Flug MS804 von Paris nach Kairo ist abgestürzt: Anschlag wird befürchtet

Symbolfoto: © O. Fischer | pixelio.de

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Am Donnerstagmorgen gegen 2.30 Uhr europäischer Zeit ist eine Passagiermaschine der ägyptischen Fluglinie EgyptAir, von Paris nach Kairo, mit 56 Passagieren und sieben Crew-Mitgliedern an Bord, 230 Seemeilen vor der griechischen Insel Karpathos plötzlich vom Radar verschwunden und abgestürzt. Das Flugzeug startete um 23.21 Uhr vom Pariser Flughafen. Um 2.37 Uhr flog die Passagiermaschine vom Typ Airbus A320 scharfe Kurven, drehte sich um 360 Grad und sank dabei von 11.600 Metern auf 4.570 Meter ab. Kurz darauf ist die Maschine ins Mittelmeer gestürzt und vom Radar verschwunden. Eingesetzte Suchflugzeuge haben bereits zwei große Wrackteile des ägyptischen Flugzeugs entdeckt. An der Suche beteiligen sich Suchmannschaften aus Frankreich, Griechenland und Ägypten. Die Piloten setzten keinen Notruf ab. Dieses deutete ebenfalls auf ein sehr plötzliches Ereignis hin, das den Piloten keine Zeit mehr für einen Notruf ließ. Die Situation deutet darauf hin, dass etwas sehr plötzlich geschehen sein muss. Ein Anschlag von Terroristen ist wahrscheinlicher, als ein technischer Defekt, teilte Ägyptens Luftfahrtminister mit. Griechische Augenzeugen gaben an zum Zeitpunkt des Verschwindens der Passagiermaschine einen Feuerball am Himmel gesehen zu haben.

Dass Terroristen am Flughafen von Paris eine Bombe an Bord schmuggeln konnten, kann trotz der sehr hohen Sicherheitsvorkehrungen nicht ausgeschlossen werden.

Unter den Passagieren befanden sich 15 Franzosen, 30 Ägypter, ein Passagier aus Großbritannien, zwei Männer aus dem Irak und jeweils eine Person aus Saudi Arabien und Kuwait – darunter ein Kind und zwei Babys. Insgesamt kamen 15 Familienangehörige der Passagiere am Flughafen von Kairo an. Einige von ihnen brachen zusammen und mussten ärztlich behandelt werden.

Am Donnerstagabend gegen 18 Uhr wurde das Wrack des Airbus in der Nähe der griechischen Insel Karpathos lokalisiert.

Gegen 1.55 Uhr hatten Fluglotsen das letzte Mal Kontakt zu der Unglücksmaschine. Um 2.29 Uhr versuchten die griechischen Behörden die Maschine über Funk zu erreichen. Die Flugzeuge melden sich immer ab, wenn sie den Luftraum eines Landes verlassen. Die Besatzung des Passagierflugzeugs antwortete zu dieser Zeit bereits nicht mehr. Die griechischen Fluglotsen nahmen anschließend sofort Kontakt mit der griechischen Luftsicherung auf, um dort zu checken, wo sich die Maschine gerade befindet. Nachdem auch die Fluglotsen meldeten, dass sie kein Flugzeug auf ihren Radarschirmen entdecken können, wurden die ägyptischen Flugsicherungsbehörden alarmiert.

Der Pilot des Flugzeugs hat die Erfahrung von mehr als 6.000 Flugstunden gehabt. Zusammen mit dem Co-Piloten verfügten beide Piloten über die Erfahrung von über 10.000 Flugstunden.

Ägypten hatte den Angehörigen und Familien in Paris am Donnerstagnachmittag angeboten kostenlos nach Kairo zu reisen.

Erst im März wurde ein Flugzeug von EgyptAir entführt. Ein Ägypter brachte einen Airbus A320 während eines Inlandsflugs in seine Gewalt und entführte die Maschine nach Zypern. Nach mehrstündigen Verhandlungen hatte der Geiselnehmer aufgegeben und die Fluggäste konnten das Flugzeug unbeschadet verlassen (wir berichteten).