Terroranschläge auf Kirchen in Ägypten: Mindestens 41 Todesopfer

Symbolfoto: © Wikimedia Commons | wikipedia

In Ägypten haben sich am Sonntag zwei Bombenanschläge auf Kirchen in Ägypten ereignet. Bei den Explosionen in Tanta und in der Hafenstadt Alexandria starben mindestens 41 Menschen. Bei Anschläge wurden auf Kirchen der christlichen Minderheit in Ägypten verübt. Die Terroristen des „Islamischen Staats“ (IS) bekannten sich zu den Bombenanschlägen. Insgesamt starben mindestens 41 Menschen und über 70 weitere Personen wurden verletzt. Die Bombenexplosionen ereigneten sich jeweils im Inneren der Kirchen, während der gutbesuchten Gottesdienste, am Palmsonntag. In Ägypten sind rund zehn Prozent der Bevölkerung koptische Christen. Der ägyptische Präsident hat am Sonntag den dreimonatigen Ausnahmezustand erklärt. Unmittelbar nach den Anschlägen hatte der Präsident den sofortigen Einsatz von Armeeeinheiten angeordnet. Das Militär wird die Polizei landesweit beim Schutz der Infrastruktur unterstützen.

Türkische Offensive in Syrien: Mindestens 35 Zivilisten wurden getötet

Symbolfoto: © Katharina Wieland Müller | pixelio.de

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Die türkischen Truppen haben sich erbitterte Kämpfe mit den Kurden in Nordsyrien geliefert. Bei türkischen Luft- und Bodenangriffen wurden im Norden von Syrien mindestens 35 Zivilisten getötet. Das bestätigte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Die Türkei hingegen teilte mit, dass ausschließlich Stellungen der Kurdenmiliz YPG angegriffen wurden. Die türkische Armee hat am Sonntag unter anderem einen Bauernhof, südlich der Grenzstadt Dscharablus angegriffen, auf dem Menschen Schutz vor dem Krieg gesucht hatten. Auf dem Bauernhof kamen mindestens 15 Menschen ums Leben. Bei einem weiteren Angriff auf die Ortschaft Dschub al-Kusa an der syrisch-türkischen Grenze wurden mindestens 20 Unbeteiligte getötet.

Die Lage spitzt sich unterdessen immer weiter zu. In der Nacht zum Sonntag feuerten Kämpfer der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei (PKK) Granaten auf den Flughafen der südosttürkischen Stadt Diyarbakir. Am Samstag kam ein türkischer Soldat bei einem Angriff kurdischer Milizen auf zwei Panzer ums Leben.

Die Türkei ist seit vergangenen Mittwoch im Syrien-Krieg. Ihre Angriffe richten sich nach eigener Aussage gegen die Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) und gegen kurdische Rebellen.

Eskalation im Südsudan: Regierungssprecher spricht von Krieg

Symbolfoto: © Wikimedia Commons | wikipedia

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Die Kämpfe im Südsudan gehen weiter. Inzwischen starben mehr als 270 Menschen bei Kämpfen zwischen rivalisierenden Gruppen. Der fünfte Jahrestag der Unabhängigkeit wurde damit im Südsudan von schweren Gefechten überschattet. Der Regierungssprecher teilte am Sonntag mit, dass der Südsudan zurück im Krieg sei. Die Bundesregierung und mehrere andere Länder reagierten auf die Lage im Land und gaben Reisewarnungen heraus. Die jeweiligen Bürge wurden aufgefordert den Südsudan auf dem schnellsten Wege zu verlassen.

Der Generalsekretär der Vereinten Nationen (UN), Ban Ki Moon, verurteilte die Taten als „Verrat an der eigenen Bevölkerung“. Die Kämpfe begannen am Freitagabend am Palast des Präsidenten, als sich der regierende Präsident Salva Kiir mit dem früheren Rebellenführer Riek Machar zu einer gemeinsamen Pressekonferenz traf. Vor dem Präsidentenpalast und in mehreren umliegenden Stadtteilen kam es zu schweren Feuergefechten. Die Pressekonferenz wurde abgesagt.

