Abi-Streich in Zülpich: 78 Schüler wurden verletzt

Symbolfoto: © burntimes

Am Freitag war der letzte Schultag für die Abiturienten im nordrhein-westfälischen Zülpich, die sich auf einen lustigen Abi-Streich freuten. Ein 19-Jähriger hatte am Freitagmorgen um kurz nach 8 Uhr einen Feuerlöscher vor dem Schulgebäude entleert. Zu diesem Zeitpunkt kamen viele Schüler gerade mit dem Bus an. Rund 80 Schüler wurden leicht verletzt und erlitten Reizungen der Augen und Atemwege. Um kurz nach 9 Uhr alarmierten Lehrkräfte der benachbarten Karl-von-Lutzenberger-Realschule die Rettungskräfte. Ein Notarzt sagte, dass das Pulver nicht giftig sei aber zu Reizungen der Atemwege und Augen führen kann.

Insgesamt rückten sechs Rettungswagen, drei Notärzte und ein Löschzug der Feuerwehr an. Drei Schüler wurden vorsorglich, aufgrund von Vorerkrankungen, im Krankenhaus untersucht. Der 19-jährige Abiturient, der den Feuerlöscher entleerte, gab später zu, großen Mist gebaut zu haben. Er hat sich unmittelbar bei den Schülern entschuldigt.
Am Samstag werden die Zeugnisse überreicht. Der Übeltäter darf nach Angaben der Schulleiterin am Abi-Ball teilnehmen, weil er seinen Fehler sofort erkannt und die Verantwortung übernommen hat.

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Aachen: Abi-Streich ging nach hinten los – Großeinsatz der Polizei

Foto: © Polizei Aachen

Foto: © Polizei Aachen

»Es sollte ein witziger Abi-Streich werden und endete in einem Großeinsatz der Polizei. Am vergangenen Freitag alarmierten besorgte Anwohner die Polizei, weil sich schwer bewaffnete und zum Teil maskierte Männer einem Schulgebäude im nordrhein-westfälischen Aachen näherten. Die Polizei zog daraufhin alle verfügbaren Einheiten zusammen und eilte zu der Gruppe. Später stellte sich heraus, dass es sich um einen Abi-Streich handelte. Die Polizisten forderten die Abiturienten zweimal auf, ihre Waffen niederzulegen. Der Pressesprecher der Aachener Polizei sagte: „Nicht auszumalen, was hätte passieren können, als sich Polizeikräfte schwer bewaffneten, maskierten und mit Schutzwesten ausgerüsteten Männern gegenüber standen. Dies vor dem Hintergrund einer besonderen Sensibilität hinsichtlich der Geschehnisse in Paris und Verviers. Nicht auszudenken, was passiert wäre, wenn nur ein Schüler auf Zuruf der Polizeibeamten die Waffen nicht niedergelegt hätte.“ Beamte entwaffneten die Männer schließlich. Teilnehmer von Abi-Streichen solcher Art gefährden sich und andere. Die Polizei warnte davor, dass ihre Aktionen ein nicht kalkulierbares Risiko für Beteiligte und unbeteiligte Menschen sind.

Die neun Abiturienten im Alter zwischen 18 und 20 Jahren haben in den polizeilichen Vernehmungen ihren Unsinn bereits eingestanden. Die Abiturienten hatten nach eigener Aussage vor, ihren Klassenlehrer im Rahmen des Streiches zu entführen und die Entführung zu filmen. Die Polizei stellte die täuschend echt aussehenden Waffen, die Schutzkleidung und die Masken am Freitag sicher. Wie die Polizei mitteilte handelte es sich bei den Waffen um frei verkäufliche Nachbauten, die selbst vom Fachmann auf den ersten Blick optisch nicht vom Original zu unterscheiden sind. Gegen die jungen Männer wurde ein Ermittlungsverfahren wegen des Verstoßes gegen das Waffengesetz und der Störung des öffentlichen Friedens eingeleitet. Außerdem prüft die Polizei noch, ob die neun Männer für die Kosten des Polizeieinsatzes aufkommen müssen. Die Abiturienten sahen inzwischen ein, dass es sich bei dem Abi-Streich um keine gute Idee handelte.

Teilnehmer von so genannten Abi-Streichen – in der Form wie am vergangenen Freitag – gefährden sich und andere. Ihre Aktionen bergen ein nicht kalkulierbares Risiko für Beteiligte und unbeteiligte Menschen. In dieser Deutlichkeit warnt die Aachener Polizei vor völlig überzogenen Abistreichen.«

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