Reizgas-Attacke am Hamburger Flughafen: 68 Verletzte

Symbolfoto: © Marlies Schwarzin | pixelio.de

Am Sonntagmittag ist am Hamburger Flughafen Gas ausgetreten. Der Flughafen wurde ab 12.32 Uhr evakuiert und vorübergehend gesperrt. Ein Unbekannter hatte mit Pfefferspray gesprüht. Die Klimaanlage sorgte dafür, dass das Gas verwirbelt und verteilt wurde. Zahlreiche Reisende klagten über Augenbrennen und Reizhusten. Insgesamt wurden 68 Menschen behandelt. Neun von ihnen wurden in Krankenhäuser eingeliefert. Die Feuerwehr eilte mit 120 Einsatzkräften zum Flughafen und richtete umgehend Behandlungsplätze für die Verletzten ein. In eisiger Kälte mussten hunderte Reisende vor dem Flughafen ausharren. Zahlreiche Flugverbindungen wurden von Hamburg auf andere Flughäfen umgeleitet. Dreizehn Maschinen kreisten zeitweise in der Luft. Zwei der Maschinen wurden nach Bremen umgeleitet. Der Pfefferspray-Angriff auf den Hamburger Flughafen hatte am Sonntagmittag die Reisepläne von rund 1.500 Fluggästen am fünftgrößten Flughafen Deutschlands durcheinander gebracht. Die Flugzeuge durften nicht landen, weil der Flugbetrieb nur erlaubt ist, wenn die Flughafenfeuerwehr einsatzbereit ist.

Zeugensuche in Kiel: Rund 30 Gaffer filmten und verfolgten Angriff auf Polizisten

Symbolfoto: © burntimes

Symbolfoto: © burntimes

Ein 37 Jahre alter Polizeibeamter des 4. Reviers in Kiel ist in der Nacht von vergangenen Samstag auf Sonntag bei einem Einsatz schwer verletzt worden. Er erlitt mehrere Frakturen im Gesichtsbereich. Der Tatverdächtige konnte ermittelt werden. Während einer Streifenfahrt wurde ein Streifenwagen des 4. Reviers gegen 23.30 Uhr in der Schulstraße aus einer Personengruppe heraus mit einem Laserpointer geblendet, so dass sich die Beamten zur Kontrolle entschlossen. Da sich die elfköpfige Gruppe hochaggressiv und unkooperativ gegenüber den Beamten verhielt wurden weitere Streifenwagen zur Unterstützung der Maßnahme hinzugezogen. Als die Beamten die Personalien der Gruppe aufnehmen wollten, schlug ein 20 Jahre alter Tatverdächtiger unvermittelt auf einen Polizei-Obermeister ein, der gerade einer anderen Person zugewandt war. Der Polizist ging zu Boden und erlitt einen mehrfachen Nasenbruch, einen Bruch der Augenhöhle, einen Jochbeinbruch und einen Bänderriss am Fuß. Die Verletzungen werden im Laufe der aktuellen Woche operiert.

Nach bisherigem Ermittlungsstand haben sich während des Polizeieinsatzes in der Gaardener Schulstraße rund 30 Schaulustige eingefunden, die den Einsatz teilweise auch mit ihren Smartphones gefilmt haben sollen. Auf die Aussagen der Zeugen, beziehungsweise deren Videoaufnahmen, sind die Ermittler nun angewiesen. Personen, die noch nicht von der Polizei befragt wurden, werden gebeten, sich unter der Rufnummer 0431 / 160 3333 mit der Kriminalpolizei Kiel in Verbindung zu setzen.

Buchen: Zirkus-Elefant tötet Spaziergänger im Odenwald

Symbolfoto: © Miro Jennerjahn  | pixelio.de

Symbolfoto: © Miro Jennerjahn | pixelio.de

Es kam am Samstagmorgen im Odenwald zu einer tragischen Begegnung zwischen Mensch und Tier: Ein 34 Jahre alter Zirkus-Elefant ist am Samstagmorgen in Buchen, im Odenwald, aus dem Zirkus ausgebrochen und hat anschließend einen 65-jährigen Spaziergänger getötet. Der Mann verließ am Samstagmorgen bei Tagesanbruch seine Wohnung in der Stadt Buchen. Er sammelte wie üblich Pfandflaschen und Dosen. Gegen 5.30 Uhr begegnete er dem afrikanischen Elefanten, der aus dem nahegelegenen Zirkus ausgebrochen war. Das Tier ging auf den Spaziergänger mit seinen Stoßzähnen los und zerquetschte ihn. Wie der Elefant aus dem Zirkus ausbrechen konnte ist noch unklar. Möglicherweise wurde er rausgelassen oder war nicht richtig eingesperrt. Der Elefant war von einem Elektrozaun umgeben.

Die Elefantendame war in den vergangenen Jahren schön öfter aufgefallen, weil sie Menschen angegriffen hatte. Die Tierschutzorganisation PETA hatte eigenen Angaben zufolge bereits mehrfach die Behörden auf die nicht artgerechte Haltung der Elefantenkuh im Zirkus aufmerksam gemacht. 2010 hatte der gleiche Elefant einen 24-Jährigen in Leutkirch im Allgäu durch die Luft geschleudert, der zu diesem Zeitpunkt seinen neun Monate alten Sohn auf dem Arm trug. Der Mann verlor damals eine Niere und das Baby brach sich ein Bein. Im Jahr 2012 brach der Elefant einem 12-Jährigen in Burladingen im Zollernalbkreis mit seinem Rüssel den Kiefer. Erstmals hatte die Elefantenkuh im Jahr 2000 eine Frau so schwer verletzt, dass sie ins Krankenhaus eingeliefert werden musste. Es war also bekannt, dass es sich bei der Elefantenkuh um ein gefährliches Tier handelt. Warum dieser Elefant nach all den Vorfällen weiterhin im Zirkus blieb und erst ein Mensch ums Leben kommen musste – damit etwas passiert – bleibt unklar.

Der Elefant wurde am Sonntagnachmittag in einen Tierpark nach Nordrhein-Westfalen transportiert. Die Elefantenkuh „Baby“ soll dort nach Angaben der Polizei ein neues Zuhause finden. Meldungen, denen zufolge der Elefant im Serengeti-Park im niedersächsischen Hodenhagen untergebracht werden sollte, erteilte die Polizei eine Absage. Der Zirkusbetreiber hatte sich gegen den Park entschieden. Der Zirkusdirektor brachte den Elefanten persönlich in den Safaripark Stukenbrock. An diesen Park hatte der Zirkusbetreiber schon einmal einen Elefanten abgegeben. Dort soll „Baby“ nun mit drei anderen Elefantenkühen leben. Dem Besitzer ist Polizeiangaben zufolge kein strafbares Verhalten vorzuwerfen. Seit Jahren fordern Tierschützer ein generelles Verbot exotischer Tiere im Zirkus. Dabei kritisieren sie zu kleine Gehege, ständige Transporte und die von Gewalt und Zwang geprägte Dressur. Elefanten und anderen Tieren fehlt es im Zirkus an Bewegung und sozialen Kontakten. Ein Sprecher der Tierschutzorganisation PETA bezeichnete in diesem Zusammenhang alle 50 Zirkuselefanten in Deutschland als „tickende Zeitbomben“.