USA: Neue Rassismus-Debatte nach Ermordung eines Farbigen durch einen Polizisten

Symbolfoto: © O. Fischer | pixelio.de

Ein unbewaffneter, vierfacher 50-jähriger Familienvater lief vor einem Polizisten weg und wurde am vergangenen Samstag mit mindestens acht gezielten Schüssen in den Rücken getötet. Der Mann wurde fünfmal getroffen, davon viermal in den Rücken, bestätigte das FBI. Der Polizist sagte, dass er aus Notwehr gehandelt hatte. Der Polizist gab an, dass er um sein Leben fürchtete, weil der Mann ihm bei einer Verkehrskontrolle angeblich seinen Elektroschocker entrissen haben soll. Ein im Internet veröffentlichtes Video dementiert das und zeigt, wie der Polizist den Elektroschocker erst nach den tödlichen Schüssen neben den 50-Jährigen legte. Das im Internet veröffentlichte Video sorgt für Empörung und Unverständnis auch über die Grenzen der USA hinaus. Ein Experte rund um die Polizeigewalt sprach von einer ungeheuerlichen Tat, nach dem er das Video betrachtete. Der neue Fall tödlicher Polizeigewalt gegen Schwarze hat in den USA eine neue Rassismus-Debatte entfacht. Bei dem Schützen handelt es sich um einen weißen Polizisten, der dem flüchtenden Mann von hinten mehrfach in den Rücken schießt. Der 33-jährige Polizist wurde wegen Mordes angeklagt und ist zwischenzeitlich auch aus der Polizeiabteilung entlassen worden, bestätigte der Bürgermeister der Stadt. Er sagte, dass der verantwortliche Polizist in jedem Fall die falsche Entscheidung getroffen hat. Der ermordete 50-Jährige arbeitete bis vor Kurzem bei der US-Küstenwache. Der festgenommene Polizist hat für seine Schüsse auf den Flüchtenden bisher keine weitere Rechtfertigung abgegeben. Die US-Bundespolizei FBI hat sich in die Ermittlungen gegen den Polizisten eingeschaltet. Die Stadt hat sofort nach der Tat Konsequenzen angekündigt. Eine Konsequenz wird sein, dass die rund 350 Polizisten der Gemeinde ab sofort verpflichtet sind Körperkameras zu tragen. Der Polizeichef besuchte am Mittwoch die Angehörigen des getöteten Farbigen. Die Frau des ermordeten Mannes ist im achten Monat schwanger. In den USA hatten zuletzt mehrere Fälle von Polizeigewalt gegen Farbige Proteste ausgelöst.

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