Flüchtlingskatastrophe im Mittelmeer: Bis zu 400 Menschen sollen ertrunken sein

Symbolfoto: © Wikimedia Commons | wikipedia

Es handelt sich um die schlimmste Flüchtlingskatastrophe seit 2013. Am Mittwoch ist erneut eine Fähre mit hunderten Flüchtlingen an Bord im Mittelmeer gekentert. Die Havarie ereignete sich 80 Seemeilen vor der Küste Libyens. Mindestens 400 Menschen werden noch vermisst. Passagiere an Bord berichteten, der Hilfsorganisation „Save the Children“, dass Hunderte Menschen im Mittelmeer ertrunken sein sollen. Unter den Opfern sollen sich zahlreiche Minderjährige befinden. Hilfsorganisationen befragten mehrere Überlebende des Unglücks, sodass aus der anfänglichen Befürchtung traurige Gewissheit wurde. Bis zu 550 Menschen befanden sich an Bord des gekenterten Flüchtlingsboots. 144 Überlebende wurden von der italienischen Küstenwache in Sicherheit gebracht. Die Küstenwache brachte die Überlebenden in den Hafen von Reggio Calabria. Die italienische Küstenwache hat bereits einige Todesopfer geborgen. Die Küstenwache teilte mit, dass das Flüchtlingsboot bereits beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte umgekippt war. Die Suche wurde aufgenommen. An der Unglücksstelle wird mit Flugzeugen und Booten nach Überlebenden und Leichen gesucht, bestätigte die italienische Küstenwache. Außenminister Frank-Walter Steinmeier reagierte betroffen auf die Ereignisse und sagte, dass es sich um die Fortsetzung einer Tragödie handelt, an die man sich nicht gewöhnen dürfe. Er forderte die Länder, aus denen die Flüchtlinge stammen, auf die Lebensverhältnisse zu verbessern. Bei dem gekenterten Boot handelte es sich um eines der vielen Boote, die in den letzten Tagen von der libyschen Küste aus in See gestochen sind.

2013 ertranken im Oktober 2013 über 360 Menschen vor der italienischen Insel Lampedusa. Viele Flüchtlinge versuchen, über das Mittelmeer nach Europa zu gelangen. In den letzten Monaten haben die lebensgefährlichen Überfahrten über das Mittelmeer wieder stark zugenommen. Seit vergangenen Freitag wurden über 8.500 Menschen gerettet. Die Situation in den italienischen Aufnahmezentren ist sehr angespannt. In Palermo erreichten am Dienstag 1.200 Flüchtlinge das Aufnahmezentrum. Es wird befürchtet, dass 2015 noch mehr Flüchtlinge, wie 2014 ankommen werden. Seit Jahresbeginn erreichten bisher mehr als 21.000 Bootsflüchtlinge Italien. Die italienische Regierung bittet schon seit langem um mehr Hilfe aus Europa, um die Flüchtlingskrise unter Kontrolle zu bekommen.

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