Blutbad im Touristenhotel in Tunesien: Täter zog Kalaschnikow aus einem Sonnenschirm

Symbolfoto: © Wikimedia Commons | wikipedia

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Am zweiten Freitag des Fastenmonats Ramadan sind bei einem Angriff auf Touristen im tunesischen Sousse mindestens 37 Menschen ums Leben gekommen. Auch Deutsche sollen sich unter den Opfern befinden. Das Auswärtige Amt hat einen Krisenstab eingerichtet. Das tunesische Gesundheitsministerium teilte mit, dass unter den Opfern auch Deutsche sind. Der Reiseanbieter TUI konnte nicht ausschließen, das eigene Kunden unter den Opfern sind. Der Reisedienstleister richtete unter 0511-567 8000 eine kostenlose Kundenhotline ein. Auch das Auswärtige Amt hat unter 030/5000 3000 eine Telefonauskunft eingerichtet.

Wer für den Angriff verantwortlich ist, bleibt mysteriös. Bei dem islamischen Anschlag im Küstenort Sousse wurden mindestens 37 Menschen erschossen, bestätigten auch die nordafrikanischen Behörden des Landes. Der Ort ist eine der wichtigsten Touristenzentren in ganz Tunesien. 36 Menschen wurden bei dem Anschlag zum Teil schwer verletzt und einige schwebten auch am Freitagabend noch in Lebensgefahr. Die Nationalitäten der Toten sind noch nicht abschließend geklärt. Zur Zeit befinden sich alleine 260 Deutsche, die ihre Reise über den Dienstleister TUI gebucht haben in Tunesien. Der Anschlag ereignete sich direkt an der Strandpromenade, nur wenige Kilometer vom Zentrum des Ferienorts entfernt. Dort zog am Freitagvormittag ein unbekannter Mann eine Kalaschnikow aus einem Sonnenschirm und eröffnete sofort wahllos das Feuer auf die Touristen am Strand. Der Mann war als Badegast getarnt und mit einem Schlauchboot an den Strand gelangt. Der Täter soll 1992 geboren sein und aus der 50 Kilometer entfernten Stadt Kairouan kommen. Zunächst war von zwei Angreifern die Rede. Die Angabe wurde am Nachmittag korrigiert. Ein Sicherheitsmitarbeiter eines Hotels soll das Feuer erwidert haben. Nach dem Attentat soll sich der Täter in Richtung eines Hotel-Pools bewegt haben. Dort habe der Täter sich selbst getötet, berichteten tunesische Behörden. Nach dem Terroranschlag sind viele Touristen frühzeitig abgereist. Die deutsche Botschaft rief alle deutschen Staatsbürger in einer versandten E-Mail auf, die Umgebung des von tunesischen Sicherheitskräften abgeriegelten Tatorts zu verlassen.

Ramadan zählt zu den wichtigsten religiösen Ereignissen in Tunesien für Muslime. Erst Ende März diesen Jahres kamen bei einem Anschlag auf das nationale Bardeo-Museum 22 Touristen aus elf Ländern ums Leben gekommen. Die Regierung in Tunesien wird durch Taten wie die am Freitag weiter geschwächt.

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MH-17-Absturz: Russland soll Satellitenfotos gefälscht haben

Symbolfoto: © Wikimedia Commons | wikipedia

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Die Schuldigen für den Abschuss des Flugs MH-17 in der Ostukraine sind noch immer nicht ermittelt. Das Flugzeug vom Typ Boeing 777 war am 17. Juli 2014 über dem Kampfgebiet im Osten der Ukraine abgestürzt. Nur vier Tage nach dem Absturz präsentierte der russische Verteidigungsminister mehrere Satellitenfotos, die beweisen sollten, dass die Ukraine für den Abschuss mit 298 Todesopfern die Verantwortung trägt. Mehr als zehn Monate später teilte die britische Enthüllungsplattform „Bellingcat“ in einem Untersuchungsbericht mit, dass es Zweifel an der Echtheit, der von Moskau verbreiteten Satellitenfotos gibt. Eine Analyse der Satellitenfotos habe ergeben, dass zwei der sechs Aufnahmen eindeutig und zweifelsfrei mit der Software Adobe Photoshop CS5 digital bearbeitet und gefälscht worden sind.

Ein Bild, das laut der russischen Regierung belegen soll, dass es kurz vor dem Absturz eine ukrainische Truppenbewegung und eine Verlegung eines Buk-Raketenwerfers gegeben haben soll wurde manipuliert. Russland war am Montag zu keiner Stellungnahme bereit.

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Im Jemen werden mehrere US-Bürger festgehalten

Symbolfoto: © Wikimedia Commons | wikipedia

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Die US-Regierung teilte am Sonntagabend mit, dass mehrere amerikanische Bürger im Jemen festgehalten werden. Vier US-Bürger befinden sich in der Gewalt der schiitischen Huthi-Miliz. Sie befinden sich in einem Gefängnis in der Nähe der Hauptstadt Sanaa. Das US-Außenministerium kündigte an alles zu tun, um sie zu befreien. Die Militärallianz setzte unterdessen ihre Luftangriffe auf die Huthi-Milizen fort. Im Jemen liefern sich die Hutbi-Rebellen und verbündete Militäreinheiten schwere Kämpfe mit den Soldaten und Milizen des nach Saudi-Arabien geflohenen Präsidenten Abd Rabbo Mansur Hadi. Er verließ angesichts der schweren Kämpfe freiwillig seine Residenz und gelangte auf dem Seeweg nach Saudi-Arabien. Seit zwei Monaten fliegt eine sunnitisch-arabische Militärallianz unter der Führung Riads Luftangriffe im Jemen. Die USA unterstützen diese Allianz mit Geheimdienstinformationen. Ein Fernsehsender im Jemen berichtete von 25 Luftangriffen in den Provinzen Saada und Hadscha, die sich an der Grenze zu Saudi-Arabien befinden. Die Region wird zur Zeit von Bodentruppen des Königreichs unter Artilleriebeschuss genommen.

