Syrien: Erneuter Giftgaseinsatz – 72 Tote darunter auch Kinder – USA drohen mit Alleingang

Symbolfoto: © Katharina Wieland Müller | pixelio.de

Der syrische Machthaber Assad weiß, dass er trotz der Angriffe auf seine Bevölkerung mit Giftgas nicht zu befürchten hat. Bei einem neuen Giftgas-Angriff sind am Dienstag in der syrischen Provinz Idlib mindestens 72 Menschen ums Leben gekommen, unter ihnen auch 20 Kinder. Die US-Regierung reagierte bestürzt. US-Präsident Donald Trump drohte am Mittwoch mit einem Alleingang, wenn die Vereinten Nationen nicht „in der Lage sind“ auf den Gigtgas-Angriff reagieren. Trump sagte, dass für ihn einige Linien überschritten wurden. Russland hatte zuvor eine von den USA eingebrachte Resolution abgelehnt. Die US-Botschafterin Haley fragte im Sicherheitsrat: „Wie viele Kinder müssen noch sterben, bevor Russland handelt.“ Das UN-Kinderhilfswerk Unicef sprach von „ schrecklichen und herzzerreißenden“ Bildern“.

Syrien: 35.000 Menschen wurden aus Aleppo gebracht

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Vor einer Woche begannen die Transporte der Zivilisten aus Aleppo. Die letzten Eingeschlossenen sollen am Donnerstag aus der umkämpften Stadt Aleppo gebracht worden sein. Damit soll Aleppo vollständig evakuiert worden sein. Damit ist die Stadt wieder unter der Kontrolle des Assad-Regimes. Die UN bestätigte, dass die Evakuierung größtenteils abgeschlossen sei und sprachen davon, dass die Endphase erreicht sei. Heftiger Schneefall mit Wind und der miserable Zustand der Busse, die für die Evakuierung verwendet wurden, haben den Zeitplan zurückgeworfen. Augenzeugenberichten zufolge mussten Menschen bei eisiger Kälte 36 Stunden lang ohne Essen und Trinken in den Bussen ausharren. Die humanitäre Lage ist aufgrund einer monatelangen Blockade katastrophal. Die Evakuierten wurden von Aleppo aus nach Rasmussa gebracht. Fünf Jahre Krieg haben bei den Betroffenen Spuren hinterlassen.

Syrien-Krieg: Russischer Außenminister Lawrow verkündet Waffenruhe für Aleppo

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Der russische Außenminister Lawrow hat am Donnerstagabend eine Waffenruhe für die stark umkämpfte Stadt Aleppo angekündigt. Während der Feuerpause sollen Zivilisten aus der Stadt gebracht werden. „Die Angriffe auf Aleppo sind ab sofort unterbrochen“, sagte Lawrow am Donnerstagabend. Der russische Außenminister verkündete die Waffenruhe auf dem OSZE-Treffen, das derzeit in Hamburg unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen stattfindet. Die Vereinten Nationen hatten am Donnerstag ebenfalls zu einer sofortigen Waffenruhe in der Stadt aufgerufen. Während der Feuerpause sollen nun unter anderem 500 kranke und zum Teil schwer verletzte Kinder Ost-Aleppo verlassen.

In den letzten Tagen und Wochen setzten sich flüchtende Zivilisten der Gefahr aus, in ein Kreuzfeuer zu laufen und beispielsweise von Heckenschützen getötet zu werden. Die Vereinten Nationen könnten bei einer längeren Waffenruhe Nahrungsmittel für bis zu 150.000 Menschen in den Ostteil der Stadt bringen.

Die syrische Armee hatte zuletzt mehr als ein Drittel des Rebellengebietes im Osten Aleppos einnehmen können. Ost-Aleppo steht vor dem Fall. Die Vereinten Nationen (UN) warnen in diesem Zusammenhang vor einem gigantischen Friedhof. In Aleppo sind 100.000 Kinder hungernd eingeschlossen.

