Höxter: Folterpaar hat zweite Tat gestanden

Symbolfoto: © Rike | pixelio.de

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Am Montag wurde erneut das Haus, in dem eine 41-jährige Frau gefangen gehalten wurde und ums Leben kam, von einer 30-köpfigen Mordkommission durchsucht. Auch Spürhunde sollen auf dem Grundstück in Kürze zum Einsatz kommen. Das Ehepaar hat gestanden eine weitere Person getötet zu haben. Die Polizei hat die Ermittlungen im Zusammenhang mit dem Mord einer 21-Jährigen aus dem Jahr 2006 wieder aufgenommen. Bei der 21-Jährigen handelte es sich um eine Schwesternschülerin, die auf dem Heimweg nach Paderborn verschleppt wurde. In den ersten Tagen meldete sie sich mehrmals per SMS und Anruf, um ihren Angehörigen mitzuteilen, dass alles in Ordnung sei. Kurz darauf brach der Kontakt ab. Vier Monate später entdeckte ein Jäger sterbliche Überreste der 21-Jährigen in einem Waldgebiet bei Lichtenau. Der Fundort liegt rund 15 Kilometer von Höxter entfernt.

Die Staatsanwaltschaft erließ gegen den 46-jährigen Mann und dessen 47-jährige Ex-Frau Haftbefehl wegen Totschlags. Das Motiv für die schweren Misshandlungen an der 41-Jährigen ist noch unklar. Der 46-Jährige hatte eine Zeitungsannonce geschaltet und darin nach einer festen Beziehung gesucht. Die 41-jährige Frau aus Bad Gandersheim antwortete dem Mann und zog kurz darauf bei dem 46-Jährigen ein. Dort wurde die Frau festgehalten und körperlich misshandelt. Die Frau verstarb schließlich durch Schläge auf den Kopf. Das Opfer baute zuletzt körperlich immer weiter ab und trug Glatze, teilte die Polizei mit. Die Hauseigentümer verließen mit der 41-Jährigen Frau meist nachts das Haus, damit die Gefangenschaft nicht aufflog und die Frau nicht fliehen konnte. Warum die Gefangenschaft so lange untererkannt blieb ist Bestandteil der Ermittlungen und noch unklar. Am 21. April wollte das Paar die schwer verletzte Frau zurück in ihre Wohnung nach Bad Gandersheim bringen. Das Auto blieb jedoch unterwegs, wegen eines Motorschadens, liegen. Währenddessen verschlechterte sich der Zustand der Frau immer weiter, sodass das Paar schließlich einen Rettungswagen rief. Ein Notarzt brachte die schwer verletzte Frau in ein Krankenhaus. Dort verstarb die 41-Jährige nur wenige Stunden später. Eine Obduktion erbrachte den Beweis, dass die Frau gewaltsam ums Leben kam. Ob sich die Angeklagten überhaupt zu den Vorwürfen äußern ist noch unklar.

Am Sonntag kehrte die 47-Jährige kurzzeitzig aus der Untersuchungshaft in ihr Bauernhaus zurück, um der Polizei einige Dinge zu erklären, hieß es. Die Staatsanwaltschaft teilte am Montag mit, dass es durchaus möglich sei, dass in dem Bauernhaus noch andere Frauen festgehalten und ermordet wurden.

Bei der Polizei haben sich inzwischen mehrere Frauen gemeldet, die früher Kontakt zu dem 46-Jährigen hatten. Der Mann soll jahrelang versucht haben Frauen über Kontaktanzeigen auf seinen heruntergekommenen Bauernhof zu locken. Seine Ex-Frau wurde dabei stets als Schwester ausgegeben, hieß es.