Polizeiliche E-Mail an Asylheime: Schutzsuchende sollen Karneval in Köln meiden

Symbolfoto: © Initiative Echte Soziale Marktwirtschaft (IESM) | pixelio.de

Die nordrhein-westfälische Landespolizei hat eine E-Mail an zahlreiche Asylheime in und rund um Köln versandt. In dem Schreiben wurden Schutzsuchende aufgefordert den Karneval zu meiden. Am Samstag hat sich die Arbeiterwohlfahrt zu Wort gemeldet. Die Einrichtung betreut Schutzsuchende in Nordrhein Westfalen. Die Arbeiterwohlfahrt teilte mit, dass sie den Familien nicht sagen wird, dass sie den Karneval nicht besuchen dürfen. Die E-Mail sei undifferenziert gewesen und diese hätte nie so kommuniziert werden dürfen, urteilte die Einrichtung. Die Polizei begründete den Ausschluss von Schutzsuchenden beim Karneval in Köln damit, dass es zu „unerwünschten Wechselwirkungen“ in der Bevölkerung kommen könnte. Die Innenministerin meldete sich zu Wort und distanzierte sich von dem Schreiben. Eine Sprecherin der Polizeibehörde teilte mit, dass es sich um ein nicht autorisiertes, internes Schreiben handelte. Das Innenministerium teilte mit: „So etwas geht gar nicht.“

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AWO feuert Mitarbeiterin nach Hass-Kommentar gegen Flüchtlinge

Symbolfoto: © burntimes

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Die Arbeiterwohlfahrt (AWO) legt nach eigenen Angaben Wert auf Solidarität und Toleranz. Der Verband hat mehr als 7.000 Mitarbeiter. Eine Mitarbeiterin des Unternehmens in Thüringen hatte in einer Facebook-Gruppe folgendes geschrieben: „Irgendwann wird es eh so kommen dass man hinz und kunz aufnehmen muss. Dank meiner medizinischen Ausbildung wird bei mir keiner überleben.“ Die Äußerungen der Mitarbeiterin hatten bereits am Wochenende hohe Wellen geschlagen. Am Dienstag teilte die AWO mit, dass der Fall geklärt wurde und alle entsprechenden arbeitsrechtlichen Konsequenzen gezogen worden sind. „Da in dem Posting zudem Straftaten angedroht wurden, haben wir außerdem Anzeige erstattet. Wir wiederholen es gern, weil man es gar nicht oft genug wiederholen kann: Toleranz, Demokratie und Solidarität sind Grundwerte der AWO. Dafür setzen wir uns ein“, teilte die Arbeiterwohlfahrt auf ihrer Facebook-Seite mit.

Die Nutzer wurden auf die Frau aufmerksam, weil sie die AWO als Arbeitgeber in ihrem Profil angegeben hatte und dazu noch ihren Wohnort. Bei der AWO gingen innerhalb kürzester Zeit mehrere hundert Nachrichten ein, die den Verband auf das Posting ihrer Mitarbeiterin aufmerksam machten. Die betroffene Mitarbeiterin hatte ihre Arbeitsstelle erst vor zwei Wochen angetreten. Ihr vorheriger Arbeitgeber teilte mit, dass die betroffene Frau keine medizinische Ausbildung hat. In letzter Zeit lassen sich immer wieder Internetnutzer zu rassistischen Hetzkommentaren hinreißen, ohne dabei Konsequenzen zu fürchten.

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