Der syrische Machthaber Assad sprach sich zuletzt gegen eine Waffenruhe aus. Assad warf den USA vor eine Waffenruhe zu fordern, weil die von den USA unterstützen Rebellen in einer „schwierigen Lage“ seien. Gegen das Assad-Regime wurden internationale Ermittlungen gefordert. Dem Regime werden Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit vorgeworfen.

Provinz Idlib: Schule wurde bombardiert – mindestens 22 Kinder starben

Symbolfoto: © burntimes

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In Syrien wurde bereits am Mittwoch in der Provinz Idlib eine Schule angegriffen. Mindestens 22 Kinder und sechs Lehrer starben. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte teilte mit, dass vor dem Angriff auf die Schule syrische oder russische Kampfflugzeuge Angriffe auf die betroffene Region flogen. Russland teilte am Donnerstag mit für den Angriff nicht verantwortlich zu sein. Die Vereinten Nationen (UN) forderten, dass dieser Horror-Akt genau untersucht wird. Der UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat sofortige und unparteiische Ermittlungen gefordert. Sollte es sich um einen absichtlichen Angriff handeln, handelt es sich um ein Kriegsverbrechen. Der Generaldirektor von Unicef meldete sich ebenfalls zu Wort und verurteilte den blutigen Luftangriff auf die Schule in der Provinz Idlib scharf und sprach von einer Tragödie.

„Wenn jemand den Befehl zu einem gezielten Angriff auf die Schule gab, muss diese Person zur Verantwortung gezogen werden und für das schreckliche Kriegsverbrechen verurteilt werden“, sagte der Unicef-Geschäftsführer. Es handelt sich um den schwersten Angriff auf eine Schule, seit dem Beginn des Bürgerkriegs vor über fünf Jahren. Seit dem Beginn des Krieges wurden nach Angaben von Unicef mehr als 4.000 Angriffe auf Schulen gezählt. Die betroffene Schule liegt in einer von Rebellen kontrollierten Provinz. Der Krieg in Syrien wird immer rücksichtsloser. Der bevorstehende Winter stellt die Hilfsorganisationen vor große Schwierigkeiten. In vielen Kriegsregionen gibt es weder Strom noch Wasser.

Vor der Waffenruhe ab Mitternacht: 58 Tote bei Luftangriffen in Syrien

Symbolfoto: © Katharina Wieland Müller | pixelio.de

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Ab Montag gilt in Syrien die Waffenruhe. Die USA hat diese mit Russland ausgehandelt. Am Freitagabend hatten sich der US-Außenminister John Kerry mit seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow nach langen Verhandlungen auf die Waffenruhe ab Montag geeinigt. Die USA und Russland unterstützen in Syrien unterschiedliche Seiten. Russland unterstützt den syrischen Machthaber Assad. Die USA unterstützen die bewaffneten Assad-Gegner. Bisher sieht es jedoch nicht danach aus, dass die Waffenruhe eingehalten wird. Bundesaußenminister Steinmeier spricht von einer echten Chance den Menschen in Not humanitär helfen zu können.

Am Sonntag starben bei Luftangriffen auf einen Markt in Idlib und mehrere Wohnviertel in Aleppo mindestens 58 Zivilisten, darunter auch 13 Kinder, bestätigte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Außerdem wurden 90 Zivilisten zum Teil schwer verletzt. Die syrische Armee hatte Fassbomben über bewohnten Gebieten abgeworfen.

Durch die Waffenruhe sollen dringend benötigte Hilfsgüter in die betroffenen Gebiete gebracht werden. Die USA kündigte an, wenn die Waffenruhe eine Woche lang anhält, mit Russland zu kooperieren. Es werde dann auch eine gemeinsame Einsatzzentrale geben.