Am 9. Juli 2011 war der Südsudan nach einem 20-jährigen Bürgerkrieg vom Sudan unabhängig geworden. Der andauernde Machtkampf zwischen Kiir und Machar eskalierte bereits im Jahr 2013. Seit dem starben zehntausende Menschen und mehrere Millionen Einwohner wurden in die Flucht getrieben. Weitere fünf Millionen Menschen sind akut von Hunger bedroht und auf Lebensmittelhilfen angewiesen.

Zuletzt hatte sich die Situation im Land beruhigt. Es waren die ersten Auseinandersetzungen seit August 2015. Am Sonntag dauerten die Gefechte weiter an. Die UN meldeten, dass Mörsergranaten und schwere Geschütze von den Rebellen verwendet werden. Ohne Frieden gibt es keine Hoffnung auf Besserung für die vielen Menschen im Südsudan.

Sie suchten Schutz und Halt: 58 Tote bei Doppelanschlag auf Flüchtlingscamp

Symbolfoto: © Wikimedia Commons | wikipedia

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Im nördlichen Bundesstaat Borno in Nigeria ist am Mittwoch ein Flüchtlingscamp von Terroristen angegriffen worden. Mindestens 58 Menschen kamen ums Leben. Sie suchten Schutz und Halt vor den Boko-Haram-Terroristen und wurden Ziel eines Selbstmordanschlags dieser Terroristengruppe. Zwei Frauen sprengten sich inmitten des Flüchtlingscamps in die Luft und rissen mindestens 58 Menschen mit in den Tod. Eine dritte Selbstmordattentäterin machte einen Rückzieher, weil sich auch ihre Familie in dem Camp befindet. Rund 80 Menschen erlitten Verletzungen. Möglicherweise war der Doppelanschlag eine Racheaktion für die Angriffe der nigerianischen Armee auf drei Dörfer in der vergangenen Woche. Bei den Angriffen auf die Hochburgen von Boko Haram kamen dutzende Terroristen ums Leben.

Zur Zeit hält sich Bundespräsident Joachim Gauck in Nigeria auf. Am Mittwochnachmittag besuchte er ein Flüchtlingslager in Abuja.

Türkei: Premier Erdogan stationiert Bodentruppen im Irak und kündigt Auslöschung der PKK an

Symbolfoto: © burntimes

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Der Konflikt zwischen der Türkei und der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK eskaliert. Türkische Bodentruppen sind über die Grenze in den Nordirak eingedrungen. Der türkische Premier Erdogan sagte, dass sein Land die gesamte PKK auslöschen will. Der türkische Ministerpräsident Davutoglu stimmte zu und versprach, dass die Türkei von „Terroristen gesäubert wird“. Die türkischen Soldaten sollen im Irak Kämpfer verfolgt haben, die am vergangenen Wochenende 16 Soldaten bei Anschlägen getötet haben. Die PKK hat im Nordirak in den Bergen ihr Hauptquartier und mehrere Stützpunkte. Türkische Kampfflugzeuge hatten in dem Gebiet bereits 20 Ziele angegriffen. Am Dienstag kamen bei Anschlägen weitere Sicherheitskräfte ums Leben. Bei einem Bombenanschlag in Igdir kamen mindestens 14 Polizisten ums Leben. Der türkische Premier forderte die PKK erneut auf ihre Waffen bedingungslos niederzulegen. Erdogan teilte mit, dass „keine Kräfte und Banden die Macht des türkischen Staates aufhalten kann“. Am Montagabend hatte die türkische Regierung über 50 Kampfflugzeuge gegen die PKK im Einsatz. Bei den Angriffen wurden mindestens 35 PKK-Anhänger getötet. Die PKK ließ unterdessen 20 entführte Zollbeamte frei. Ob es für die Freilassung eine Gegenleistung gab ist unklar. Der Waffenstillstand zwischen der PKK und der Türkei wurde nach zwei Jahren im Juli aufgekündigt. Seit dem wurden mehr als 150 Menschen in der Türkei getötet. Wie viele Menschen im Nordirak ums Leben kamen, darüber gibt es keine Angaben. Europa kritisierte die Eskalation der Gewalt und rief zu einer Wiederaufnahme der Verhandlungen auf.

