Böhmermann-Affäre: Erdoğan verklagt auch den Axel-Springer-Chef Döpfner

Symbolfoto: © Thorben Wengert | pixelio.de

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Der türkische Präsident Erdoğan hat sich nach Jan Böhmermann den nächsten vorgeknöpft. Er beantragte gegen den Axel-Springer-Geschäftsführer Döpfner eine einstweilige Verfügung. Döpfner schrieb in einem offenen Brief an Böhmermann, dass er das Gedicht gegen Erdoğan gut findet und er laut gelacht hat. Außerdem teilte er mit, dass er allen Ausführungen und Formulierungen von Böhmermann inhaltlich voll und ganz zustimmt und er sie sich in jeder juristischen Form zu eigen mache. Diese Einladung nutzte Erdoğan offensichtlich aus und erstattete eine weitere Anzeige. Das Landgericht in Köln hat bereits in einer ersten Stellungnahme angekündigt, dass der einstweiligen Verfügung nicht stattgegeben wird. Der deutsche Anwalt von Erdoğan wird ihm dann raten direkt in die zweite Instanz zu gehen. Das Gericht hat übrigens bereits einer einstweiligen Verfügung gegen den Filmregisseur Uwe Boll zugestimmt. Der Filmemacher darf ab sofort nicht mehr sagen, das Erdoğan ein „grenzdebiler kleiner Schwachmat“ sei. Er musste außerdem noch die Gerichts- und Anwaltskosten tragen.

Gegenstand der Strafanzeige gegen den Satiriker Jan Böhmermann ist ein Schmähgedicht in der ZDF-Sendung „Neo Royal“ vom 31. März in der er Erdoğan unter anderem als „Ziegenficker“ bezeichnete. Erdoğan sagte, dass die Beleidigung in dem Gedicht nicht nur gegen ihn gerichtet gewesen sei, sondern 78 Millionen Türken beleidigt wurden. Der Vorsitzende der Türkischen Gemeinde in Deutschland, Gökay Sofuoglu, meldete sich zu Wort und sagte, dass er das Gedicht nicht satirisch, sondern beleidigend findet.