Syrien: Luftangriff auf Flüchtlingsunterkunft –– 28 Tote, darunter sieben Kinder

Symbolfoto: © Katharina Wieland Müller | pixelio.de

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Am Donnerstag kamen in einem von Rebellen kontrollierten Gebiet in Nord-Syrien 28 Menschen in einer Flüchtlingsunterkunft ums Leben, unter ihnen mindestens sieben Kinder. Auf die Flüchtlingsunterkunft wurde ein Luftangriff von mehreren Kampfjets ausgeübt. Der Angriff ereignete sich in der Stadt Sarmada, in der Provinz Idlib ganz in der Nähe der türkischen Grenze. Die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte bestätigte den Luftangriff aus das Flüchtlingslager. Wer den Luftangriff ausführte ist zur Stunde noch unklar. BBC berichtete, dass Syrien oder Russland für den neuen Luftangriff mit dutzenden Toten verantwortlich sein soll. Vor dem Luftangriff war in Aleppo nach starken Kämpfen eine Waffenruhe in Kraft getreten. Aleppo liegt 30 Kilometer von der betroffenen Stadt Sarmada entfernt. Das Assad-Regime kündigte jedoch an, auch während der Waffenruhe auf einen endgültigen Sieg zu setzen und die dafür erforderlichen Maßnahmen durchzuführen.

Der Bürgerkrieg in Syrien tobt inzwischen seit fünf Jahren. In dem blutigen Krieg starben mehr als 250.000 Menschen.

Syrien: Russland lehnt Waffenruhe für Aleppo ab

Symbolfoto: © Katharina Wieland Müller | pixelio.de

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Die humanitäre Situation in Aleppo ist katastrophal. In der syrischen Stadt kämpfen zur Zeit Rebellen, Terrorgruppen und die Regierungstruppen von Assad um die Macht. Syriens eng Verbündeter Russland hat eine sofortige Waffenruhe am Samstag abgelehnt. Die russische Armee unterstützt in und rund um Aleppo die Regierungstruppen des syrischen Machthabers Assad. Dabei ist die Lage in der Stadt sehr ernst. Zahlreiche Menschen flüchten aufgrund der Luftangriffe in den letzten Tagen. Am Freitag wurde erneut ein Krankenhaus angegriffen und zerstört. Zahlreiche Menschen wurden verletzt. Die kanadische Hilfsorganisation „Union of Medical Care and Relief Organisation“ teilte mit, dass es sich um ein Kriegsverbrechen handelt. Erst diese Woche Donnerstag kamen bei einem Luftangriff auf ein weiteres Krankenhaus in Aleppo über 50 Menschen ums Leben, darunter Ärzte und Kinder (wir berichteten). Bundesaußenminister Steinmeier meldete sich am Samstag zu Wort und sagte, dass Angriffe auf Krankenhäuser abscheulich und unentschuldbar seien. Der Präsident des Deutschen Roten Kreuzes kritisierte den Angriff scharf. Angriffe auf Zivilisten und medizinische Einrichtungen verstoßen massiv gegen das humanitäre Völkerrecht.

In Aleppo leben rund 250.000 Menschen. Ihnen droht der Ausschluss der Versorgung. Die Straßen sind meist menschenleer. Die Bewohner fürchten um ihr Leben und verstecken sich die meiste Zeit des Tages in ihren Wohnungen und Häusern. In den letzten zwei Tagen starben in Aleppo mindestens 250 Menschen.

Syrien-Krieg: Über 120 Tote am Wochenende –– Gewalt bremst neue Pläne für Feuerpause aus