Korea-Konflikt: Machthaber Kim Jong-un signalisiert Kriegsbereitschaft gegen Südkorea

Symbolfoto: © Wikimedia Commons | wikipedia

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Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong-un rief seine Truppen am Freitagmorgen zur Kriegsbereitschaft auf. Er versetzte seine Truppen in den Kriegszustand. Am Donnerstag kam es zu Gefechten an der Grenze zu Südkorea. Es ist nicht das erste Mal, dass der nordkoreanische Machthaber dem Regime seines Nachbarn im Süden droht. Dieses Mal sind die Spannungen jedoch so groß, dass die Situation eskalieren könnte. Kim Jong-un teilte mit, dass seine Truppen an der „Frontlinie“ in den Kriegszustand versetzt wurden und ab Freitagnachmittag um 17 Uhr voll gefechtsfähig sind. Nordkorea feuerte am Donnerstag eine Rakete in Richtung Süden. Daraufhin feuerte die südkoreanische Artillerie dutzende Geschosse in Richtung Norden. In Südkorea wurde die Alarmbereitschaft des Militärs ebenfalls auf die höchste Stufe erhöht.

Korea war 1945 in einem von den USA unterstützen Süden und einen von der Sowjetunion unterstützen Norden aufgeteilt. Der Koreakrieg von 1950 bis 1953 änderte an dieser Aufteilung nichts. Die beiden Staaten sind verfeindet. Es gibt weder ein Waffenstillstandsabkommen noch einen Friedensvertrag.

Türkei: Erdogan hat den Kurden den Krieg erklärt

Symbolfoto: © burntimes

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Der türkische Premier hat den Friedensprozess mit den Kurden am Dienstag für beendet erklärt. Die Türkei begründete diesen Schritt mit dem Recht sich gegen terroristische Angriffe zu verteidigen. Europa warnte Erdogan und riet ihm den Friedensprozess mit der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK fortzusetzen. Das ist dem türkischen Staatschef egal. Erdogan erklärte am Dienstag, dass er Ratschläge westlicher Politiker nicht ernst nimmt. Die meisten Angriffe, die die türkische Luftwaffe bisher flog richteten sich gegen die Stellungen von Kurden im Nordirak und nicht gegen den IS. Seit Dienstagnachmittag werden vom türkischen Militär auch PKK-Stellungen innerhalb der Türkei angegriffen. Bei landesweiten Razzien wurden rund 1.000 Menschen verhaftet. Bei ihnen handelt es sich größtenteils um mutmaßliche Anhänger der PKK und nicht um Anhänger der Terrormiliz Islamischer Staat. Die PKK gerät unter Druck und muss nun Stellungen im Nordirak räumen. Durch diesen Schritt wird die Unterstützung der PKK-Anhänger im Kampf gegen den IS gefährdet. Die Anhänger der PKK kämpfen gegen den Islamischen Staat.

Die Türkei hat der Terrormiliz IS den Krieg erklärt

An MQ-1B Predator unmanned aircraft takes off for a training mission at Creech Air Force Base, Nev.

An MQ-1B Predator unmanned aircraft takes off for a training mission at Creech Air Force Base, Nev.

