Schlauchboot vor griechischer Insel Samos gekentert: Fünf Schutzsuchende sind ertrunken

Symbolfoto: © Andreas Hermsdorf | pixelio.de

Symbolfoto: © Andreas Hermsdorf | pixelio.de

Die Europäische Union (EU) schickt seit dem Inkrafttreten des EU-Türkei-Abkommens Schutzsuchende von Griechenland in die Türkei zurück. Verzweifelte Menschen versuchen jedoch immer noch in Schlauchbooten von der Türkei nach Griechenland zu gelangen. In der Nacht zu Samstag ist ein solches Schlauchboot gekentert und vier Frauen und ein Kind sind vor der griechischen Insel Samos im Mittelmeer ertrunken, bestätigte die griechische Küstenwache am Samstag. Das Kind konnte zunächst gerettet werden, verstarb aber wenig später. Weitere fünf Schutzsuchende überlebten die Havarie. Die Flüchtlinge kämpften drei Stunden lang im Mittelmeer, um ihr Leben.

Diese fünf Toten sind die ersten Todesopfer seit dem Start des stark umstrittenen EU-Türkei-Abkommens. Das neue Abkommen soll eine abschreckende Wirkung haben und das Ziel haben, dass weniger Schutzsuchende über die Ägäis Zuflucht suchen. Für jeden Schutzsuchenden, der aus Griechenland in die Türkei zurückgeführt wird, nimmt Europa einen Syrer aus der Türkei auf. Das ist Bestandteil des Abkommens. Bisher wurden rund 400 Menschen von Griechenland in die Türkei abgeschoben. Diese Massenabschiebungen werden stark kritisiert. Zurückgeführt werden jene, die keinen Asylantrag in Griechenland stellen oder Anträge abgelehnt werden.

Trotz allem begeben sich die Schutzsuchenden noch immer in Lebensgefahr – für eine bessere Zukunft. Alleine in der Nacht von Freitag auf Samstag haben 120 Menschen von der Türkei nach Griechenland übergesetzt. Ihnen droht die Rückführung in die Türkei.
Seit dem Jahresbeginn sind schon über 400 Schutzsuchende im Mittelmeer ertrunken.

Flüchtlingskrise: Mindestens 36 Flüchtlinge sind vor der türkischen Küste ertrunken

Symbolfoto: © Andreas Hermsdorf | pixelio.de

Symbolfoto: © Andreas Hermsdorf | pixelio.de

Im Mittelmeer haben sich vor der türkischen Küste zwei folgenschwere Schiffsunglücke ereignet. Die Flüchtlinge befanden sich bei schlechtem Wetter auf der Überfahrt von der Türkei nach Griechenland. Türkische Polizisten entdeckten 29 Leichen an den Stränden der westlichen Region Balikefir, gegenüber der griechischen Insel Lesbos. Weitere sieben Leichen wurden aus der eiskalten Ägäis geborgen. Unter den Toten waren auch mehrere Kinder. Aufgrund sehr starker Winde war ein Schiff mit 22 Flüchtlingen an Bord in der Region Dikili gekentert. Die meisten der Passagiere wurden tot am Strand gefunden, so die Grenzschützer. Auf den verbreiteten Bildern waren die Leichen von Kindern zu sehen, die über ihrer Kleidung Rettungswesten getragen haben. Das zweite Unglück ereignete sich, als in ein Schlauchboot mit 58 Flüchtlingen an Bord Wasser eintrat. Mindestens zwölf Menschen ertranken, darunter auch Frauen und Kinder. Viele der geretteten Flüchtlinge wurden unterkühlt in ein Krankenhaus eingeliefert. Es ist noch unklar, wie viele Schiffe am Dienstag im Mittelmeer gekentert sind. Die beiden Unglücke waren die folgenschwersten im neuen Jahr. Im vergangenen Jahr starben mindestens 700 Flüchtlinge bei dem Versuch das Mittelmeer zu überqueren.

Vor Griechenland: 17-jähriger Flüchtling durch Schüsse getötet

Symbolfoto: © Initiative Echte Soziale Marktwirtschaft (IESM)    | pixelio.de

Symbolfoto: © Initiative Echte Soziale Marktwirtschaft (IESM) | pixelio.de

Ein 17-jähriger Flüchtling ist während einer Auseinandersetzung mit einem EU-Patrouillenboot und einem mutmaßlichen Schlepper ums Leben gekommen. Der 17-Jährige wurde erschossen unter Deck aufgefunden. Zuvor rammten die bewaffneten Schlepper mehrfach das Boot der Grenzschützer und eröffneten das Feuer. Es handelte sich bei dem Boot nicht um ein Schlauchboot, sondern um eine hochseetaugliche Yacht mit 70 Flüchtlingen an Bord. Einer der Schlepper versuchte einem Grenzschützer die Dienstwaffe zu entreißen. Der Zwischenfall ereignete sich nachdem ein Schiff mit rund 70 Flüchtlingen von der türkischen Küste vor der Insel Symi illegal nach Griechenland eindrang. Die zuständige Küstenwache bestätigte den Vorfall und teilte mit, dass die 70 Flüchtlinge Opfer skrupelloser Menschenschmuggler geworden sind. Die drei Schleuser wurden verhaftet. Es handelte sich um türkische Staatsbürger.

Aufgrund der guten Wetterlage machen sich zur Zeit besonders viele Flüchtlinge auf den Weg zu den griechischen Inseln über das Mittelmeer. Die Flüchtlinge sind auf den griechischen Inseln komplett auf sich selbst gestellt.