Gläubiger debattieren über Schuldenerlass für Griechenland

Finanzspritze«Die Erkenntnis kommt sehr spät: Hochrangige Politiker in Europa kommen zu dem Entschluss, dass ein Schuldenschnitt alleine nicht mehr zur Rettung Griechenlands führen kann. Heute forderte der Luxemburgische Regierungschef Junker von Europa, auf einen Großteil der Forderungen an die griechische Regierung in Athen zu verzichten. Somit kann eventuell noch vor dem EU-Gipfel am kommenden Montag eine Einigung erzielt werden. Ziel dabei ist es, die Maximalverschuldung im Jahr 2020 auf 120 Prozent des Bruttoinlandsprodukts begrenzen zu können. Fakt ist nämlich, dass der Schuldenschnitt, der gerade von den Griechen mit den Banken verhandelt wird, alleine nicht ausreichen kann. Somit kann es durchaus passieren, dass neben Versicherungen, Banken auch die Europäische Zentralbank (EZB) auf einen Großteil der Forderungen an Griechenland verzichten muss. Dieses sind bisher aber nur unbestätigte Vermutungen. Außerdem benötigt Griechenland aufgrund der schlechten Wirtschaftslage und den daraus resultierenden Steuerausfällen im Land dringend zusätzliches Geld. Eigentlich wurde bisher davon ausgegangen, dass das zweite zirka 130 Milliarden Euro schwere Hilfspaket ausreicht, um das Land vor einer Zahlungsunfähigkeit zu bewahren. Mittlerweile sieht man, dass Geld alleine in Griechenland nicht mehr zu einer Lösung führen kann – denn die neuen Schulden steigen dadurch immer weiter an. Effiziente Hilfe kann also nur noch über den Weg eines Schuldenerlasses kommen. Kurz und knapp: Die Europäische Zentralbank und die EU-Partner müssen auf einen Teil ihrer Forderungen verzichten um Griechenland auch längerfristig vor einer Zahlungsunfähigkeit zu bewahren. Bisher hat sich dazu aber noch kein EU-Land bereit erklärt.»
Foto: © Günter Gumhold | pixelio

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