Präsidenten Theo Zwanziger sowie gegen Wolfgang Niersbach und gegen den ehemaligen DFB-Generalsekretär Horst R. Schmidt ermittelt. Gegen Horst R. Schmidt läuft bereits seit November 2015 ein Strafverfahren. In Kooperation mit Behörden in Österreich wurden am Donnerstag Hausdurchsuchungen an acht Orten zeitgleich durchgeführt.

Die Ermittlungen behandeln die Finanzierung einer Gala – es geht um 6,7 Millionen Euro. Das Event war in Kooperation mit dem Fußball-Weltverband Fifa als Kulturprogramm zur WM 2006 in Deutschland gedacht. Die Gala fand jedoch niemals statt. Es besteht der dringende Verdacht, dass alle Beschuldigten darüber Bescheid wussten, dass die 6,7 Millionen Euro nicht für eine Gala, sondern für die Tilgung einer Schuld verwendet wurde, die nicht vom DFB ausging.

Franz Beckenbauer überwies die 6,7 Millionen Euro zunächst mit Hilfe des früheren Adidas-Chefs Robert Louis-Dreyfus, der 2009 verstorben war, auf ein Konto in der Schweiz. Von dort wurde es widerum zu dem früheren Fifa-Funktionär Mohammed bin Hammam nach Katar überwiesen. Fifa-Vize Mohammed bin Hammam hat bereits eine lebenslange Sperre wegen Korruption erhalten. Welchen Zweck diese Zahlung hatte ist unklar. Es steht nach wie vor der Verdacht im Raum, dass Deutschland sich die WM 2006 mit verdeckten Zahlungen erkauft haben könnte.

Neuer Ärger um Flughafen BER: Betrugsverdacht steht im Raum

Symbolfoto: ©Thomas Schlueter | pixelio.de

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Beim endlosen Bau des Hauptstadtflughafens BER gab es am Sonntag schon wieder Unruhe: Frühere Manager sollen bei Zahlungen bis Mai 2012 sehr großzügig gewesen sein – also vor der Absage des damaligen Eröffnungstermins. Es geht um Millionenbeträge, teilte die Geschäftsführung des Hauptstadtflughafens mit. Es besteht der Verdacht des Betrugs. Die Anti-Korruptionsbeauftragte der Flughafengesellschaft hat Ermittlungen gegen die ehemaligen Manager eingeleitet. Die Führungskräfte haben sich ungewöhnlich großzügig gezeigt und Rechnungen deutlich überhöht beglichen. Es geht nach Angaben der Flughafengesellschaft um Nachzahlungsforderungen von Lieferanten wie Siemens, Bosch oder T-Systems die damals anstandslos bezahlt wurden. Siemens hatte auf diesem Weg 22 Millionen Euro zusätzlich erhalten.

Erst letzte Woche wurde bekannt, dass Imtech, eine der wichtigsten Firmen für die Flughafen-Baustelle Insolvenz angemeldet hat. Die verantwortliche Flughafengesellschaft FBB versucht nun mit allen Mitteln den geplanten Eröffnungstermin im zweiten Halbjahr 2017 einzuhalten. Firma Imtech hatte beim Flughafen große Teile der Elektro-, Sanitär- und Lüftungsarbeiten in Auftrag. Die Insolvenzanmeldung bedeutet, dass sich die gelante Eröffnung im zweiten Halbjahr 2017 weiter nach Hinten verschieben könnte. Geplant war, dass die Bauarbeiten bis März 2016 abgeschlossen sind. Im Anschluss sollte genügend Zeit für die Abnahme der Anlagen und für die komplexe Inbetriebnahme sein. Die Abnahmen sind zum Teil mit sehr komplizierten Prüfarbeiten verbunden.

Am Montag will Geschäftsführer Mühlenfeld mitteilen, ob der Flughafen trotz der Insolvenz der Firma Imtech den geplanten Eröffnungstermin im Herbst 2017 einhalten kann.