Rigaer Straße Nr. 94 in Berlin: Schwerste Ausschreitungen –– 123 verletzte Polizisten

Symbolfoto: © Michael Hirschka | pixelio.de

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Am Wochenende war eine Demonstration in der Rigaer Straße 94 im Berliner Stadtteil Friedrichshain außer Kontrolle geraten. In der Nacht zum Sonntag kam es bei einer Demonstration mit etwa 2.500 Teilnehmern zu zahlreichen Gewalttaten. Es flogen Flaschen und Böller. Tränengas kam ebenfalls zum Einsatz. Außerdem brannten elf Autos. Bei den schweren Ausschreitungen wurden insgesamt 123 Polizisten verletzt. Die Beamten leiteten 124 Strafverfahren ein – die meisten gegen Randalierer. Gegen zwei Personen wurden Haftbefehle erlassen – beiden wird schwerer Landfriedensbruch vorgeworfen. Es handelte sich um die gewalttätigste Demonstration seit mehreren Jahren in Berlin.

Der Berliner Senat diskutiert noch über das weitere Vorgehen. Die Linksradikalen kündigten unterdessen am Montagabend erneut eine Gewaltwelle an. „Wir werden weiterhin aktiv sein, um Berlin in’s Chaos zu stürzen“, hieß es von der Gruppierung „Rigaer94“.

Hintergrund des Konflikts ist ein seit inzwischen mehr als 25 Jahren andauernder Streit. Das betoffene Haus wurde immer wieder besetzt und geräumt. Hierbei geht es den Demonstranten auch darum ein Zeichen gegen die immer weiter steigenden Mietpreise in Berlin zu setzen. Es geht hierbei aber nicht, wie in den 80er- und 90er-Jahren um ganze Hausbesetzungen, sondern im aktuellen Fall lediglich um ein Hinterhaus. Der Hauptgrund der Auseinandersetzungen ist jedoch der Vorwurf der Gentrifizierung. Der derzeitige Besitzer des Gebäudes ist die in London ansässige Firma „Lafone Investment Ltd“. Diese Firma möchte in der Rigaer Straße 94 Schutzsuchende unterbringen.