Ein Vertreter der US-Regierung sagte, dass sich die Bemühungen um die Freilassung der amerikanischen Bürger schwierig gestalten, weil das Außenministerium in Washington keinen direkten Kontakt zu den Rebellen herstellen kann. Die US-Regierugn ist aus diesem Grund auf Vermittlung durch humanitäre Gruppen angewiesen, die momentan in der von Huthis kontrollieren Hauptstadt Sanaa aktiv sind.

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Terrorismus-Bekämpfung: Bundesregierung will enge Zusammenarbeit mit US-Geheimdienst NSA

Symbolfoto: © Klicker | pixelio.de

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Trotz der aufgedeckten Spionagevorwürfe gegen den Bundesnachrichtendienst (BND) will die Bundesregierung weiterhin eine enge Zusammenarbeit mit dem US-Geheimdienst NSA führen. Bundeskanzlerin Angela Merkel betonte in diesem Zusammenhang, dass befreundete Länder nicht ausspioniert werden sollen. Für die Sicherheit der Bürger ist die Kooperation mit der NSA sehr wichtig, teilte die Bundesregierung mit. Der Chef des BND wies unterdessen Vorwürfe des Landesverrats entschlossen zurück. Im Oktober 2013 sagte Bundeskanzlerin Merkel noch, dass Ausspähen unter „Freunden“ gar nicht gehen würde. Vor einer Woche wurde bekannt, dass der BND der NSA jahrelang dabei geholfen hatte europäische Politiker und Firmen auszuspionieren. Das Kanzleramt hat hierbei als Kontrollbehörde des Geheimdienstes offenbar auf ganzer Linie versagt. Der Flugzeughersteller Airbus prüft Anzeige wegen Industriespionage zu stellen. Sollte der BND hier mitgemischt haben wäre das nicht nur ein Rechtsbruch, sondern auch ein verheerender Imageschaden für den Industriestandort Deutschland.

Thomas de Maiziére steht unter Verdacht im Jahr 2008 als Kanzleramtschef Hinweise auf Spionage-Bemühungen der NSA ignoriert und im April 2015 falsche Aussagen gemacht zu haben.

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Geheimdienst-Affäre: BND half US-Geheimdienst NSA beim Ausspähen von Frankreich

Symbolfoto: © Klicker | pixelio.de

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Interne Untersuchungen des Bundesnachrichtendienstes (BND) und des Kanzleramts haben ergeben, dass der BND dem US-Geheimdienst NSA bei der Spionage gegen die französische Regierung und die EU-Kommission geholfen hat. Die Abhörstation des BND in Bad Aibling wurde zum Abhören und Ausspähen hochrangiger französischer Beamter des Außenministeriums, der EU-Kommission und des Präsidentenpalastes missbraucht. Nur vereinzelt soll es Hinweise auf gezielte Wirtschaftsspionage geben. Die NSA soll einem Bericht von „Spiegel Online“ zufolge im Wissen des BND jahrelang Konzerne wie beispielsweise den Airbus-Vorgänger EADS und Politiker ausgespäht haben. Es sind Unternehmen betroffen, weil die USA nach Hinweisen auf illegale Exportgeschäfte suchte und der BND sie dabei unterstützte. Vor einer Woche wurde bekannt, dass der BND der NSA jahrelang dabei geholfen hatte europäische Unternehmen und Politiker auszuspähen. Das exakte Ausmaß der Spionageaffäre ist noch immer unklar. Es werden alle von den USA angelieferten Suchworte noch einmal überprüft. 2013 soll es sich nach Angaben der „Süddeutschen Zeitung“ um 690.000 Telefonnummern und 7,8 Millionen IP-Suchbegriffe gehandelt haben. In einer Ablehnungsdatei landeten davon nur 40.000 Suchbegriffe. Die Opposition warf der Bundesregierung vor, den Bundestag ganz bewusst über die Vorgänge betrogen zu haben. Auf parlamentarische Anfragen der Linksfraktion im Bundestag hatte die Regierung noch Mitte April erklärt, dass es keine Erkenntnisse für eine angebliche Wirtschaftsspionage durch die NSA gebe. Das Kanzleramt soll schon vor Jahren von den Vorgängen gewusst haben. Die Bundesregierung wies den Vorwurf der Lüge zurück. Der Internetverband Eco betreibt über eine Tochtergesellschaft den Cix-Internetknotenunkt in Frankfurt am Main. Eco will gegen den BND klagen, weil der BND bis heute auf den Knotenpunkt zugreift und den Datenverkehr unter rechtlich zweifelhaften Bedingungen abhört.

Seitdem im Jahr 2008 die Kooperation zwischen dem US-Geheimdiest NSA und dem BND eingestellt wurde, bestand der Verdacht, dass die Spionage der Amerikaner der eigentliche Grund für die Beendigung der Kooperation ist.

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