Brasilien: Präsidentin Rousseff wurde vom Senat beurlaubt

Symbolfoto: © Wikimedia Commons | wikipedia

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Nach einer 17-stündigen Debatte hat sich der brasilianische Senat mehrheitlich entschieden Präsidentin Dilma Rousseff für 180 Tage vom Amt zu suspendieren. Während dieser Zeitspanne sollen die Vorwürfe gegen sie geprüft werden. Rousseff wird vorgeworfen gegen Haushaltregeln verstoßen zu haben und korrupt zu sein. Sie soll beispielsweise durch Tricks in der Buchhaltung die Staatsdefizite geschönt haben, um bei bei der Wiederwahl im Jahr 2014 mehr Stimmen zu erhalten. Rousseff selbst bestreitet die Vorwürfe und sagte, dass auch frühere Präsidenten solche Maßnahmen anwendeten. Der Vizepräsident Michel Temer wird die Amtsgeschäfte zunächst übernehmen. Die meisten Brasilianer befürworteten die Beurlaubung ihrer Präsidentin. Im Jahr 2011 wurde Rousseff als erste weibliche Präsidentin Brasiliens gewählt. Seit dem ging es mit der Wirtschaft im Land immer weiter bergab. Zuletzt waren ihre Umfragewerte stark gesunken. Die Partei von Rousseff hat zu Protesten gegen die Machtenthebung aufgerufen. Vor dem Gebäude, in dem der Senat beriet, kam es bereits zu Ausschreitungen zwischen tausenden Demonstranten und der Polizei. Die Beamten setzten Tränengas und Wasserwerfer ein.