In der Nacht zu Freitag bombardierten türkische Kampfflugzeuge Stellungen des Islamischen Staats (IS). Mindestens 35 IS-Terroristen sollen dabei ums Leben gekommen sein. Die USA und die Türkei nähern sich im Kampf gegen die Terrormiliz „Islamischer Staat“ an. Am Freitag hat die Türkei der IS den Krieg erklärt. Für die USA ist die Nutzung der türkischen Stützpunkte von immenser Bedeutung, besonders für den Einsatz bewaffneter Drohnen. Die Türkei sieht sich zunehmend von der IS bedroht. Die USA bekannten sich dazu die Türkei beim Kampf gegen den IS zu unterstützen. Die USA erhielten von der Regierung in Ankara die Genehmigung, von Stützpunkten aus der Türkei Luftangriffe zu fliegen. Damit hat die Türkei ihre jahrelange Zurückhaltung im Kampf gegen die Terrormiliz beendet. Die türkische Luftwaffe beteiligt sich ab sofort an den Luftangriffen der US-geführten internationalen Koalition gegen die Terrororganisation Islamischer Staat. Die Türkei teilte am Freitag mit, dass der IS die Hauptbedrohung der nationalen Sicherheit der Türkei sei. Die Dimension dieser Bedrohung wächst immer weiter. Der Auslöser der Eskalation war türkischen Regierungsangaben zufolge der von der IS verübte Bombenanschlag im südtürkischen Turuc mit 32 Toten (wir berichteten).

Jemen: Das Rote Kreuz erreicht die Geisterstadt Aden

Symbolfoto: © Wikimedia Commons | wikipedia

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Am Montag hat das Rote Kreuz die Geisterstadt Aden erreicht. Es handelt sich um die erste Hilfe dort seit dem Ausbruch der Kämpfe. In der Hafenstadt Aden wurden dringend medizinische Hilfen in die Krankenhäuser überbracht. Zwei Konvois vom Roten Kreuz erreichten am Montag die beiden Stadtteile Kraitar und Mualla, bestätigte die Organisation. Die betroffene Stadt liegt im Süden des Jemen. Der Leiter der Roten-Kreuz-Operation sagte, dass Aden eine Geisterstadt sei. Die verbliebenen Einwohner zeigen sich praktisch nie vor der Tür, weil sie um ihr Leben fürchten. Viele Menschen haben die Stadt inzwischen auch verlassen und sind auf der Flucht. Das Rote Kreuz berichtete außerdem von einer starken Zerstörung der Stadt. In Aden kämpfen Anhänger des geflohenen Präsidenten Abd-Rabbo Mansur Hadi gegen die aus dem Norden vorrückenden Houthi-Rebellen, die einer schiitischen Sekte angehören, seit zwei Wochen um die Einnahme der Stadt. Seit dem 26. März greifen Kampfflugzeuge einer von Saudi-Arabien geführten regionalen Allianz sunnitischer Staaten Stellungen und Waffenlager der Houthi-Rebellen an. Auch von Kriegsschiffen aus werden die Rebellen angegriffen. Saudi Arabien und seine Verbündeten haben große Angst davor, dass die vom Iran unterstützten Houthi-Rebellen die Kontrolle über die 190 Kilometer entfernt befindliche Meerenge Bab al-Mandab erlangen könnte. Diese Meerenge ist für den Welthandel strategisch sehr wichtig. Sie verbindet das Rote Meer mit dem Indischen Ozean. Das hat das Vorrücken der Houthi-Rebellen bisher aber nicht verhindern können. Bei den jüngsten Kämpfen starben nach Angaben des Militärs mindestens 53 Menschen. Auch am Montag kam es erneut zu Kämpfen in der Stadt Aden. In den Vororten kam es zu mehreren Explosionen, berichteten Einwohner.

Im Jemen sind aufgrund der Angriffe zahlreiche Einwohner von den Hilfen der internationalen Gemeinschaft abgeschnitten. Landesweit funktioniert die Versorgung mit Lebensmitteln, Wasser und Strom nur eingeschränkt. Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz teilte mit, dass technische Probleme die Entsendung von 48 Tonnen medizinischer Güter in die Hauptstadt Sanaa per Lufttransport weiter verzögern. In den letzten zwei Wochen kamen nach Angaben der Vereinten Nationen mindestens 500 Menschen im Jemen ums Leben.