Bangladesch: Mindestens 29 Tote nach Explosion in einer Verpackungsfabrik

Symbolfoto: © Wikimedia Commons | wikipedia

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In einer Verpackungsfabrik in Bangladesch hat sich am Samstag eine schwere Explosion ereignet. Mindestens 29 Menschen kamen im Feuer ums Leben. Außerdem wurden zahlreiche Menschen schwer verletzt in Krankenhäuser eingeliefert. Das genaue Ausmaß der Explosion ist zur Stunde noch unklar, weil aufgrund der Hitze noch nicht alle Bereiche der Fabrik betreten werden konnten. Die Behörden rechnen mit noch viel mehr Todesopfern. Das betroffene Fabrikgebäude erstreckt sich über fünf Stockwerke. Die Fabrik, in der Verpackungen für Lebensmittel und Tabakwaren hergestellt wurden, liegt 20 Kilometer nördlich der Hauptstadt Dhaka.

Zu den Kunden der Fabrik zählten westliche Unternehmen, wie der Nahrungsmittelhersteller Néstle. Zum Zeitpunkt der Explosion befanden sich rund 100 Angestellte in dem Gebäude. Der Fabrikbesitzer sagte, dass er nicht wisse, wann das letzte Mal der defekte Kessel überprüft wurde. Möglicherweise hat der Fabrikbesitzer Inspektoren bestochen. Die Behörden sind sich bereits ziemlich sicher, dass im aktuellen Fall geltende Vorschriften nicht eingehalten worden sind. Eine unabhängige Untersuchungskommission wurde mit der Ermittlung der Unglücksursache beauftragt. In der Fabrik wurden auch Chemikalien gelagert, die dafür sorgten, dass sich der Brand immer weiter ausbreitete.

Vor dem Gelände der Fabrik versammelten sich nach der Explosion Menschen, die noch keinen Kontakt zu ihren, dort arbeitenden Angehörigen herstellen konnten. Sie befürchten das Schlimmste.

In Bangladesch haben sich in der Vergangenheit häufiger schwere Fabrikunfälle ereignet. Im Jahr 2013 starben beim Einsturz einer Textilfabrik 1.135 Menschen. Später stellte sich heraus, dass der Fabrikbesitzer die Angestellten gezwungen hat in dem Gebäude weiter zu produzieren, obwohl die Wände des achtstöckigen Gebäudes deutliche Risse aufwiesen. Viele Fabriken wurden seit dem Vorfall geschlossen, weil sie nicht den gültigen Sicherheitsstandards entsprochen haben.

Geiselnahme in Bangladesch: 20 Geiseln starben im Restaurant

Symbolfoto: © Katharina Wieland Müller | pixelio.de

Symbolfoto: © Katharina Wieland Müller | pixelio.de

In der Hauptstadt von Bangladesch hat sich am Freitagabend gegen 21 Uhr eine Geiselnahme ereignet. Die Drahtzieher der Geiselnahme waren Terroristen des sogenannten „Islamischen Staats“. Die Terrorgruppe bekannte sich mittlerweile zu der Tat. In der Nacht zu Samstag betraten sieben schwer bewaffnete IS-Terroristen das besonders bei Ausländern beliebte Restaurant „Holey Artisan Bakery“. Dort verschanzten sie sich mit Geiseln. Nach stundenlanger Belagerung stürmten Sicherheitskräfte am Samstagmorgen das Gebäude. Bei der Befreiungsaktion gab es heftige Schusswechsel, an der mehr als 100 Einsatzkräfte beteiligt waren. Insgesamt starben 20 Geiseln, darunter fünf Frauen und vier Männer aus Italien sowie sieben Japaner. Neben den 20 Geiseln starben auch noch zwei Polizisten und sechs Terroristen. Die Verhandlungen mit den Geiselnehmern verliefen erfolglos. Während der Gespräche wurden immer Sprengsätze gezündet und auf die Polizisten geschossen.

Kurswechsel: Indonesien und Malaysia wollen Flüchtlinge aufnehmen

Symbolfoto: © Initiative Echte Soziale Marktwirtschaft   | pixelio.de

Symbolfoto: © Initiative Echte Soziale Marktwirtschaft | pixelio.de

In Südostasien harren tausende Flüchtlinge unter menschenunwürdigen Bedingungen auf hoher See aus und warten auf Hilfe. Die Flüchtlinge haben zum Teil keine Nahrung, keine Hoffnung und kein Ziel. Bislang weigerten sich ihre Zielländer sie aufzunehmen. Am Dienstag und Mittwoch retteten indonesische Fischer knapp 450 Menschen aus Flüchtlingsbooten. Die örtliche Küstenwache hatte die Boote abgewehrt, nachdem in der vorletzten Woche über 1.000 Flüchtlinge in letzter Sekunde die Küsten von Indonesien und Malaysia erreicht hatten. Unter den Geretteten befanden sich auch Frauen und Kinder. Die Fischer teilten mit, dass die Menschen geschwächt und hungrig gewesen seien. Ein geretteter Flüchtling erklärte, dass der Motor des Schiffs ausgefallen war und der Kapitän anschließend von Bord geflüchtet sei. Das Schiff trieb manövrierunfähig vier Monate lang auf hoher See. Am Mittwoch teilten Indonesien und Malaysia mit, dass beide Länder ihren Kurs ändern und bereit seien mehrere tausend Bootsflüchtlinge an Land gehen zu lassen. Das gibt den Bootsflüchtlingen auf hoher See in Südostasien neue Hoffnung. Beide Länder kündigten übereinstimmend an ihnen zumindest vorübergehend Zuflucht und Schutz zu gewähren und ihnen humanitäre Hilfe anzubieten. Das teilte der malaysische Außenminister nach einem Gipfel zur Flüchtlingskrise mit. Er sprach von rund 7.000 Bootsflüchtlingen. Voraussetzung sei allerdings, dass die internationale Gemeinschaft innerhalb eines Jahres einen „Umsiedlungs- und Rückführungsprozess“ startet, sagte der malaysische Außenminister. Außerdem bat er um Finanzhilfen der internationalen Gemeinschaft. Auch andere Länder in der Region sind eingeladen sich Malaysia und Indonesien anzuschließen, sagte der Minister.

Bei den meisten Flüchtlingen handelt es sich um Angehörige der Rohingya – einer muslimischen Minderheit aus Myanmar. Sie leben dort hauptsächlich im nördlichen Teil des an Bangladesch grenzenden Rakhaing-Staates (ehemals Arakan). In Myanmar leben heute etwa eine Million Rohingya. Gemäß dem Staatsbürgerschaftsgesetz von 1982 gelten die Rohingya nicht als eine der 135 einheimischen Bevölkerungsgruppen und haben damit keinen Anspruch auf die myanmarische Staatsbürgerschaft. Diese Minderheit wird nach Angaben der Vereinten Nationen (UN) verfolgt. Außerdem kommen Migranten aus Bangladesch dazu, die versuchen der Armut in ihrem Land zu entkommen. Viele Flüchtlinge sind Opfer von Menschenschmugglern. Die Schmuggler locken die Menschen aus Myanmar und Bangladesch mit Versprechen wie einer sicheren Überführt nach Malaysia und Arbeitsstellen an. Die Menschen werden dann häufig als Geiseln genommen und in Dschungelcamps festgehalten.