Symbolfoto: © Katharina Wieland Müller | pixelio.de

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Am Wochenende hat sich in Syrien eine neue brutale Serie von Bombenanschlägen und Selbstmordattentaten ereignet. Innerhalb weniger Stunden explodierten in den Städten Homs und Damaskus mehrere Bomben. Insgesamt kamen dabei mehr als 120 Menschen ums Leben kamen und weitere 180 Menschen wurden zum Teil schwer verletzt. Diese Terrorserie hat die neuen Pläne für eine mögliche Waffenruhe in Syrien überschattet. Die Terroristengruppe Islamischer Staat (IS) bekannte sich zu den Anschlägen. Der amerikanische Außenminister Kerry hatte vor der Anschlagsserie mit seinem russischen Kollegen Lawrow eine vorläufige Einigung auf eine Feuerpause erzielt. Diese könnte in den nächsten Tagen beginnen. Nun haben jedoch am Sonntag sechs schwere Explosionen zwei Stadtteile der Alawiten-Minderheit und der Schiiten getroffen. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte bestätigte die Anschläge. Am südlichen Stadtrand der Hauptstadt rissen am Sonntagnachmittag vier Bomben insgesamt 62 Menschen in den Tod. In dem Schiitenbezirk Sajeda detonierte eine Autobombe und zwei Selbstmordattentäter sprengten sich in die Luft. Die Details zu der vierten Explosion sind zur Stunde noch unklar. Eine der Bomben explodierte in einem Fahrzeug, das auf einem Autotransporter geparkt war. Der US-Außenminister ist dennoch zuversichtlich und möchte, dass Präsident Obama sich mit Kremlchef Putin über eine Feuerpause unterhält. Die syrische Opposition und die Regierung nannten am Sonntag jedoch zahlreiche Bedingungen für eine Feuerpause.

Syrien: Rebellenführer wurde bei Luftangriff getötet

Symbolfoto: © burntimes

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Einer der einflussreichsten Rebellenführer ist in Syrien bei einem Luftangriff ums Leben gekommen. Die syrischen Rebellen teilten mit, dass sie Russland für den Angriff auf Sahran Allusch verantwortlich machen. Der Rebellenführer war der Chef in der Damaskus-Region. Er gehörte zu der Miliz Dschaisch al-Islam. Der Vorfall ereignete sich in Ost-Ghuta, nahe der syrischen Hauptstadt Damaskus. In diesem Gebiet versuchen zur Zeit die Truppen von Machthaber Assad die Gewalt zurück zu erlangen. Die Syrische Nationale Koalition bestätigte den Tod ihres Rebellenführers über den Kurznachrichtendienst Twitter. Die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte teilte mit, das Sahran Allasch mit fünf weiteren Begleitern während eines gemeinsamen Treffens ums Leben kam.

Unklar ist noch wer genau für den Luftangriff verantwortlich ist. Offiziell heißt es aber bereits, dass Russland den Rebellenführer getötet hat. Damit würde Russland den Kurs des syrischen Diktators Assad weiter stärken.

Krieg gegen die Terroristen des IS: Von der Leyen schließt deutsche Allianz mit Assad aus

Symbolfoto: © Ingo Büsing| pixelio.de

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Deutschland wird in den Syrien-Krieg einsteigen und 2016 einen Anti-IS-Einsatz beginnen. Die Bundeswehr wird dafür bis zu 1.200 Soldaten zunächst auf ein Jahr befristet nach Syrien entsenden. Bundesverteidigungsministern Ursula von der Leyen schloss am Montag eine deutsche Allianz mit den syrischen Assad-Truppen aus. Von der Leyen teilte mit, dass es keine Zukunft mit Assad geben wird. Sie kann sich jedoch vorstellen, dass Teile der syrischen Armee für den Kampf gegen den IS eingesetzt werden könnten. Um den Islamischen Staat besiegen zu können braucht es Bodentruppen und unter Umständen auch die des syrischen Diktators Assad.

Die französische Regierung stellte zwischenzeitlich klar, dass es eine direkte Zusammenarbeit mit den syrischen Regierungstruppen erst nach einem Abgang des Diktators Assad geben kann. Außenminister Frank-Walter Steinmeier sagte, dass die deutschen Truppen in Syrien auf einen Waffenstillstand zwischen der syrischen Armee und den Oppositionellen hinarbeiten, sodass alle Kräfte gemeinsam gegen den IS kämpfen können. Der Bundeswehr-Einsatz im nächsten Jahr soll Deutschland mindestens 134 Millionen Euro kosten. In Notsituationen könnte Deutschland auch deutlich mehr als 1.200 Soldaten entsenden, heißt es in dem Mandatsentwurf.

Deutschland wird zunächst mit Tornado-Aufklärungsflugzeugen und einem Kriegsschiff in den Krieg gegen den IS einsteigen. Es könnte der aktuell größte Bundeswehr-Auslandseinsatz werden.